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05.03.2026 | (rsn) – Was haben Jaan Kirsipuu und Romans Vainstains gemeinsam? Eine Menge möglicherweise, vor allem aber den Etappensieg am 30. September 1999 beim Giro della Provincia di Lucca. Beide Fahrer haben inzwischen ihre Karriere beendet, die Rundfahrt gibt es nicht mehr und sogar die damalige Rennkategorie, 2.3, wurde schon lange abgeschafft. Trotzdem blieb dieses Teilstück - den Älteren - in Erinnerung, denn es war das letzte Mal, das bei einem UCI-Rennen zwei Sieger ausgerufen worden waren. Bis gestern.
Denn bei der UMAG Classic (1.2) war es nach mehr als 26 Jahren Jahren mal wieder so weit – die Jury konnte keinen eindeutigen Sieger feststellen. Der 19-jährige Adam Bradac (Factor) sprintete in Umag als Erster auf das Ziel zu, doch aus dem Hintergrund stürmte aus schier unmöglicher Position noch der ehemalige Bahrain-Profi Dusan Rajovic (Solution Tech – Nippo) heran. Auf dem Zielstrich lagen beide auf gleicher Höhe, der erfahrene Serbe sicherte sich seinen 41. Profisieg, der tschechische Youngster feierte seinen Premierenerfolg.
Bis zum letzten Toten Rennen muss man in den Geschichtsbüchern nicht ganz so weit zurückblättern, lediglich gut 18 Jahre, um genau zu sein. Auch hier werden sich die Älteren und vor allem John Degenkolb (Picnic – PostNL) gut erinnern können. Direkt hinter Goldmedaillengewinner Michael Matthews (Jayco – AlUla) und dem Deutschen sprinteten bei der U23-WM 2010 in Melbourne nämlich Guillaume Boivin (NSN) und Taylor Phinney zu geteiltem Bronze.
Fälle wie diese traten früher öfter auf, doch gehören sie in den letzten Jahren wegen der fortgeschrittenen Technologie zunehmend der Vergangenheit an. Dass die manchmal auch Fragen offenlässt, bewies 2021 das Amstel Gold Race (1.UWT), als Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) vor Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) zum Sieger erklärt wurde, obwohl die Bilder etwas anderes suggerierten.
Bevor es die Zielfototechnologie gab, wurde der erste Platz häufiger von zwei Siegern besetzt. Das bekannteste Beispiel ist wohl jenes von Paris-Roubaix 1949 – und hat trotzdem nichts mit einer knappen Entscheidung zu tun. Damals wurde das Spitzentrio, bestehend aus André Mahé, Frans Leenen und Jacques Moujica, kurz vor dem Ziel falsch geleitet und dann zwischen Publikum und Fahrzeugen eingeklemmt. Mahé fand mithilfe von Zuschauern über einen Seiteneingang Zugang zur Bahn und überquerte die Ziellinie als Erster. Den Sprint des Feldes gewann Serse Coppi, der Bruder von Fausto Coppi.
Der machte sich sofort stark für eine Disqualifikation Mahés wegen Verlassens der Rennstrecke. Die Jury stimmte zu und erklärte Serse Coppi zum Sieger. Diese Entscheidung wurde allerdings fünf Tage später vom französischen Radsportverband revidiert. Der machte Mahé wieder zum Sieger. Dagegen wiederum legte der Italienische Verband bei der UCI Einspruch ein. Im November, rund sieben Monate nach dem Rennen, wurden Mahé und Coppi zu Siegern erklärt. Zwei Jahre später starb Serse Coppi im Alter von 28 Jahren in Folge eines Unfalles bei der Piemont-Rundfahrt.
Never celebrate too early??
— Lukáš Ronald Lukács (@lucasaganronald) March 4, 2026
Super close finish at UMAG Classic… who do you think has won?
Adam Bradá? on the left or Dušan Rajovi? on the right. pic.twitter.com/D9lxC8abRv
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