Auch im U23-Straßenrennen nicht mit voller Kraft

Lippert-Vertretung Czapla kränkelte bei Mixed-Staffel selbst

Von Felix Mattis aus Kigali

Foto zu dem Text "Lippert-Vertretung Czapla kränkelte bei Mixed-Staffel selbst"
Justyna Czapla bei der Teamvorstellung vor dem U23-Straßenrennen bei der WM in Kigali. | Foto: Cor Vos

25.09.2025  |  (rsn) – Für Justyna Czapla ist die Weltmeisterschaft von Ruanda nach ihrem starken Einzelzeitfahren, wo sie am Montag den siebten Platz belegt hatte, zu einer unangenehmen Angelegenheit geworden. Die 21-Jährige vom Team Canyon – SRAM – zondacrypto sprang am Mittwoch in der Mixed Staffel für die mit Magen-Darm-Problemen kämpfende Liane Lippert ein, obwohl sie selbst auch kränkelte. Das bestätigte Czapla radsport-news.com am Donnerstag nach dem U23-Straßenrennen, das sie auf Rang 16 beendete.

"Ich muss sagen ich bin mit mir nicht so ganz zufrieden. Ich hätte mir schon etwas mehr erhofft", sagte Czapla mit Blick auf das Ergebnis nach 119,3 Kilometern und fügte dann an: "Aber ich kränkle auch ein bisschen. Ich habe in der vorletzten Nacht angefangen, mich krank zu fühlen und dann ging es mir gestern wirklich gar nicht gut. Aber ich musste auch noch das Mixed Relay fahren, weil Liane ausgefallen ist. Das war alles nicht optimal. Heute ging's mir wieder besser, aber auch nicht supergut."

In der Staffel war Czapla schon nach wenigen Kilometern zurückgefallen, weil sie anfangs des ersten Anstiegs zur Cote de Nyanza das Tempo von Antonia Niedermaier und Franziska Koch nicht mehr mitgehen konnte. Später im Ziel, das sie dann abgeschlagen allein erreichte, war sie schwer enttäuscht und zunächst schien es, als sei sie von ihrem Spontanauftritt in der Disziplin, in der die deutsche Mannschaft eine Medaille angepeilt hatte, überwältigt gewesen.

"Justyna war sicher etwas überfordert, weil sie auch so kurzfristig ins Team kam", wurde Bundestrainer André Korff anschließend in der Pressemitteilung von German Cycling zitiert. Tatsächlich aber war das wohl nicht die ganze Geschichte.

Auf die Frage, wie mental anspruchsvoll der Start für sie war, antwortete Czapla RSN nun am Donnerstag rückblickend: "Es war für mich sehr, sehr schwer gestern. Ich hatte nicht so wirklich die Motivation, weil ich selbst krank war und es mir wirklich gar nicht gut ging. Aber ich hatte irgendwie keine andere Wahl. Ich bin dann gestartet und dann ging's auch, dann habe ich mich schon gefreut, mit den Mädels am Start zu sein. Aber schon als wir losgefahren sind habe ich schnell gemerkt, dass nichts geht, dass die Beine nichts hergeben. Dann bin ich am Berg abgefallen."

Am Donnerstag ging es ihr zwar wieder etwas besser. Doch ihre ganze Leistungsfähigkeit konnte Czapla wohl auch da noch nicht wieder abrufen. Sie fuhr zwar ein sehr aufmerksames Rennen, war auf den ersten sieben Runden immer auf Ballhöhe bei den Mitfavoritinnen in den ersten Positionen auf dem schweren Kopfsteinpflasteranstieg von Kimihurura. Doch im Finale gingen ihr die Kräfte aus.

"Der 16. Platz ist dafür schon okay, aber generell habe ich mir schon von der ganzen WM ein bisschen mehr erhofft", sagte sie schließlich, denn schon nach dem Zeitfahren war sie mit Platz sieben nicht ganz glücklich gewesen.

Nächste Station: Europameisterschaften

Nun geht es am Wochenende aus Afrika zurück nach Europa und direkt vom Brüsseler Flughafen weiter nach Frankreich zu den Europameisterschaften, die in der kommenden Woche in der Region Drome/Ardeche stattfinden. Dort ist der Straßenkurs von den nackten Zahlen her etwas leichter, als der in Kigali. 85,7 Kilometer sind es nur, mit 1.536 Höhenmetern. Bei der WM waren es 119,3 Kilometer mit 2.435 Höhenmetern. Doch nach etwas mehr als der Rennhälfte geht es in Frankreich einen rund acht Kilometer langen Anstieg nach Saint-Romain-de-Lerps hinauf.

Das spricht dafür, dass Czapla dort erneut die deutsche Hoffnungsträgerin sein wird. "Mit Justyna haben wir eine, die an den langen Bergen echt stark ist. Ich denke die Top 10 sind dort das Minimalziel", meinte jedenfalls die WM-Zehnte Linda Riedmann nun in Kigali bereits.

Mehr Informationen zu diesem Thema

18.11.2025Aserischer Nachwuchsfahrer positiv auf “Crystal Meth“

(rsn) – Der Radsportweltverband UCI hat Nachwuchsfahrer Artyom Proskuryakov vorläufig suspendiert. Grund ist nach Angaben der UCI eine positive Dopingprobe, die der 18-jährige Aserbaidschaner bei

12.11.2025Tour du Rwanda ab 2027 mit WorldTour-Status?

(rsn) – Der Radsportweltverband UCI hat trotz der Kritik an der WM-Vergabe an ein autokratisch regiertes Land die vergangene Straßen-Weltmeisterschaften sowohl aus sportlicher als auch aus organisa

30.09.2025Keine Medaille in Ruanda: German Cycling muss umdenken

(rsn) – Ohne eine einzige Medaille ist German Cycling von den Straßen-Weltmeisterschaften in Ruanda abgereist. Seit der Wiedervereinigung ist der deutsche Straßenradsport nur in einem einzigen Jah

29.09.2025Saison für Van Wilder nach Sturz im WM-Straßenrennen beendet

(rsn) – Er wird letztlich nicht entscheidend für die Vergabe von Gold und Silber gewesen sein, doch der Ausfall von Ilan Van Wilder als mutmaßlich wichtigstem Helfer von Remco Evenepoel war schon

29.09.2025Pogacars Rekordjagd geht weiter: “Durchhalten ist die einzige Option“

(rsn) – Es war eine schnelle Nummer. Das Rennen an sich einerseits. Knapp 270 Kilometer mit 5500 Höhenmetern. 6:21 Stunden benötigte Weltmeister Tadej Pogacar dafür. Trotz enormer Länge und Höh

29.09.2025Healy fuhr mit einem speziellen Rennanzug aufs WM-Podium

(rsn) – “Es ist ein besonderes Bild“, sagte Ben Healy. Da kam er gerade von der Siegerehrung am Convention Center von Kigali und war auf dem Weg zur Pressekonferenz. “Viele der Großen sind da

28.09.2025Ayuso bleibt am längsten Berg als einziger an Pogacar dran

(rsn) – Juan Ayuso hat es am Mont Kigali 104 Kilometer vor dem Ziel des WM-Straßenrennens als einziger Fahrer geschafft, direkt am Hinterrad von Tadej Pogacar zu bleiben und mit ihm die Abfahrt in

28.09.2025Skujins glänzt auch in Kigali: “Habe Gewichtsklasse 70+ gewonnen“

(rsn) – Toms Skujins hat bei den Weltmeisterschaften in Ruanda einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er wohl einer der unterschätztesten Fahrer im gesamten Peloton ist. Der Lette wurde nach Platz

28.09.2025Sattel-Drama kostet Evenepoel die Chance aufs WM-Double

(rsn) – Remco Evenepoel war am Boden zerstört. Im Ziel des WM-Straßenrennens von Kigali setzte sich der Belgier an die Bande und blickte minutenlang schwer enttäuscht nach unten. Es dauerte, bis

28.09.2025Hirschi schon 90 Kilometer vor dem Ziel im “Überlebenskampf“

(rsn) – Für die Schweiz sind am Sonntag ziemlich erfolgreiche Weltmeisterschaften zu Ende gegangen. Vier Medaillen – ein Mal Gold, ein Mal Silber und zwei Mal Bronze – nehmen die Eidgenossen mi

28.09.2025Roglic: “Bin glücklich, dass ich das Rennen beendet habe“

(rsn) – Der alte und neue Weltmeister Tadej Pogacar aus Slowenien kann offensichtlich nicht anders, als die internationale Konkurrenz durch lange Solo-Ritte bei Welttitelkämpfen zu düpieren. Ähnl

28.09.2025Highlight-Video des WM-Straßenrennens der Männer

(rsn) – Tadej Pogacar hat seinen WM-Titel aus Zürich mit einem 67-Kilometer langen Solo in Kigali verteidigt. Der Slowene eröffnete 104 Kilometer vor dem Ziel am Mont Kigali das Finale und ließ d

Weitere Radsportnachrichten

11.03.2026Ayuso strahlt in Gelb: “Gibt Selbstvertrauen auch für Barcelona“

(rsn) – Den Sieg hat Lidl – Trek im 23,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT) zwar um 2,5 Sekunden verpasst, trotzdem aber gab es im Lager des deutschen

10.03.2026Ciccone: Positionierung kostete Anschluss an van der Poel und Co.

(rsn) – Nach dem fulminanten Auftakt mit einem dritten und einem fünften Platz durch Max Walscheid und Jonathan Milan im topfebenen Einzelzeitfahren von Lido di Camaiore auf der 1. Etappe, hat der

10.03.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

10.03.2026Perfekt auf Schotter: Pellizzari in bestechender Frühform

(rsn) – Nach einer soliden Vorstellung kam Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico in der ersten Verfolgergruppe 17 Sekunden hinter Tagessieger Mathie

10.03.2026Highlight-Video der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico

(rsn) – Der routinierte Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat bei Tirreno-Adriatico die beiden Youngster Gesamtführende Isaac Del Toro (UAE Emirates – XRG) und Giulio Pellizzari (Re

10.03.2026Ineos im Teamzeitfahren knapp vor Lidl - Trek, Ayuso in Gelb

(rsn) – Es war enger als erwartet, doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn. Ineos Grenadiers hat das Mannschaftzeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza für sich entschieden – es war d

10.03.2026Van der Poel schlägt im Bergaufsprint die junge Garde

(rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat die 2. Etappe von Tirreno – Adriatico (2.UWT) gewonnen. Nach 206 Kilometern von Camaiore nach San Gimignano war er im Dreiersprint berga

10.03.2026ASO zum Paris-Nizza-Auftakt: “Keine negativen Reaktionen erhalten“

(rsn) – Nach der 1. Etappe von Paris-Nizza hatte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) deutliche Kritik an der Strecke geäußert. “Ich fand die Route heute nicht besonders gut. Es war eines W

10.03.2026Van der Poel würde gerne zu Strade Bianche zurückkehren

(rsn) – Obwohl auch die diesjährige Strade Bianche mit ihren mehr als 3.500 Höhenmetern wieder extrem schwer und damit eine Angelegenheit für Kletterer wie den mittlerweile viermaligen Sieger Tad

10.03.2026“Doppelagentin” Klöser: “Sehe mich als eine der Top-Fahrerinnen“

(rsn) - Die Deutsche Gravelmeisterin Rosa Maria Klöser (Canyon - SRAM - zondacrypto) bezeichnet sich immer noch als Newcomerin im Radsport. Und das trotz prestigeträchtiger Erfolge wie dem Gewinn d

10.03.2026Fernduell zwischen Decathlon und UAE um Jungstar Seixas

(rsn) - Paul Seixas hat nach nicht erst seit seinem sensationellen Saisonstart offenbar das Interesse des weltbesten Teams geweckt. Wie Wielerflits berichtet, arbeite UAE – Emirates – XRG “hinte

10.03.2026Pedersen zu Mailand-Sanremo Start: “Wird schwierig“

(rsn) – Mehr als einen Monat nach seinem Sturz zum Auftakt der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) ist fraglich, ob Mads Pedersen (Lidl – Trek) rechtzeitig bei Mailand-Sanremo (21. März) am Start stehen w