Stürze auf Gravel-Sektor der 2. Tirreno-Etappe

Van der Poel schlägt im Bergaufsprint die junge Garde

Von Kevin Kempf

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Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech, li) hat die 2. Etappe von Tirreno-Adriatico gewonnen. | Foto: Cor Vos

10.03.2026  |  (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat die 2. Etappe von Tirreno – Adriatico (2.UWT) gewonnen. Nach 206 Kilometern von Camaiore nach San Gimignano war er im Dreiersprint bergauf knapp schneller als der neue Gesamtführende Isaac Del Toro (UAE Emirates – XRG) und Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe). Das Trio hatte sich knapp gut sechs Kilometer vor dem an der einzigen Schotterpassage des Tages, auf der es wegen des Regens einige Probleme und Stürze gab, aus dem Feld lösen können.

Vierter wurde mit 15 Sekunden Rückstand Tobias Johannessen (Uno-X Mobility). Der Norweger setzte sich auf den letzten Metern um zwei Sekunden aus einer 18-köpfigen Verfolgergruppe ab. Dort war Andrea Vendrame (Jayco – AlUla) schneller als Alessandro Pinarello (NSN). Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde Elfter.

Van der Poel musste fünf Jahre auf einen weiteren Erfolg bei Tirreno-Adriatico warten. Die Konkurrenz auf den weiteren Podiumsplätzen damals hieß Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike). Fahrer, die aus derselben Generation wie der 31-jährige Niederländer stammen. In San Gimignano waren seine beiden Begleiter jeweils neun Jahre jünger als er. “Es ist sehr schwer, gegen diese jungen Burschen zu gewinnen“, sagte van der Poel im Flash-Interview.

Um seinen zweiten Saisonsieg feiern zu können, musste er in der Tat alles geben. Die letzten drei Kilometer versteckte der Alpecin-Kapitän sich nur an Del Toros Hinterrad und als Pellizzari den Sprint früh anzog, wurde dem Alpecin-Kapitän das fast zum Verhängnis. Im Ziel war er gezeichnet von den Strapazen. “Die letzte halbe Stunde mit dem Anstieg und dem Regen war ziemlich knifflig. Der Sprint war sehr schwierig, besonders, weil der Untergrund ziemlich rutschig war. Es war sehr schwierig, im Sprint aus dem Sattel zu gehen und ich hatte noch genug Kraft gespart, um zu gewinnen“, erzählte er.

Rutschiger Untergrund bereitete schon auf dem Schotter nicht nur van der Poel und Del Toro Probleme. Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) und Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) stürzten in jeweils aussichtsreicher Position. Beide konnten weiterfahren, der Niederländer verlor aber 1:38 Minuten.

Die Deutschen zeigte sich unauffällig. Der Auftaktdritte Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) konnte das Feld hinauf nach Gimignano erwartungsgemäß nicht halten, erreichte das Ziel mit 4:46 Minuten Rückstand und büßte seine gute Platzierung in der Gesamtwertung ein. Schneller als Walscheid war vom deutschen Quartett nur Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché), der das Rennen 1:27 Minuten nach van der Poel auf Position 62 beendete.

Del Toro übernahm das Blaue Trikot von Auftaktsieger Filippo Ganna (Ineos Grenadiers), der mit gut einer Minute Rückstand ins Ziel kam und im Klassement auf Rang acht zurückfiel. Mit drei Sekunden Rückstand auf den Mexikanischen Meister ist Pellizzari neuer Zweiter vor Gannas US-amerikanischem Teamkollegen Magnus Sheffield (+0:13). Ganna behauptete die Führung in der Punktewertung vor dem punktgleichen van der Poel. Der wiederum ist der erste Träger des Bergtrikots. Bester Nachwuchsfahrer ist weiterhin Sheffield (Ineos Grenadiers), der das Ziel auf Position 19 erreichte.

So lief die 2. Etappe von Tirreno – Adriatico:

Diego Pablo Sevilla (Polti - VisitMalta), Alessandro Iacchi (Solution Tech - Nippo), Joan Bou (Caja Rural - Seguros RGA) und Michele Tarozzi (Bardiani - CSF - 7 Saber) bildeten die Gruppe des Tages. Alpecin – Premier Tech hielt das Quartett an der kurzen Leine, nachdem es schnell schon vier Minuten Vorsprung herausgefahren hatte, reduzierten van der Poels Helfer den Rückstand nach und nach.

Eingangs der letzten 50 Kilometer lagen die Ausreißer nur noch rund zehn Sekunden vorn und so trat man im Feld auf die Bremse. Das Unvermeidliche wurde noch zwölf Kilometer hinausgezögert, dann aber war das Quartett gestellt.

Anschließend war das von Ineos kontrollierte Feld bis zum Schottersektor sechs Kilometer vor dem Ziel geschlossen unterwegs. Julian Alaphilippe (Tudor) eröffnete im Anstieg mit seiner Tempoverschärfung das Finale, van der Poel folgte dem Franzosen und trat 6,2 Kilometer vor dem Ziel an, nachdem kurz zuvor Pellizzari attackiert hatte. Jorgenson und Del Toro konnten mitgehen, ehe der US-Amerikaner kurz darauf in einer Kurve stürzte und Del Toro aufhielt. Van der Poel nutzte die Chance und zog auf und davon.

Das Streckenprofil der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico | Foto: Veranstalter

Del Toro machte sich auf die Verfolgung und wurde dabei von Pellizzari eingeholt. Der Italiener beteiligte sich nicht an der Führungsarbeit, während der Mexikaner mit großer Mühe nach rund einem Kilometer und mit etwas Hilfe des vor ihm fahrenden Kameramotorrads die Lücke zu van der Poel zu schließen konnte. Der setzte sich nun auch ans Hinterrad von Del Toro, der bis zum Ziel alles von vorn fahren musste.

Drei Kilometer vor dem Ziel rutschte der UAE-Kapitän allerdings weg und brachte dadurch van der Poel, der aus dem Pedal musste, in große Probleme. Del Toro gewann einige Meter, die der ehemalige Weltmeister mit Pellizzari am Hinterrad allerdings schnell zufahren konnte. Kurz dahinter stürzte Arensman in derselben Kurve.

Auch im Schlussanstieg halfen seine Kollegen Del Toro nicht. Pellizzari trat 200 Meter vor dem Ziel an und schien seine Gegner damit zu überraschen. Van der Poel reagierte, hatte aber rund 20 Meter Rückstand. Die Lücke zu schließen, fiel ihm schwer. Letztendlich ging er vorbei, aber Pellizzari hielt dagegen und auch Del Toro kam auf den letzten Metern nochmals auf. Van der Poel rettete sich knapp aber mit letzter Kraft vor seinen Kontrahenten als Sieger ins Ziel.

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