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05.07.2015 | (rsn) - Die Titelverteidigung bei den U23-Zeitfahrmeisterschaften vor neun Tagen hat Nils Politt (Team Stölting) verpasst. Dafür sicherte sich der 21-jährige Kölner am Sonntag in Bruchsal in bester Zeitfahrermanier als Solist den Sieg im 154 Kilometer langen U23-Straßenrennen.
Politt hatte sich bei sengender Hitze und Temperaturen von 40 Grad auf der drittletzten von elf Runden auf einem Flachstück auf und davon gemacht und sich einen Vorsprung von einer Minute herausgefahren, den er letztlich auch ins Ziel rettete.
„Ich bin happy, aber auch sprachlos. Heute war ich gerade im Finale richtig stark. Meine Gruppe hatte etwas gebummelt, ich war an letzter Position und bin dann gleich links rausgefahren. Danach war es wie ein Einzelzeitfahren und habe dabei auch auf meine Wattwerte geschaut", schilderte Politt den entscheidenden Angriff und das Finale gegenüber radsport-news.com.
Doch damit nicht genug, gewann der von Anfang an offensiv fahrende Moritz Backofen den Sprint der ersten Verfolgergruppe vor Nico Denz (Chambery) sowie Jonas Koch (radnet Rose) und machte damit den Doppelerfolg von Stölting komplett - ebenso übrigens wie in den letzten beiden Jahren.
„Wir waren in der Breite die stärkste Mannschaft, das wollten wir ausnutzen. Das Ergebnis zeigt, dass unsere frühen Attacken richtig waren", meinte Stölting-Teamchef Jochen Hahn nach dem Rennen zu radsport-news.com. „Als Nils zehn Sekunden an Vorsprung hatte, da war mir eigentlich klar, dass er durchkommt."
So schickten die Gelsenkirchener zuerst Backofen und dann Politt in die Offensive, die dann die Kohlen aus dem Feuer holten, während die eigentlich favorisierten Herklotz und Lennard Kämna keine Rolle spielten. „Die beiden standen hier unter voller Beobachtung und konnten am Anfang nicht wegfahren", sagte Hahn, der sich vor allem von der Leistung von Backofen, der zehn von elf Runde an der Spitze fuhr, beeindruckt zeigte.
„Ich weiß auch nicht, wo ich die Kraft heute hergenommen habe. Das war heute mein bester Tag auf dem Rad und mein größter Erfolg", so der Gelobte nach dem Rennen zu radsport-news.com.
Mit gemischten Gefühlen beschrieb Denz, der zwischendurch auch noch durch einen Defekt zurückgeworfen worden war, seine Bilanz. „Ich bin schon enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Aber als Einzelstarter war es schwer und somit habe ich mit der Medaille auch noch Schadensbegrenzung betrieben", sagte Denz, der ab August in der WorldTour für Ag2r fahren wird.
Für das Team Kuota-Lotto, das ohne Titelverteidiger Max Walscheid angetreten war, sprang am Ende nur Rang fünf heraus, den Tobias Knaupp errang. „Zumindest haben wir unser Minimalziel erreicht", meinte Teammanager Markus Felsing zu radsport-news.com.
Sein Team hatte das Rennen von Beginn an geprägt. In der zweiten Runde setzte sich Felix Drumm gemeinsam mit Backofen vom Feld ab, das die beiden bis auf zwei Minuten davonziehen ließ. Doch schon in der vierten Runde schlossen sieben weitere Fahrer nach vorne auf, darunter der spätere Sieger Politt und ein weiterer Fahrer des Teams Stölting.
Dahinter bildete sich eine Verfolgergruppe, die Teile der Spitzengruppe auffuhr, aber an Politt, der sich auf und davon gemacht hatte, konnte kein Fahrer mehr Anschluss finden. Dahinter machten sich immer wieder Fahrer auf die Verfolgung von Politt, doch zum einen war man sich bei der Nachführarbeit uneinig, zum anderen lieferte der Gejagte ein bärenstarkes Finale ab.
Vor Politt sicherten Silvio Herklotz 2013 und Max Walscheid 2014 dem Gelsenkirchener Rennstall den dritte nationalen U23-Titel.
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