Sieg bei Paris-Nizza als später Durchbruch?

“Max hatte Tränen in den Augen“: Kanter sammelt Selbstvertrauen

Von Sebastian Lindner

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Max Kanter nach seinem Sieg bei Paris-Nizza | Foto: Cor Vos

09.03.2026  |  (rsn) – Ob ein Resultat als Durchbruch gewertet werden kann, lässt sich immer erst im Nachhinein sagen. Doch die 2. Etappe von Paris-Nizza hat für Max Kanter (XDS – Astana) zumindest das Potenzial dafür. Es wäre ein später, aber spät ist gemeinhin besser als nie. Kanter hat auf jenem Teilstück der “Fahrt zur Sonne“ seinen ersten Sieg auf WorldTour-Ebene gefeiert, den wichtigsten seiner Karriere.

“Für mich ist dieser Sieg ein wahr gewordener Traum“, sagte der 28-Jährige später. In seiner achten Saison als Profi hat es nun geklappt. “Paris–Nizza ist ein sehr prestigeträchtiges Rennen, und hier eine Etappe zu gewinnen, ist etwas Unglaubliches.“ Auf höchster Ebene waren bislang diverse zweite Plätze bei der Tour of Guangxi in den vergangenen Jahren Kanters beste Ergebnisse.

“Das gibt ihm sicherlich viel Zuversicht für die Zukunft“, glaubt auch Mike Teunissen. Der Anfahrer des Cottbusers hatte großen Anteil daran, dass Kanter nun endlich zuschlagen konnte. “Zwei Kilometer vor dem Ziel haben wir mit Mike viele Positionen verloren. Aber er blieb ruhig und hat mich am letzten Kreisel wieder in gute Position gebracht. Es war dann ein perfektes Leadout“, schwärmte Kanter über den Niederländer.

Doch der selbst war sich gar nicht so sicher ob der Klasse der Ausführung seiner Arbeit. “Es war so chaotisch. Wir haben uns oft aus den Augen verloren. Aber ich weiß ein wenig, wie Max im Peloton reagiert, und er weiß, wie ich reagiere. Es war also keine Überraschung, dass wir uns schließlich wiedergefunden haben. Allerdings dachte ich dann, dass ich das Leadout zu zeitig begonnen hatte. Die Zielgerade ging leicht bergauf. Aber er war so stark heute“, konnte Teunissen nur Gutes zurückgeben.

Zuletzt mehr Erfolge als Ackermann oder Bauhaus

Kanter wird’s am Ende egal gewesen sein. “Max hatte hinterher Tränen in den Augen.“ Der Deutsche hatte zuvor von schwierigen Wochen und Rückschlägen gesprochen. Dabei war er noch gut in die Saison gestartet, hatte auf Mallorca die Trofeo Palma Ende Januar schon als Zweiter beendet und damit dort weitergemacht, wo er Ende 2025 aufgehört hatte. Ehrenplätze, aber keine Siege. Doch am Ende zählen – so ist es nun mal – nur die.

Die Hoffnung steigt, dass Kanter künftig häufiger ganz oben auf dem Podium stehen kann. Denn im Radsport, auch das ist eine Binsenweisheit, nicht nur die Beine (und das Team), sondern auch der Kopf. “Wir wissen, dass Max ein sehr guter Sprinter ist. Er hat immer weiter hart an sich gearbeitet“, so Teunissen, der ebenfalls hofft, zum großen Knotenlöser beigetragen zu haben. Es würde zumindest auch ins Bild passen, denn seit 2025 läuft im gesamten Astana-Team scheinbar mehr richtig als falsch, mauserten sich schon die Scaronis und Malucellis des Teams zu Sieggaranten.

Darüber hinaus scheint sich damit die schleppende Wachablösung unter den deutschen Sprintern weiter fortzusetzen. Weder Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) noch Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) konnten in den letzten beiden Jahren und 2026 so oft jubeln wie Kanter. Das gleiche gilt für Top-Drei-Ergebnisse. Durch die eine oder andere vordere Platzierung bei der Tour de France sind Ackermann und Bauhaus zwar immer noch präsenter. Doch bekam Kanter bislang auch noch nicht die Chance, sich bei der Frankreich-Rundfahrt zu zeigen. Vielleicht ändert sich das ja im Sommer.

Bei Paris-Nizza müsste es derweil schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich Kanter nochmal präsentieren kann. Die Tage für die Sprinter sind bei dieser Austragung gezählt.

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