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27.03.2016 | (rsn) - Vier aus vier: Mit einer hundertprozentigen Siegausbeute beendet das Team Boels-Dolmans den ersten Monat der Women's WorldTour. "Es ist unglaublich. Ich weiß auch nicht, wie wir das machen", freute sich Chantal Blaak in Wevelgem über ihren dritten Saison- und zweiten WorldTour-Sieg - wenige Tage nachdem die beiden Hauptsponsoren ihres Teams bekanntgegeben hatten, ihre am Jahresende auslaufenden Verträge bis 2018 zu verlängern.
Die Niederländerin entschied in Belgien das Eintagesrennen Gent-Wevelgem nach 114 Kilometern als Solistin mit 1:24 Minuten Vorsprung auf eine neunköpfige Verfolgergruppe für sich, in der Lisa Brennauer (Canyon-SRAM) vor der Niederländischen Meisterin Lucinda Brand (Rabo-Liv) auf Rang zwei spurtete.
"Ich bin wirklich happy mit dem Ergebnis - speziell nach dem schweren Unfall von Trixi letzte Woche", dachte die Deutsche im Ziel sofort auch an ihre bei der Trofeo Binda gestürzte und anschließend an der Niere notoperierte Teamkollegin Trixi Worrack. "Wir mussten in den letzten Tagen neue Kräfte sammeln."
Blaak beeindruckte im Finale mit einem gut 15 Kilometer langen Solo, während dem sie ihren Vorsprung kontinuierlich ausbaute. "Ich war wirklich überrascht von Chantal", erzählte Annemiek Van Vleuten (Orica-AIS) nach dem Rennen. Die Niederländerin hatte gemeinsam mit Brennauer und Emma Johansson (Wiggle-High5) sofort Jagd auf Blaak gemacht, die Lücke aber nicht schließen können. "Wir drei sind Fahrerinnen, die wirklich etwas Power haben und wir haben gut zusammengearbeitet", so Van Vleuten. "Aber der Vorsprung wurde immer größer."
"Ich hatte einfach einen guten Winter und bin im Team momentan sehr glücklich. Es klappt einfach alles", versuchte Blaak zu erklären, was sie derzeit so stark macht. Schon beim Omloop Het Nieuwsblad fuhr sie Ende Februar hinter Teamkollegin Armitstead auf Rang zwei. Was folgte waren Siege bei Le Samyn sowie Mitte März beim zweiten WorldTour-Rennen, der Ronde van Drenthe.
Nachdem Brennauer, Johansson und Van Vleuten zu dritt nicht näher an Blaak herankamen, bekam das Trio Begleitung von sechs weiteren Fahrerinnen um Blaaks Teamkolleginnen Van Dijk und Romy Kasper, und so war die Uneinigkeit in der nun neun Frauen starken Gruppe perfekt, zumal bis auf Boels-Dolmans nur Wiggle-High5 mit Johansson und Amy Pieters noch doppelt in der Verfolgergruppe vertreten war. "Ich war ab da alleine und musste etwas zocken und auf einen guten Sprint hoffen", erklärte Brennauer. "Ich bin sehr glücklich, dass das so gut geklappt hat."
Blaak baute ihren Vorsprung bis zur Ziellinie auf 1:24 Minuten aus und konnte dort genüsslich über ihren dritten Saisonerfolg jubeln, der ihr außerdem die Führung in der Women's WorldTour bescherte, wo sie nun zehn Punkte vor Teamkollegin Armitstead an der Spitze liegt und durch ihre Siege bei der Ronde van Drenthe sowie nun in Wevelgem bereits 73 Zähler vor Johansson liegt. Entwickelt sich da ein teaminternes Duell um den Gesamtsieg der UCI-Serie?
"Ich glaube nicht. Wir schauen ohnehin von Rennen zu Rennen. Aber ich freue mich sehr, in Flandern nun in diesem Trikot zu starten", so Blaak. Und auch Armitstead dürfte das zufrieden stimmen. Die Britin nämlich fuhr bei Gent-Wevelgem ohnehin lieber im Regenbogentrikot der Weltmeisterin als im neuen Leibchen der WorldTour-Spitzenreiterin. Die UCI hatte ihr das freigestellt.
Vom Start weg spielte der starke Wind eine große Rolle. Das Feld segelte zunächst mit hoher Geschwindigkeit aus dem Startort Ypern gen Norden und in einer großen Schleife in Richtung der fünf Hellinge, die auf dem Programm standen. Bis zum ersten Anstieg, dem bis zu 23 Prozent steilen und gepflasterten Kemmelberg, konnte sich keine Gruppe absetzen. Dort aber sorgten Ellen Van Dijk (Boels-Dolmans) und Emma Johansson (Wiggle-High5) für ein hohes Tempo und das Peloton zerbrach in mehrere Teile.
Nach der Abfahrt rollte eine 27 Frauen umfassende erste Favoritengruppe zusammen, der alle sechs Boels-Dolmans-Fahrerinnen angehörten. "Wir haben von Anfang an das Rennen gemacht, und es gibt einem sehr viel Selbstvertrauen, wenn alle vom Team so lange noch beisammen sind", so Blaak.
Zu diesem Zeitpunkt war aber auch Lokalmatadorin Jolien D'Hoore (Wiggle-High5) noch an der Spitze dabei, und die Belgische Meisterin galt im Sprint als Top-Favoritin. Doch bei der zweiten Kemmelbergpassage bekam sie schließlich Schwierigkeiten und musste gemeinsam mit Christine Majerus (Boels-Dolmans), Lotta Lepistö (Cervelo-Bigla) sowie Gracie Elvin und Amanda Spratt (Orica-AIS) abreißen lassen.
Sie kämpfte verbissen um den Anschluss, doch an der Spitze gab Boels-Dolmans Vollgas und ließ die gefährliche Kontrahentin nicht mehr herankommen. Auf den 25 flacheren Schlusskilometern dann attackierte die dominierende Mannschaft abwechselnd - auch Weltmeisterin Armitstead versuchte es zwei Mal - und schließlich setzte sich Blaak ab.
Die Höhepunkte des Rennens im Video:
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