US-Amerikanerin mit politischer Botschaft

Dygert bekennt sich zu ermordetem Influencer Kirk

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Dygert bekennt sich zu ermordetem Influencer Kirk"
Chloe Dygert (Canyon - SRAM - zondacrypto) bei der Zeitfahr-Weltmeisterschaft in Kigali | Foto: Cor Vos

25.09.2025  |  (rsn) - Dass auch der Radsport nicht unpolitisch ist, wurde spätestens bei den Protesten gegen das Team Israel - Premier Tech während der Vuelta a Espana wieder ins Bewusstsein gerufen. Nun hat sich Chloe Dygert (Canyon - SRAM - zondacrypto) bei der Zeitfahrweltmeisterschaft in Kigali offensichtlich politisch positioniert. "Ich stehe für die Wahrheit. Ich stehe an der Seite von Charlie Kirk", stand auf einem Aufkleber, den sie seitlich auf beiden Seiten an der Gabel ihres Zeitfahrrads angebracht hatte.

Mit ihrem Statement unterstrich die US-Amerikanerin ihre politische Nähe zu dem rechtsextremen Influencer, der im September bei einem Attentat getötet wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass Dygert ihre politische Orientierung durchblicken lässt.

2020 räumte sie noch Fehlverhalten ein, nachdem sie zuvor rassistische Bemerkungen auf Social Media mit ‘Likes‘ versehen hatte. "Ich entschuldige mich bei allen, die sich durch mein Verhalten in den Sozialen Medien verletzt oder beleidigt fühlten. Radsport sollte für alle sein, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Herkunft", schrieb sie damals. Folgen hatte das Ganze damals nicht.

Diesmal könnte es für sie weniger glimpflich ausgehen. Der UCI-Ethikcode legt nämlich Folgendes fest: "Im Umgang mit Regierungsinstitutionen, nationalen und internationalen Organisationen, Verbänden und Gruppierungen müssen Personen, die an den Code gebunden sind, politisch neutral bleiben, im Einklang mit den Grundsätzen und Zielen der UCI, wann immer sie sich im Namen der Organisation, die sie vertreten, äußern."

Und weiter: "Personen, die an den Code gebunden sind, dürfen keine Handlungen vornehmen, keine herabwürdigenden Äußerungen tätigen oder andere Mittel einsetzen, die die Menschenwürde einer Person oder einer Gruppe von Personen verletzen, sei es aus Gründen der Hautfarbe, der Rasse, der Religion, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der politischen Meinung, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder aus anderen Gründen, die der Menschenwürde zuwiderlaufen", heißt es im Ethikcode weiter.

Ob das Bekenntnis zu Kirk ein Verstoß gegen diesen Code darstellt, darüber dürfte nun wohl die Ethikkommission der UCI beraten. Noch allerdings haben sich zu dem Vorfall weder der US-Verband noch die UCI geäußert.

Zoom auf den Aufkleber auf Chloe Dygerts Canyon-Zeitfahrmaschine. | Foto: Cor Vos

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