Stimmen zum EM-Straßenrennen der Männer

Vingegaard: “Manchmal hat man einen schlechten Tag“

Von Christoph Niederkofler

Foto zu dem Text "Vingegaard: “Manchmal hat man einen schlechten Tag“"
Jonas Vingegaard musste beim EM-Straßenrennen vor der entscheidenden Phase aufgeben. | Foto: Cor Vos

05.10.2025  |  (rsn) – Während sich Tadej Pogacar zum ersten Mal in seiner illustren Laufbahn zum Europameister aufschwang, erlebte dessen Erzrivale Jonas Vingegaard einen bitteren Sonntagnachmittag. Auf den 202,5 Kilometern und 3306 Höhenmetern zwischen Privas und Guilherand-Granges musste der dänische Superstar aufgeben, bevor Pogacar die entscheidende Attacke im Kampf um die Goldmedaille setzte.

Wie Vingegaard nach dem Rennen verriet, spielte vor allem die durchwachsene Vorbereitung eine Rolle. An seinem Selbstbewusstsein ändert sich durch den Dämpfer jedoch nichts. Das belgische Team philosophierte hingegen über seine gewählte Taktik gegen Europameister Pogacar - und zeigte keine Reue.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zum EM-Straßenrennen der Männer:

Jonas Vingegaard (Dänemark / DNF / Feltet): "Ich hatte mir natürlich mehr erhofft, aber manchmal hat man einfach einen schlechten Tag. Vielleicht liegt es an meinem vollen Terminkalender oder die Form ist einfach nicht da. Schon beim ersten Anstieg hatte ich Probleme. Ich dachte, es würde besser werden, aber als das Tempo wieder anzog, merkte ich, dass es zu viel war."

Tadej Pogacar (Slowenien / Europameister / Flash-Interview): "Ich war vorne und habe einfach versucht, meinen Vorsprung bei etwa einer Minute zu halten. Es war komfortabel, aber nie richtig dominant, da Remco richtig gut drauf war und mich gejagt hat. Bis zur Ziellinie durfte ich nicht nachlassen und musste immer pushen. Ich bin glücklich, dass es vorbei ist – ein weiterer Titel für mich!"

Remco Evenepoel (Belgien / Zweiter / Sporza): "Ich musste im letzten steilen Abschnitt passen. Ich habe mein Bestes gegeben und bin mein Rennen gefahren. Ich hätte die anderen noch etwas schneller loswerden müssen. Es ist das erste Mal, dass ich so lange mitgehen konnte. Das ist positiv. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass noch Arbeit vor mir liegt, um mit so einem Angriff mithalten zu können."

Tiesj Benoot (Belgien / 13. / Sporza): "Das ist das Einzige, worüber man diskutieren kann: Dass wir das Tempo diktierten, kurz bevor wir diesen langen Anstieg zum dritten Mal in Angriff nahmen. Bis dahin hatten wir nichts getan, was Pogacar in die Karten hätte spielen können. Die Strecke war einfach so hart, dass es als Team schwierig war, gegen einen Fahrer, der so hervorstach, etwas auszurichten. Wenigstens haben wir uns nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen lassen. Wir bereuen unsere Taktik nicht."

Louis Vervaeke (Belgien / 14. / Sporza): "Wir wollten die kleine Schleife mit einem starken belgischen Kollektiv in Angriff nehmen. An den kurzen Anstiegen hätte Pogacar nicht so viel Zeit auf Evenepoel herausfahren können. Aber wenn Pogacar am Fuß des langen Berges schon angreift, kann man nichts gegen ihn ausrichten. Die Auffahrt dauerte 20 Minuten – und dann ist Pogacar in seiner eigenen Klasse. Was hätte wir also anders machen sollen? Wenn mir jemand sagen kann, wie Tadej heute zu schlagen gewesen wäre, höre ich mir das gern an."

Juan Ayuso (Spanien / Sechster / Eurosport): "Ich habe versucht Remco zu helfen, ich selbst war zu sehr am Limit, um auch um den Sieg zu fahren. In der kleinen Gruppe war Remco der stärkste Fahrer, also ging er nach vorn. In Kigali habe ich mich besser gefühlt, hier war ich schon zwei Stunden vor dem Ziel relativ müde. Ich konnte spüren, dass es das letzte Rennen des Jahres ist. Die Saison war sehr intensiv. Ich habe alles gegeben und bin stolz darauf."

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