RSNplusTopfavorit bei 20. Strade Bianche

Pogacar jagt in der Toskana den nächsten Rekord

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Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) darf sich schon vor der Strade Bianche 2026 freuen: Nach dem Slowenen wurde einer der Gravel-Sektoren benannt. | Foto: Cor Vos

06.03.2026  |  (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) gelang am Openingsweekend mit dem Sieg beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) ein perfekter Saisoneinstieg. Dass der Niederländer auch in dieser Saison jedoch auf seinen Start bei der Strade Bianche verzichtet, hängt maßgeblich mit einem Namen zusammen: Tadej Pogacar.

Der viermalige Toursieger und zweimalige Weltmeister wird bei der 20. Ausgabe des toskanischen Klassikers seine ersten Rennkilometer dieser Saison zurücklegen – und kaum jemand zweifelt daran, dass Pogacar am Samstagnachmittag in Siena seinen vierten Strade-Sieg wird feiern können. Damit wäre er alleiniger Rekordhalter, bisher kommt der Slowene wie der Schweizer Fabian Cancellara, dessen Tudor-Team ebenfalls am Start stehen wird, auf drei Siege, allesamt mit langen Solofahrten souverän eingefahren.___STEADY_PAYWALL___

Den ersten holte er sich im Jahr 2022 mit einer 50 Kilometer langen Alleinfahrt, der er zwei Jahre später ein Monstersolo über 81 Kilometer folgen ließ. Denkwürdig war auch sein Triumph im vergangenen Jahr, als er sich auch von einem spektakulären Sturz nicht bremsen ließ und das Ziel in Siena fast eineinhalb Minuten vor Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) erreichte. Den Briten hatte er knapp 20 Kilometer vor dem Ziel abgeschüttelt.

Im vergangenen Jahr stürmte Tadej Pogacar (UAE – Team Emirates – XRG) mit von einem Sturz zerfetzten Trikot zu seinem dritten Strade-Sieg. | Foto: Cor Vos

“Strade ist ein Rennen, mit dem ich unvergessliche Erinnerungen verbinde“, betonte Pogacar dann auch in einer Pressemittelung seines Teams und fügte fast schon mit etwas Untertreibung an: “Meine Bilanz dort ist ziemlich gut, und ich hoffe, dass ich am Samstag wieder in einer guten Position sein werde.“

Dafür sorgen soll sein ganz auf ihn ausgerichtetes Team, in dem Isaac Del Toro die Rolle des Edelhelfers übernehmen dürfte. Der Mexikaner, der in dieser Saison mit zwei Etappensiegen bereits die UAE Tour gewann, kehrt auf die von ihm geliebten italienischen Straßen zurück, auf denen er 2025 nicht weniger als sieben Herbstklassiker für sich entschieden hatte. Selbst bei Il Lombardia reichte es für den 22-Jährigen bei Pogacars fünftem Sieg in Serie noch zu Rang fünf.

Das überragend stark besetzte UAE-Aufgebot für die Strade Bianche wird komplettiert durch den Schweizer Jan Christen, den Österreicher Felix Großschartner, den Slowenen Domen Novak, den US-Amerikaner Kevin Vermaerke sowie den Belgier Florian Vermeersch, der beim Omloop den zweiten Platz belegt hatte.

Pogacar bei der Strade-Streckenerkundung vor seinem Saisondebüt | Foto: Cor Vos

Kaum ins Gewicht fallen dürfte da der Ausfall von Tim Wellens, der im vergangenen Jahr in Siena als Pogacars wichtigster Helfer noch Dritter geworden war. Der Belgier, der in dieser Saison die Clásica Jaen gewann, brach sich bei Kuurne-Brüssel-Kuurne das Schlüsselbein, musste operiert werden und wird wohl auf die Frühjahrsklassiker verzichten müssen.

In den ersten beiden Monaten hatte sich auch das Fehlen Pogacars nicht negativ ausgewirkt. Auch ohne den Topstar hat UAE 13 Siege gesammelt und damit drei mehr als Red Bull – Bora – hansgrohe, dessen neuer Kapitän Remco Evenepoel allein für sechs Erfolge verantwortlich zeigte. 

“Das Team befindet sich momentan in Topform und hat bereits viele Siege errungen. Wir hoffen, diesen Erfolgskurs in den nächsten Rennen fortzusetzen“, sagte Pogacar zur UAE-Bilanz nach den ersten beiden Monaten der Saison. “Bisher habe ich nur vom Sofa aus mitgefiebert, deshalb freue ich mich jetzt darauf, endlich wieder selbst im Rennen dabei zu sein. Es ist mein erstes Rennen der Saison, und ich hoffe auf einen guten Start“, fügte er an.

Wie Fabian Cancellara (li.) bereits vor ihm, so wurde auch Pogacar die Ehre zuteil, dass einer der Gravel-Sektoren nach ihm benannt wird. | Foto: Cor Vos

Die Frage dürfte am Samstag also nicht sein, ob Pogacar frühzeitig attackieren, sondern eher, wie viele Kilometer vor dem Ziel er das tun wird. "Wir erwarten einige starke Konkurrenten, die Startliste ist bei diesen großen Rennen immer hochkarätig besetzt“, betonte der Titelverteidiger zwar – doch dürfte es sowohl Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5), Strade-Sieger von 2023, als auch Wout van Aert (Visma – Lease a Bike), der das Rennen 2020 gewann, oder dem Vorjahresvierten Ben Healy (EF Education – EasyPost) schwer fallen, Pogacars Dynamik standzuhalten.

Zumal der sich durch eine ganze besondere Ehrung besonders motiviert fühlen dürfte. Die Organisatoren benannten nämlich einen der Sektoren nach Pogacar, nämlich den Colle Pinzuto, einen 2,4 Kilometer langen, ansteigenden Gravel-Abschnitt, der mit vier von fünf möglichen Sternen ausgezeichnet ist. Der Colle Pinzuto ist die vorletzte Schotterpassage des Rennens und wurde in den vergangenen Jahren jeweils zweimal befahren. In der Saison 2025 schüttelte Pogacar auf dem Weg zu seinem dritten Sieg an dieser Stelle Pidcock ab.

Niemand wäre verwundert, wenn es auch am Samstag so oder so ähnlich käme.

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