Giro-Auftakt: Vlasov Zehnter, Kämna auf 22

Boras Doppelspitze verliert Zeit auf Evenepoel, ist aber zufrieden

Von Peter Maurer

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Lennard Kämna im Auftaktzeitfahren des Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

06.05.2023  |  (rsn) – Inmitten der Weltelite und doch ein Stück weit entfernt vom Rosa Trikot. So könnte man die Situation für Aleksandr Vlasov und Lennard Kämna (beide Bora – hansgrohe) nach dem Auftaktzeitfahren der 106. Italien-Rundfahrt beschreiben. Auf den Plätzen zehn und 22 war das Duo im Vorderfeld zu finden und hielt den Zeitrückstand in Grenzen, zumindest, wenn man nicht auf Etappebgewinner Remco Evenepoel (Soudal -Quick Step) blickt.

Denn der junge Belgier nahm bei seinem fulminanten Giro-Auftakt dem Russen 55 Sekunden ab, Kämna, Deutschlands aktueller Zeitfahrmeister, verlor 1:23 Minuten. Doch da lediglich Stundenweltrekordler Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) und der Portugiese Joao Almeida (UAE Team Emirates) jeweils weniger als 30 Sekunden auf den Straßenweltmeister verloren, relativierte sich der Zeitverlust für die Bora-Doppelspitze etwas.

"Es war ein guter Start für mich. Ich habe fast die gleiche Zeit wie alle anderen Klassementgegner abseits von Remco", berichtete Vlasov, der zeitgleich mit Geraint Thomas (Ineos – Grenadiers) den 19,6 Kilometer langen Parcours bewältigte und auf Zeitfahrolympiasieger Primoz Roglic (Jumbo – Visma) nur zwölf Sekunden verlor.

"Der Weg nach Rom ist aber noch weit", fügte der Russe an. Er wollte, wie viele der Favoriten, dem Auftakt keine zu große Bedeutung beimessen. Nicht ganz so zufrieden wie sein Teamkollege war Kämna, dem vor dem Zeitfahren eine ähnliche Platzierung zugetraut worden war. Identisch schnell wie sein Teamkollege Nico Denz absolvierte er die Strecke von Fossacesia Marina nach Ortona, die ihm zumindest optisch sehr ansprach.

"Es war ein schöner Parcours. Es war hart, denn wenn du so lange geradeaus fährst, dann hat man nie die Möglichkeit durchzuschnaufen", erklärte der 26-Jährige. Im Vorjahr war Kämna beim ersten Zeitfahren in Budapest, das nur halb so lang gewesen war, als Achter in den Top Ten. "So ein Ergebnis wäre schön gewesen. Da ich aber noch in Schlagdistanz zu den anderen Gesamtwertungsfahrern liege, war es ein guter Start, weit weg von einer Katastrophe", fügte er abschließend an.

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