Vorschau 4. eSports-WM-Finale

Neue Plattform, neuer Modus - neue Weltmeister?

Von Marc Zeiringer

Foto zu dem Text "Neue Plattform, neuer Modus - neue Weltmeister?"
Die virtuelle WM-Rennstrecke. | Foto: MyWoosh

24.10.2024  |  (rsn) - Nach dem Ende der Straßensaison und der Krönung der Weltmeister im Gravel und auf der Bahn steht am Samstag eine weitere Weltmeisterschaft der UCI auf dem Programm. In der virtuellen Umgebung von MyWoosh kämpfen die besten 22 Frauen und Männer beim großen Finale der vierten eSports-Weltmeisterschaft im Radsport in Abu Dhabi um Gold, Silber und Bronze.

Der erste eSports-Weltmeister im Radsport, Jason Osborne aus Deutschland, der den Titel im Jahr 2020 gewann, hat sich auch diesmal für das Finale qualifiziert. Der Qualifikationsprozess, der seit 2022 zu 80 Prozent über die nationalen Verbände läuft, bietet aber auch Hobbyathleten die Möglichkeit, sich über Rennen auf der Plattform MyWoosh zu qualifizieren.

 Insgesamt schafften es 300 Teilnehmer ins Halbfinale. Neben Osborne sicherten sich in den beiden Halbfinalrennen mit Martin Maertens, Merle Brunnée und Pia Kummer noch drei weitere Deutsche einen Platz für das Finale, das im Gegensatz zu den vorherigen Rennen stationär an einem gemeinsamen Ort in Abu Dhabi ausgetragen wird. Übertragen wird das Finale live ab 16 Uhr auf YouTube auf dem Kanal von My Woosh.

Der Modus

Den Fahrerinnen und Fahrern aus 17 Nationen steht ein Finale bevor, das aus drei Etappen mit ganz unterschiedlichem Charakter besteht. In jedem dieser Rennen haben sie die Möglichkeit, auf vielfältige Weise Punkte zu sammeln und ihr Können unter Beweis zu stellen. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr nicht mehr die amerikanische Plattform Zwift, sondern das System von MyWoosh aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verwendet.

Die 1. Etappe wird auf einem 1,7 Kilometer langen Rundkurs absolviert. Hierbei haben die Athleten ein Zeitfenster von 15 Minuten, in dem sie versuchen, auf einem markierten Teilstück von 300 Metern die schnellste Zeit zu fahren. Die Taktik und Sprintstärke stehen dabei im Vordergrund, denn auch in der virtuellen Welt ist der Windschatten ein Faktor. So könnte ein Sprint in der Gruppe den Unterschied ausmachen. Am Ende dieser Etappe werden Punkte absteigend nach der Platzierung vergeben. 20 Punkte sind dabei maximal möglich.

Der Rundkurs der 2. Etappe ist neun Kilometer lang und enthält einen vierminütigen Anstieg, der den Bergspezialisten entgegenkommt. Hier gibt es sowohl nach dem Anstieg als auch am Fuße der Steigung 20 Punkte für den Sieger, im Ziel sind es sogar 40 Punkte.. Auch bei dieser Etappe wird die richtige Strategie entscheidend sein.

Etappe drei wird auf einem Kriteriumskurs ausgetragen. Insgesamt werden vier Runden auf einer vier Kilometer Schleife zurückgelegt. Auch hier werden 20 Punkte für den Ersten bei jeder Zielpassage vergeben, die sich nach einem 50-sekündigen Anstieg mit 16 Prozent Steigung befindet. Der Sieger der Etappe bekommt am Ende auch hier doppelte Punktzahl. Wer auf den drei Etappen insgesamt die meisten Zähler sammelt, darf sich eSports-Weltmeister im Radsport nennen und sahnt dabei 15.000 US-Dollar an Preisgeld ab.

Die Favoriten

Nach der Papierform und dem Ergebnis des Semifinales von Anfang September zählt bei den Männern der amtierende Weltmeister Björn Andreassen aus Dänemark zum Top-Favoritenkreis. Er konnte im Halbfinale, das aus Etappe zwei und drei, welche auch im Finale gefahren werden, bestand, den vierten Platz belegen. Mit Ollie Jones aus Neuseeland und dem US-Amerikaner Hayden Pucker muss auch gerechnet werden. Sie beendeten das Halbfinale mit gutem Punktevorsprung auf den Plätzen eins und zwei. Osborne, Vizeweltmeister des letzten Jahres, hat sicher auch Chancen auf eine Medaille, obwohl er das Halbfinale nur auf dem 14. Platz beendete. Er hatte zum Zeitpunkt allerdings mit Knieproblemen zu kämpfen.

Bei den Frauen ist die mehrfache und aktuelle Weltmeisterin Loes Adegeest nicht mehr mit dabei. Die Fahrerin des WorldTeams FDJ – Suez war in diesem Jahr nicht an den Start gegangen. Deshalb wird der Favoritinnenkreis wohl etwas größer. Die Bronzemedaillengewinnerin des letzten Jahres, Jacquie Godbe aus den USA, die Schweizerin Kathrin Fuhrer, die Britin Lou Bates und auch Mika Söderström aus Schweden zählen zu den Favoritinnen. Aus deutscher Sicht könnte Brunnée die besten Karten auf einen Spitzenplatz haben.

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