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27.02.2026 | (rsn) – Während die Straßensaison bereits in vollem Gange ist, beginnt für viele Fans mit dem 81. Omloop Nieuwsblad (1.UWT) die schönste Zeit des Radsportjahres. Alljährlich kommt es am letzten Februarwochenende zum ersten Kräftemessen der weltbesten Klassikerfahrer; und immer wieder aufs Neue bietet der Saisonauftakt in Belgien eine Fülle an Spekulationen über den möglichen Verlauf und Ausgang des Rennens.
Die 207 Kilometer zwischen Gent und Ninove werfen eine Reihe an Fragen auf, RSN hat sich den wichtigsten angenommen.
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Das leicht veränderte Streckenprofil macht diese zwei Szenarien möglich. Und beim Blick auf die Startliste liegt auch die Vermutung nahe, dass ein Großteil der favorisierten Teams für jeglichen Verlauf des Rennes gewappnet sein und nicht nur auf eine Karte setzen möchte. So tritt Visma – Lease a Bike mit Christoph Laporte und Sprint-As Matthew Brennan an, derweil die einstige “Klassikermacht“ Soudal – Quick-Step versucht, mit Dylan van Baarle und dem endschnellen Paul Magnier an die Frühjahrserfolge vergangener Jahre anzuknüpfen.
Sollte Plan A mit Mathieu van der Poel nicht zünden, möchte Top-Sprinter Jasper Philipsen endlich seinen ersten Omloop gewinnen | Foto: Cor Vos
Mit der kurzfristigen Entscheidung Mathieu van der Poels, sein Debüt beim Omloop zu geben, wird der Rennverlauf – zumindest auf den finalen 60 Kilometern - erwartbarer. Der achtmalige Cross-Weltmeister wird kaum bis wenige hundert Meter vor der Ziellinie warten wollen, um seinen ersten Sieg in dieser Saison einzufahren. Mit Sprinter Jasper Philipsen hat Alpecin – Premier Tech eine zweite Option, falls es in Ninove zum Sprint aus einer größeren Gruppe heraus kommen sollte.
Sollte van der Poel an einem der letzten Anstiege an einer Tempoverschärfung interessiert sein, spricht viel für eine Entscheidung aus einer kleineren Fluchtgruppe oder gar eine Soloankunft des Niederländers. Andere tempoharte Fahrer wie Tom Pidcock (Q36.5), Nils Politt, Tim Wellens, Florian Vermeersch (alle UAE – Emirates – XRG), Stefan Küng (Tudor) oder Kasper Asgreen (EF Education – EasyPost) werden es kaum auf ein Sprintfinale ankommen lassen wollen.
Die Überraschung war groß, als Visma - Lease a Bike am Freitag bekannt geben musste, dass Wout van Aert krankheitsbedingt für den Start der Frühjahresklassiker ausfallen würde. Allerdings ist das kein dramatischer Rückschlag für das Team, das in den letzten drei Jahren den Omloop-Sieger stellte, wie der Sportliche Leiter Grischa Niermann Wielerflits gegenüber erklärte.
“Natürlich ist es nervig, dass wir Wout nicht dabeihaben, aber wir gehen ja deshalb nicht kopflos ins Rennen“, relativierte er den Ausfall des Belgiers. “Und die Tatsache, dass Mathieu van der Poel nun dabei ist, wird das Renngeschehen nochmals verändern. Die Rolle des Favoriten liegt jetzt noch mehr bei Alpecin – aber ich glaube nicht, dass, auch wenn wir Matthew Brennan dabeihaben, wir versuchen werden, alles für den Sprint zusammenzuhalten“, deutete Niermann an, dass Laporte den Ausfall des Kaptiäns kompensieren könnte.
Nach einem verkorksten Jahr 2025 fühlt sich Christophe Laporte bereit, wieder anzugreifen | Foto: Cor Vos
Der Franzose, der aufgrund einer hartnäckigen Virusinfektion in der Saison 2025 lange ausgefallen war, muss nun in die Bresche springen. Der 33-jährige ist mit ähnlichen Qualitäten wie Van Aert ausgestattet und hat mit seinen Erfolgen bei Dwars door Vlaanderen und Gent-Wevelgem im Jahr 2023 bewiesen, wie sehr ihm die belgischen Frühjahrsrennen liegen. Obwohl Laporte nach einem Sturz die Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) vorzeitig verlassen musste, feierte er einen Saisoneinstand nach Maß, als der dort gleich die Auftaktetappe gewinnen konnte.
Der Europameister von 2023 erwartet einen anderen Rennverlauf als noch vor einigen Jahren, wie er Wielerflits in einem Interview bestätigte. “Es ist schon ein paar Jahre her, dass die besten Fahrer das Rennen sehr früh eröffnet haben. Das haben wir bei den vergangenen beiden Austragungen nicht mehr gesehen“, so Laporte.
Man muss schon einige Jahre zurückschauen, ehe man auf den letzten Omlop-Sieg des Teams von Manager Jurgen Foré stößt. Daniele Ballerini gewann 2021, als er im Sprint aus einer 45-köpfigen Gruppe der Schnellste war. Danach war bei Soudal - Quick-Step sowohl die Rennstrategie als auch der Kader auf das damalige “Wunderkind“ Remco Evenepoel ausgerichtet. Nach dem Abgang Evenepoels zu Red Bull – Bora – hansgrohe hat das Management die Mannschaft umgebaut, ganz nach dem Motto “Zurück zu alter Stärke“.
Mit Jasper Stuyven und Dylan van Baarle wurde erfahrene Klassikerspezialisten an Bord geholt, die Soudal in der ehemaligen Domäne wieder mehr Leben einhauchen sollen. Nach Stuyvens kurzfristigem Ausfall muss nun van Baarle die Kohlen aus dem Feuer holen. Allerdings ist der 33-jährige Niederländer, der den Omloop 2023 schon einmal gewinnen konnte, auch aufgrund von Verletzungen in den beiden vergangenen Jahren den Beweis schuldig geblieben, dass er für Siege bei großen Rennen noch in Frage kommt.
Kann Dylan van Baarle einem Mathieu van der Poel in Top-Form Paroli bieten? | Foto: Cor Vos
Nun will der Paris-Roubaix-Sieger von 2022 nach seinem Wechsel von Visma zum "Wolfpack" aber wieder an sein altes Niveau anknüpfen, wie erWielerflits am Rande der Volta ao Algarve (2.Pro) in einem Interview verriet.
“Ich war nicht krank, hatte keine Verletzungen und ein gutes Trainingslager mit Jasper (Stuyven) auf Teneriffa. Ich hoffe, dass wir mit unserer Präsenz das Team auf die nächste Stufe bringen können. Auf jeden Fall kann man Soudal – Quick-Step wieder in den Finals solcher Rennen erwarten“, zeigte sich van Baarle zuversichtlich, dass seine neue Mannschaft schon beim Openingsweekend ein erstes Ausrufezeichen setzen kann.
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