Fahrer-Support nur vom Motorrad geplant

Diskussionen um Giro-Bergzeitfahren am Monte Lussari entbrannt

Von Felix Mattis

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Die geplante Streckenführung des Zeitfahrens auf der 20. Giro-Etappe zum Monte Lussari. | Foto: Cor Vos

05.05.2023  |  (rsn) - Es soll die entscheidende Etappe dieses 106. Giro d'Italia werden: Das Bergzeitfahren am vorletzten Tag von Tarvisio auf den Monte Lussari an der slowenischen Grenze. Doch wie das englischsprachige Portal cyclingnews.com nun herausgefunden hat, gibt es ausgerechnet um dieses Teilstück und speziell die 7,3 Kilometer lange und im Schnitt brutale 12,1 Prozent steile Schlussrampe Diskussionen. Wie es heißt, soll die Austragung der 20. Etappe am Tag vor dem Rundfahrtbeginn deshalb noch wackeln.

Grund für die Diskussionen ist, dass der Giro in der Schlusssteigung lediglich Motorräder als Begleitfahrzeuge für die Radprofis zulassen will, dagegen keine Autos. Cyclingnews.com will einen Brief gesehen haben, in dem die Teamvereinigung AIGCP darauf aufmerksam macht, dass sie schon im März gegenüber dem Weltverband UCI Bedenken zu den Plänen von RCS Sport geäußert habe. Laut diesem Brief hat die UCI den Giro-Veranstaltert daraufhin aufgefordert, die Begleitfahrzeugspläne für den Monte Lussari zu ändern. Finale Diskussionen darüber soll es noch am heutigen Freitag vor der Teamleiter-Besprechung geben.

Der Plan der Giro-Organisatoren war, nach dem elf Kilometer langen, flachen ersten Teil des Zeitfahrens ein Areal einzurichten, in dem die Fahrer vom Zeitfahr- auf ihr Bergrad umsteigen können. Bis dahin sollen Autos den Fahrern folgen. Im danach folgenden schmalen und extrem steilen Anstieg sollten nur noch Motorräder erlaubt sein, weil es an vielen Stellen des Sträßchens keine Möglichkeit zum Überholen von Autos gibt, wenn ein Fahrer zu einem anderen auffährt.

UCI selbst schaffte 2017 Präzedenzfall

Vergleichbare Situationen hat es im Radsport jedoch schon häufiger gegeben. Das vielleicht prominenteste Beispiel waren die Zeitfahr-Weltmeisterschaften 2017 in Bergen hinauf zum Mount Floyen. Auch dort wurden die Fahrer von Motorrädern begleitet, die teilweise nicht nur Laufräder, sondern ganze Rennräder transportierten (siehe Video unten).

Der Anstieg damals war mit 3,4 Kilometern bei rund neun Prozent Steigung nur etwa halb so lang wie der Monte Lussari und dadurch dürfte auch Kommunikation mit dem Sportlichen Leiter beim Giro für die Fahrer wichtiger sein als damals in Bergen. Wie die UCI, wenn sie es bei ihren eigenen Weltmeisterschaften damals so organisierte und damit einen berühmten Präzedenzfall schaffte, den Giro-Veranstaltern dasselbe Setup aber verbieten möchte, scheint fraglich.

In den Diskussionen um das Giro-Zeitfahren nun wird wild spekuliert - einerseits über die Streichung des Monte Lussari und somit nur ein elf Kilometer langes, flaches Zeitfahren am Vorschlusstag. Andererseits aber auch über die Möglichkeit, ein vergleichbares Bergzeitfahren anderswo in Nordostitalien auszutragen, wo auch Autos mit auf den Berg fahren könnten. Der Monte Zoncolan beispielsweise ist nicht allzu weit entfernt.

Im folgenden Video sind die Begleit-Motorräder mit Mechaniker und kompletten Ersatz-Fahrrädern bei der WM 2017 gut zu sehen:

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