Lodewyck: “Hatte ein wenig Angst vor der Etappe“

Evenepoels Einbruch am Berg kommt nicht völlig unerwartet

Von Sebastian Lindner

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Als 18. fuhr Remco Evenepoel das Rote Trikot über die Ziellinie der Bergankunft am Jebel Mobrah. Vorerst war es das letzte Mal, dass er in diesem Trikot unterwegs war. | Foto: Cor Vos

18.02.2026  |  (rsn) – Die Meinungen gingen im Ziel bei Red Bull – Bora – hansgrohe ein wenig auseinander. “Vielleicht war er ein wenig zu enthusiastisch am Anfang und hat sich sehr gut gefühlt, aber dafür hat er am Ende dann bezahlt.“ Das sagte Klaas Lodewyck, Sportlicher Leiter des Teams kurz nach dem Ziel zu Cyclingnews, ohne da aber schon mit Remco Evenepoel gesprochen zu haben, der da das Thema des Tages war. Denn der Mann im Roten Trikot des Gesamtführenden der UAE Tour, der am Tag zuvor noch unangefochten den Sieg im Einzelzeitfahren geholt hatte, konnte am Schlussanstieg der 3. Etappe hinauf zum Jebel Mobrah ziemlich schnell nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten.

Evenepoel selbst sagte dann , nachdem er sich gefangen hatte, gegenüber Het Nieuwsblad aber etwas anderes. “Ich habe schon am Anfang des Berges gespürt, dass ich Krämpfe bekomme. Das habe ich so noch nicht oft erlebt. Vielleicht lag es an den Anstrengungen von gestern, die ich noch nicht richtig verdaut hatte.“ Eine schlechte Nacht aufgrund der hohen Temperaturen in den Emiraten hätten dazu ihr Übriges beigetragen. “Ich will aber auch keine Ausreden vorbringen“, so Evenepoel weiter. “Als ich zurückgefallen bin, hatte ich einen wirklich schlechten Kilometer, aber danach habe ich es irgendwie geschafft, durchzuhalten. Das passiert mir oft zu Beginn der Saison bei Anstiegen wie diesem, wo ich eine kleine Schwächephase habe. Aber heute habe ich mich in meinen Beinen sowieso nicht gut gefühlt.“

Anfangs sah es dabei noch gut aus für den 26-Jährigen. Als Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) zur Attacke blies, war der Gesamtsieger von 2023 als einer der Ersten am Hinterrad des Österreichers. Sein großer Rivale Isaac Del Toro (UAE - Emirates – XRG) war es in diesem Moment, der im Hintertreffen war. Der Mexikaner war für einen Moment nicht Teil der vorderen Gruppen, die sich formierten. Doch während Evenepoel, der sich mit der Faust immer wieder auf den Oberschenkel schlug, in der Folge durchgereicht wurde, rollte Del Toro das Feld von hinten auf.

Einig waren sie sich dann bei Red Bull wieder, dass der Verlust der Gesamtführung und die Chancen sie zurückzugewinnen bei Platz elf mit rund anderthalb Minuten Rückstand auf den Etappensieger und neuen Spitzenreiter Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) kein Beinbruch sei. Schade, “aber unsere großen Saisonziele liegen noch ein paar Monate in der Zukunft“, so Lodewyck. Auch Evenepoel hatte den Gesamtsieg mehr oder weniger abgehakt: “Vielleicht kann ich jetzt noch auf Etappensieg fahren.“

Dass ein Einbruch wie am Jebel Mobrah durchaus möglich ist, sei der Sportlichen Führung ohnehin bewusst gewesen. “Wir wissen aus der Vergangenheit, dass Remco die Vorbereitung wirklich braucht, um längere Anstiege und so weiter zu bewältigen. Deshalb hatte ich ohnehin ein wenig Angst vor dieser Etappe. Sagen wir also, dass wir hier nur Informationen erhalten haben, die wir bereits teilweise kannten, aber das ist kein Drama", sagte Lodewyck und verwies dabei darauf, dass die Fahrer, die am Jebel Mobrah vorn waren, überwiegend schon ein Höhentrainingslager hinter sich haben.

Evenepoel wollte ursprünglich eigentlich genau jetzt ebenfalls in der Höhe trainieren, nahm die UAE Tour aber kurzfristig in sein Rennprogramm auf. Der Teide auf Teneriffa steht nun für die Zeit nach der Rundfahrt auf dem Plan.

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