Vorschau auf die 15. Tour of Oman

Yates der Star beim Mittelteil der Orient-Trilogie

Von Kevin Kempf aus Maskat

Foto zu dem Text "Yates der Star beim Mittelteil der Orient-Trilogie"
Adam Yates (UAE - Emirates - XRG) nach seinem Gesamtsieg 2025 | Foto: Cor Vos

05.02.2026  |  (rsn) – Nach der Saudi Tour (2.Pro) ist vor der Tour of Oman (2.Pro) ist vor der UAE Tour (2.UWT). Seit die inzwischen nicht mehr stattfindende Tour of Qatar 2002 ins Leben gerufen wurde, finden sich die Profiteams zum Saisonbeginn auf der Arabischen Halbinsel ein. Die Rennen dort haben sich in den letzten 24 Jahren aber sehr verändert. In Katar wurde täglich komplett flach durch die Wüste geballert und der Wind zerriss das Peloton immer wieder in seine Einzelteile. Solche Etappen gibt es noch immer, aber in die drei Rundfahrten wurden inzwischen Hügel und Berge eingebaut, sodass die Rennen ausgeglichener sind.

So auch im Oman, wo am Vortag der fünftägigen Rundfahrt die 4. Muscat Classic (1.Pro) veranstaltet wird. Schon dort wird die 3,3 Kilometer lange, kurvenreiche Al Jabal Road mit im Schnitt 8,5 und maximal 10,5 Prozent Steigung einmal bezwungen. Dieses wegen seiner Aussicht auf Maskat beliebte Touristenziel wird auch auf zwei Etappen der Tour of Oman überfahren. Das Eintagesrennen endet rund vier Kilometer nach dem 9,3 Prozent steilen und 1,1 Kilometer langen Anstieg von Al Jissah.

Obwohl das auch bei den ersten drei Austragungen der Fall war, gewann zweimal ein Sprinter im Spurt eines ausgedünnten Feldes. Vor zwei Jahren schlug Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) genau dem ein Schnippchen. Red Bull ist 2026 wie Premierensieger Jenthe Biermans (Cofidis) nicht im Oman, dafür kann der Vorjahresbeste Rick Pluimers (Tudor) versuchen, seinen Titel zu verteidigen.

Eigentlich sind die Teams aber im Oman, um an der ab Samstag stattfindenden Mehretappenfahrt teilzunehmen. Die hat als Prunkstück einen richtigen Berg im Programm, der die Rundfahrt am Mittwoch auf 1204 Metern Höhe abschließt. Der Jabal al Akhdar oder Green Mountain ist sechs Kilometer lang und im Schnitt ganze 9,7 Prozent steil. Damit ist klar, dass am Ende ein echter Bergfahrer auf dem höchsten Podest stehen wird, zumal zuvor eine Hügelankunft an den Ytti Hills und eine weniger schwere Bergankunft am Eastern Mountain geplant sind.

Yates zum Dritten?

Und da springen beim Blick auf die Startliste zwei Namen direkt ins Auge. Zum einen ist da Adam Yates (UAE – Emirates – XRG), der seinen dritten Sieg in Folge feiern möchte. Wenn man seinen Gesamtsieg bei der UAE Tour 2020 dazu nimmt, kann man von einem echten Orient-Experten reden. Der 33-Jährige war schon in Australien am Start. Dort fiel er vor allem als Helfer auf und schlug auf der 2. Etappe bergauf so ein hohes Tempo an, dass nur noch seine Teamkollegen Jay Vine und Jhonatan Narvaez übrigblieben. Yates selbst wurde an diesem Tag Siebter und hat Down Under bewiesen, dass er für die Titelverteidigung im Oman bereit ist. "Ich der der Erste, der sich meldet, wenn es darum geht hier zu starten. Gute Straßen, gutes Wetter, ich mag das Rennen", sagte er auf Pressekonferenz für die anstehenden Rennen. "Der Kurs ist schwer und explosiv und es ist außerdem sehr warm. Es ist hier ein anderer Stil des Rennfahrens, aber der liegt mir gut."

Der andere Kletterstar im Feld des Wettkampfs ist Sepp Kuss (Vima – Lease a Bike). Der Vuelta-Sieger von 2023 ist nicht als Schnellstarter in die Saison bekannt und verbringt die ersten Rennen meistens in Spanien und Portugal. Zweimal wählte der US-Amerikaner mit slowenischen und deutschen Wurzeln einen Saisonstart im Orient, beide Mal schnitt er bei der UAE Tour gut ab. So wurde er 2021 Siebter auf dem Jebel Jais und 16. im Klassement, zwei Jahre später schloss er die Rundfahrt mit zwei Top-Ten-Platzierungen am Berg als Fünfter ab.

Ebenfalls gespannt sein darf man auf Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step). Der Franzose bezwang Yates letztes Jahr am Green Mountain und wurde Gesamtzweiter. Er hat mit Mauri Vansevenant und William Junior Lecerf, der als Zweiter der AlUla Tour 2024 arabische Erfahrung aufweisen kann, zwei weitere starke Kletterer an seiner Seite. Auch einige seiner Landsleute könnten zu beachten sein. Vor allem Groupama – FDJ hat eine Equipe am Start, die sich bergauf beweisen will. In einer breit aufgestellten Mannschaft mit vielen jungen Fahrern könnte der erfahrene Remy Rochas, der gern zum Saisonauftakt und -abschluss glänzt, die Trumpfkarte sein.

Auch Movistar und XDS – Astana sollten mannschaftlich stark auftreten können. Die Spanier kommen mit den Kolumbianern Nairo Quintana, Einer Rubio und dem in Spanien schon starken Youngster Diego Pescador sowie dem ehemaligen Roten Bullen Roger Adria in den Oman. Die Kasachen setzen auf Altstar Diego Ulissi, der das Rennen bereits zweimal unter den besten Fünf abgeschlossen hat, sowie den AlUla-Tour-Zwölften Henok Mulubrhan und den Ecuadorianer Harold Lopez.

Kaum Sprinter und Deutsche in der Wüste

Obwohl das erste und das vierte Teilstück den Sprintern liegen sollte, haben die sich kaum zu einer Reise auf die arabische Halbinsel verleiten lassen. Die Franzosen Bryan Coquard (Cofidis), Sieger beim GP d‘Ouverture (1.1), und Emilien Jeannière (TotalEnergies) führen die kleine Riege der schnellen Männer auf der provisorischen Startliste an. Auch Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG) und Steffen De Schuyteneer (Lotto – Intermarché), hinter Coquard Zweiter in Marseille, dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf einen Tageserfolg machen. Alpecin – Premier Tech schickt mit Gerben Thijssen, Jensen Plowright und Neoprofi Sente Sentjens gleich drei Sprinter ins Rennen und Mulubrhan und Pluimers könnten sowohl auf den flachen als auch an den Ytti Hills zuschlagen.

Deutsche Profis sucht man auf der vorläufigen Startliste vergeblich. Dorthin hat es nur Tudor Gastfahrer Lennart Jasch geschafft. Mit Mauro Schmid (Jayco – AlUla) startet ein Schweizer mit Klassementambitionen. Der Eidgenosse hat mit Luke Plapp und Paul Double zwei weitere gute Kletterer im Team.

Die Etappen

Das Streckenprofil der Muscat Classic | Foto: Veranstalter

Das Streckenprofil der 1. Etappe der Tour of Oman | Foto: Veranstalter

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Tour of Oman | Foto: Veranstalter

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour of Oman | Foto: Veranstalter

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Tour of Oman | Foto: Veranstalter

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour of Oman | Foto: Veranstalter

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