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01.02.2015 | (rsn) – Ohne Titelverteidiger Zdenek Stybar (Etixx – Quick-Step) kämpft die Cross-Elite am heutigen Sonntag um die Krone. Ausgerechnet seine Heim-WM in Tabor, wo er vor fünf Jahren seinen ersten Titelgewinn feierte, musste der Tscheche absagen, nachdem er sich bei einem Sturz im Herbst die Schulter verletzt und anschließend nicht genug im Gelände trainieren konnte. Außerdem wolle man die Straßen-Saison nicht gefährden, hieß es aus dem Lager des dreifachen Cross-Weltmeisters.
Stybars Nachfolger darf die Konkurrenz in Tabor nun am heutigen Nachmittag unter sich ausmachen. Und es deutet alles darauf hin, dass es ein sehr junger Nachfolger werden könnte. Niels Albert hat vor der Saison seine Karriere beendet und am 38-jährigen Superstar Sven Nys (Crelan-Euphony) scheint allmählich der Zahn der Zeit zu nagen. Er wirkte im Verlauf des Winters selten topfit und frisch. Trotzdem muss man Nys natürlich auf dem Zettel haben, wenn es um die Favoriten geht.
Die Männer mit den größten Siegchancen aber könnten sogar noch im U23-Rennen antreten. „Wenn ich einen Favoriten nennen muss, nenne ich Mathieu Van der Poel“, erklärte Philipp Walsleben (BKCP-Powerplus), der selbst auf eine Medaille hofft. Walslebens Teamkollege, der 2013 in Florenz Junioren-Weltmeister auf der Straße wurde, ist gerade einmal 20 Jahre alt und dominierte am vergangenen Sonntag das Weltcup-Finale zuhause in Hoogerheide nach Belieben.
„Dass er noch die nötigen Beine hat, hat er dort bewiesen. Und es kann durch die Superkompensation sogar sein, dass die noch besser werden bis Sonntag“, meinte der 27-jährige Walsleben, der nach den nationalen Meisterschaften gemeinsam mit einigen Teamkollegen und auch Van der Poel in Spanien noch ein zehntägiges Trainingslager absolvierte.
Genauso jung ist der Belgier Wout Van Aert (Vastgoedservice-Golden Palace), der vor allem im Dezember für Furore sorgte und in Hoogerheide zuletzt Zweiter wurde. „Die beiden haben die größten Chancen“, sagte Walsleben, der dem Youngster-Duo riesiges Talent bescheinigt. „Super-Talente gibt es selten – Nys war so einer, aber Kevin Pauwels, Klaas Vantornout oder ich sind eben nicht so welche wie Van der Poel oder Van Aert.“
Der Generationenwechsel deutet sich an und könnte in Tabor in einem ersten Schritt bereits vollzogen werden. Allerdings müssen Van der Poel und Van Aert genau wie der Weltcup-Gesamtsieger der Saison 2013/2014, Lars Van der Haar (Giant-Alpecin) aus den Niederlanden, noch beweisen, dass sie über Jahre konstante Leistungen abrufen können. Der 23-jährige Van der Haar zum Beispiel fuhr eine starke Saison, kam aber nicht an sein vorhergehendes Superjahrheran. Trotzdem gehört auch er zu den Favoriten in Tabor.
Hinzu kommt eine Gruppe von Fahrern, die altersmäßig zwischen Routinier Nys und Youngster Van der Poel liegen. Weltcup-Gesamtsieger Kevin Pauwels (Sunweb-Napoleon Games) und sein belgischer Landsmann Tom Meeusen (Telenet-Fidea) wären alles andere als Überraschungs-Weltmeister. Außerdem muss man den Franzosen Francis Mourey (FDJ) bei großen Titelkämpfen immer auf der Rechnung haben - und die Deutschen dürfen auf ein Top-Resultat von Walsleben hoffen, auch wenn der gerade erst eine Krankheitüberwunden hat.
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