RSNplusEine Woche mit Lennart Jasch im Oman

Gefühlte Autobahnen und “fiese Laktatbeine“

Von Kevin Kempf aus Al Bustan

Foto zu dem Text "Gefühlte Autobahnen und “fiese Laktatbeine“"
Der ehemalige Eisschnellläufer Lennart Jasch bei 26 Grad unter Palmen | Foto: Kevin Kempf

06.02.2026  |  (rsn) - Nachdem er auf Mallorca sein Debüt für Tudor gegeben hatte, ist Lennart Jasch, der zum Kader des Development Teams gehört, auch im Oman schon wieder für die Profimannschaft im Einsatz. Am Freitag startete der Deutsche bei der Muscat Classic (1.Pro), seit Samstag nimmt er an der fünftägigen Tour of Oman (2.Pro) teil. RSN begleitet den 25-Jährigen an den sechs Renntagen auf der Arabischen Halbinsel.

Das Ziel für die Muscat Classic (1.Pro) war bei Tudor klar gesteckt: “den Sieg verteidigen“, hieß die Devise laut Jasch. Das hat nicht geklappt. “Bis zum letzten Berg lief es ganz gut, dann haben wir Rick (Pluimers) verloren und mussten umdisponieren“, blickte der Kletterer zurück. Titelverteidiger Rick Pluimers war am 9,3 Prozent steilen Al Jissah rund fünf Kilometer vor dem Ziel die Puste ausgegangen.

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“Wenn ein Plan nicht so ganz aufgeht, gibt es immer einen Moment, in dem man zweifelt, was man jetzt machen muss. Und das ist dann die Zeit, die am Ende fehlt“, erzählte Jasch kurz nach dem Zieleinlauf in Al Bustan gegenüber RSN. Mit Robin Donzé, Larry Warbasse, Will Barta und Jasch war Tudor noch gut besetzt, doch als der Kapitän über Bord ging, gingen viele seiner Matrosen mit.

Lennart Jasch (Tudor) schreibt sich bei seinem ersten außereuropäischen Rennen ein. | Foto: Kevin Kempf

“In dem Fall meinte Rick, dass er heute die Beine nicht hat und dass jeder auf sein eigenes Ergebnis fahren kann. Dann fragt man erst mal, ob er wirklich sicher ist. Dann kommt das Ja. ‘Wirklich sicher?‘ Und dann ist die Gruppe ein paar Meter weg“, beschrieb Jasch die vorentscheidenden Szenen. Als zweitbester Fahrer seiner Mannschaft kämpfte er sich noch mal zurück ins dezimierte Feld, das er dann aber nicht ganz halten konnte. “Bis man das Loch zugefahren hat, kostet das ein paar Körner. Ganz nach vorn zu kommen ist dann schwierig.“

Letztendlich kam von Tudor nur Routinier Barta mit den 31 Verfolgern ins Ziel. Jasch wies als 39. einen Rückstand von 51 Sekunden gegenüber dem Sieger Mauro Schmid (Jayco - AlUla) auf. “Ich war zwischen Gruppe eins und zwei. Ich kann mit mir zufrieden sein, wenn man aber mit der Ambition zu gewinnen herkommt, ist das trotzdem enttäuschend“, resümierte er nach seinem ersten außereuropäischen Rennen.

Weite Straßen

Und das war anders als das, was er gewohnt war. “Die Straßen sind sehr weit. Man hat immer Zeit und Platz, um irgendwie nach vorn zu kommen. In Europa sind die Straßen manchmal sehr eng. Wenn du nicht vorn bist, bist du nicht vorn. Das passiert dir hier nie, denn da kommt immer noch mal gefühlt eine Autobahn, so dass man nach vorn kommen kann“, erläuterte er.

Auf diesen weiten Straßen verschwand Jasch dann kurz nach dem Zieleinlauf. Als alle seine Teamkollegen und auch die anderen Fahrer direkt zu den Teamfahrzeugen aufbrachen, drehte der Tudor-Gastfahrer noch eine Extrarunde. “Ich mag es nicht so, mit fiesen Laktatbeinen ins Auto zu steigen. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Junior gelernt habe, dass ich ausfahren muss. Das ist so tief im Kopf verankert, dass ich mich nicht gut fühle, wenn ich es nicht mache“, erklärte er.

Schon am Start dachte Jasch an gute Rehydratation. | Foto: Kevin Kempf

Dass im Radsport zu selten ans "Cooling-down" gedacht wird, ist nicht nur für den ehemaligen Eisschnellläufer überraschend, wobei er zumindest eine Teil-Erklärung liefern konnte: “Wenn man den letzten Berg schon ruhig fahren kann, ist das etwas anderes, als wenn man mit Vollsprint zum Ziel fährt.“

Vom Eintagesrennen direkt zur Rundfahrt

So kann Jasch mit gut runtergekühlten Muskeln nahtlos den Übergang von seinem zweiten 1.Pro-Rennen zu seiner vierten 2.Pro-Rundfahrt bewältigen. Viel ändern wird sich dabei nicht, denn die gesamte Woche bleiben die Teams in ein und demselben Hotel. Und da wird erst zu späterer Stunde an den nächsten Wettkampf gedacht. “Heute war das erste Rennen und heute Abend reden wir über das zweite“, so Jasch.

Die 1. Etappe der 15. Oman-Rundfahrt ist auf dem Papier eins für die Sprinter, der schwerste Anstieg steht direkt nach dem Start auf dem Menü. “Wir sind den Berg heute auch schon gefahren. Wenn man richtig schnell rüberfährt, ist er hart. Heute sind wir entspannt rübergefahren, wenn das morgen auch so kommt, gehe ich davon aus, dass es zum Sprint kommt.“, wagte Jasch doch einen kleinen Vorausblick.

Teil 1 - “Welpenschutz“ und “gleichwertige Aufgaben“
Teil 3 - “Gespür dafür“ und “Ahhhhhh!“
Teil 4 - “Über Kreuz schauen“ und “aufrauchen“
Teil 5 - Glätte und Gesichtswunden
Teil 6 - Immer geradeaus und Busersatzverkehr
Teil 7 - “Früh aufgestellt“ und “Sechstageamstückrennen“

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