Algarve: Franzose mit erstem Profisieg, Lipowitz 11.

Seixas schlägt am Alto da Foia Ayuso und Almeida

Von Christoph Matt

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Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM, re.) hat die 2. Etappe der Algarve-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

19.02.2026  |  (rsn) – Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) hat die 2. Etappe der Algarve-Rundfahrt (2.Pro) gewonnen. Der 19-jährige Franzose holte sich über 147,2 Kilometer von Portimão zum Alto da Fóia aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe heraus im Bergaufsprint knapp vor dem Spanier Juan Ayuso (Lidl – Trek) seinen ersten Profisieg.

Dritter wurde der Portugiese Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) vor dem Briten Oscar Onley (Ineos Grenadiers) und dem US-Amerikaner Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM Team), der zuletzt die Tour de la Provence für sich entschieden hatte.

Auf Platz sechs war der Kolumbianer Daniel Martinez bester Fahrer von Red Bull – Bora – hansgrohe, sein Teamkollege Florian Lipowitz kam als Elfter ins Ziel und war damit bester Deutscher. Drei Positionen dahinter belegte sein Landsmann Max Schachmann (Soudal – Quick-Step) Rang 14, Felix Engelhardt (Jayco – Alua) kam an der ersten der beiden Bergankünfte der diesjährigen Algarve-Rundfahrt auf den 16. Platz.

"Beim letzten Kicker wurde es nach dem Sturz eines UAE-Fahrers hektisch. Ich habe sofort versucht, ein hohes Tempo anzuschlagen, doch Almeida und Ayuso haben nicht mit mir kooperiert. Zum Glück kamen nur zwei Fahrer zurück, einer davon war mein Teamkollege. Matthew hat einen tollen Job gemacht. Als Joao attackierte, wusste ich, dass ich auf meinen Moment warten muss. Ich war wegen der vielen Kurven etwas orientierungslos und hatte zudem einen zu großen Gang drin, bin aber sehr froh, dass es am Ende gereicht hat“, kommentierte Seixas seinen Coup im Ziel-Interview.

"Ich habe einfach versucht zu tun, was ich kann, habe eine kurze Führungsarbeit übernommen, um das Tempo hoch zu halten und das Rennen schwer zu machen. Danach war ich bis ins Ziel am Limit, aber ich bin glücklich, dass Paul es am Ende durchziehen konnte. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können. Wir haben am Berg nicht viel kommuniziert, aber ich wusste, was ich zu tun hatte, und er hat es am Ende perfekt zu Ende gebracht", ergänzte Seixas' Teamkollege Riccitello, der bei Decathlon offensichtlich keine Eingewöhnungszeit benötigt und auch im zweiten Einsatz für seine neue Equipe überzeugt.

"Es war wirklich knapp. Ich glaube, ich habe um weniger als eine halbe Radlänge verloren, das ist schade. Aber ja, es ist, wie es ist. Paul hat den Sieg verdient. Ich wollte heute eigentlich gewinnen, um die großartige Arbeit meiner Teamkollegen zu würdigen“, sagte Ayuso, dessen Team mit beständiger Tempoarbeit am Schlussanstieg das Feld systematisch ausgedünnt hatte, ehe der Neuzugang attackierte, ohne aber Seixas und Almeida loszuwerden. So kam es zur Sprintentscheidung.

“Es war ein schwieriger Sprint. Ich wusste, dass ich die vorletzte Kurve zuerst nehmen muss. Paul war aber intelligenter als ich und hat das antizipiert. Als er den Sprint gestartet hat, hatte er schon zwei Räder Vorsprung. Ich habe versucht, aufzuholen, aber ich hatte bis zur Ziellinie nicht genug Zeit. Heute sollte es wohl nicht sein. Wir haben aber noch morgen und vor allem den letzten Tag, wo wir um den Sieg kämpfen können“, sagte Ayuso mit Blick auf das Zeitfahren und die abschließende Bergankunft.

Ayuso kann sich mit dem Gelben Trikot trösten

Zwar musste sich Auyso im Sprintduell dem vier Jahre jüngeren Seixas im Kampf um den Tagessieg geschlagen geben, dafür durfte sich der neue Lidl-Trek-Kapitän mit dem Gelben Trikot des Spitzenreiters trösten. In der Gesamtwertung nämlich rückte Ayuso vom fünften auf den ersten Platz vor und liegt damit vor dem zeitgleichen Seixas, der auch die Punkte- und die Nachwuchswertung anführt.

Almeida folgt mit sieben Sekunden Rückstand auf dem dritten Gesamtrang vor Onley (+0:14) und Riccitello (+0:16). Martinez ist Sechster (+0:32), der Schweizer Yannis Voisard (Tudor /+0:39) folgt auf Rang neun.Lipowitz hat als Elfter 41 Sekunden Rückstand, Schachmann folgte weitere drei Sekunden dahinetr auf Rang zwölf.

So lief die 2. Etappe der Algarve-Rundfahrt:

Auch die 2. Etappe der Rundfahrt verlief zunächst recht unspektakulär. Rund zehn Kilometer nach dem Start in Portimão nahmen acht Fahrer Reißaus und bildeten die Ausreißergruppe des Tages, wieder ohne Beteiligung der WorldTour-Teams. Etwas über zwei Minuten Vorsprung ließ man der Fluchtgruppe, in der auch Tomas Contte (Aviludo - Louletano - Loulé), der Träger des Bergtrikots, unterwegs war.

Der Argentinier holte sich ohne großen Widerstand unterwegs die drei Bergwertungen der 3. Kategorie sicherte sich mit insgesamt 15 Punkten das Bergtrikot für die nächsten beiden Tage.

Die Ausreißergruppe verkleinerte sich auf dem Weg zum Schlussanstieg zunehmend. Nach der dritten Bergwertung 16 Kilometer vor dem Ziel wurde zuerst Contte, wenig später auch der letzte Ausreißer Gorka Sorarrian (Caja Rural - Seguros RGA) vom Feld gestellt. Die beiden Zwischensprints, bei denen jeweils drei, zwei und eine Bonussekunde vergeben wurden, gingen an Tom Skujins (Lidl -Trek) und Brandon McNulty (UAE - Emirates - XRG).

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Algarve-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Am Fuß des 8,8 Kilometer langen und durchschnittlich 6,2 Prozent steilen Schlussanstiegs angekommen, zog auf der engen Straße Lidl - Trek das Tempo für Ayuso (Lidl - Trek) an. Als der Spanier 3,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte, konnten nur Seixas und Almeida folgen. Als Seixas die Tempoarbeit übernahm, verlor Almeida kurz den Anschluss, kämpfte sich aber in der für ihn typischer Manier wieder zurück.

Auch Riccitello und Onley schlossen noch einmal auf, so dass ein Quintett gemeinsam auf den letzten Kilometer ging. Hier attackierte Almeida mit aller Macht, konnte sich jedoch nicht von seinen Gegnern lösen. Schließlich eröffnete Seixas auf den letzten kurvigen Metern ebenso früh wie clever den Sprint und konnte an der Ziellinie sich knapp gegen Ayuso behaupten, Almeida landete auf dem dritten Platz. Onley kam mit vier Sekunden Rückstand auf Rang vier ins Ziel, Riccitello verlor dahinter sechs Sekunden.

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