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25.09.2025 | (rsn) – Bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Ruandas Hauptstadt Kigali ist am Donnerstag Geschichte geschrieben worden: Erstmals ließ die UCI eine U23-Straßenweltmeisterin in einem eigenständigen Rennen separiert vom Wettkampf der Elite-Frauen ermitteln. Das nur dreiköpfige deutsche Team konnte dabei zwar keine Medaille erringen, fuhr aber ein starkes Rennen und belegte in der Endabrechnung mit Linda Riedmann, Justyna Czapla und Selma Lantzsch in dieser Reihenfolge die Plätze zehn, 16 und 18.
"Ich denke wir können damit zufrieden sein", sagte Riedmann im Ziel zu radspot-news.com. "Eine Runde vor Schluss, als wir nur noch zu sechst oder siebt da oben rausgefahren sind, habe ich schon vielleicht von etwas mehr geträumt. Aber als wir dann das letzte Mal in den Berg reingefahren sind, war ich echt am Limit. Sie waren einfach einen Tick zu schnell für mich und deswegen müssen wir mit den Top 10 am Ende zufrieden sein."
Riedmann hatte im Einzelzeitfahren am Montag mit Magenproblemen zu kämpfen gehabt und deshalb nicht ihre Leistung abrufen können, kam nicht über Platz 29 hinaus. Im Straßenrennen nun schien sie aber wieder voll hergestellt und fuhr gemeinsam mit Czapla und Lantzsch ein von Beginn an aufmerksames Rennen. ___STEADY_PAYWALL___
Das Straßenrennen der U23-Frauen war in Kigali erstmals ein eigenständiges Event bei einer WM. | Foto: Cor Vos
Sie waren im schweren Anstieg über das Kopfsteinpflaster von Kimihurura hinauf zur Zielpassage Runde für Runde gut positioniert, ohne aber selbst Führungsarbeit zu leisten. Als attackiert wurde, waren sie hellwach – einmal sprang Riedmann mit, einmal Czapla, doch beide Kleingruppen wurden schnell wieder gestellt.
"Wir sind als Team echt stark zusammengefahren, waren sehr aktiv und hatten immer ein Auge auf Attacken", befand Czapla, die mit sich persönlich nach dem Rennen trotzdem nicht zufrieden war. Nach Platz sieben im Einzelzeitfahren am Montag und Rang fünf mit der Mixed-Staffel am Mittwoch, in die sie aufgrund des Ausfalls von Liane Lippert kurzfristig nachberufen wurde, kam sie jetzt als 16. am Convention Center an.
"Ich hätte mir schon etwas mehr erhofft", sagte Czapla, verriet dann aber auch, dass sie sich seit der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch etwas krank fühle. "Gestern ging es mir dann wirklich gar nicht gut", so die 21-Jährige, die dennoch in der Staffel Lippert ersetzte. Am Donnerstag nun sei es ihr wieder besser gegangen, "aber auch nicht supergut. Der 16. Platz ist dafür schon okay, aber generell habe ich mir von der ganzen WM ein bisschen mehr erhofft."
Während Czapla mit Einzelzeitfahren, Mixed und Straßenrennen innerhalb von vier Tagen drei Rennen bestritt, bestand die WM in Ruanda für Lantzsch nur aus dem Massenstart-Event am Donnerstag. Das begann dann denkbar schlecht: Schon in der ersten Runde riss der 22-Jährigen die Kette. Anschließend aber biss sie sich im Feld fest und saß auch in der Schlussrunde noch in dem rund 25-köpfigen Hauptfeld, aus dem heraus die Schwedin Stina Kagevi zwölf Kilometer vor dem Ziel ein Solo startete.
Dass in diesem Moment keine der drei Deutschen sofort reagierte und mit der zeitfahrstarken Skandinavierin mitsprang, könnte als einziger Moment der Unaufmerksamkeit interpretiert werden. Denn danach war das Trio neben den drei Französinnen das noch am besten vertretene Team und theoretisch in der 'Verfolgungsverpflichtung'.
Weil niemand die Jagd auf die Schwedin zunächst richtig konsequent aufnahm, fuhr die bis zu 50 Sekunden Vorsprung heraus, doch auf den im Schnitt acht Prozent steilen 800 Metern am Golfplatz, dem ersten der beiden Anstiege des Rundkurses, wurde Kagevi aber wieder eingeholt, als die späteren Medaillengewinnerinnen Célia Gery, Viktoria Chladonova und Paula Blasi dort schon unterstrichen, dass sie bergauf die Stärksten waren.
"Als sie (Kagevi) gegangen ist, dachte ich mir auch: Oh, das könnte gefährlich werden! Denn es war nicht mehr weit zum Ziel. Das war schon riskant. Aber ich war mir sicher, dass die anderen Teams die Lücke auch zufahren wollen, weil alle gewinnen wollen", schilderte Czapla die Situation und Riedmann ergänzte:
"Wir haben schon besprochen, dass wir eigentlich auch in der Pflicht sind, dann nachzuführen. Aber dann haben andere Teams angefangen, das zu machen und am Ende auch nochmal die Französinnen. Deswegen haben wir lieber unsere Körner gespart und das war auch echt gut, weil so konnte mir Selma am letzten Anstieg auch nochmal helfen, bei der Gruppe dabei zu sein. Ich denke wir haben das schon richtig gemacht."
Für Riedmann lief es während des Rennens im Nachhinein vielleicht sogar etwas zu gut. Denn nach dem Rennen gab sie zu, dass sie sich von der vorletzten Passage des Kimihurura-Kopfsteinpflaster-Anstiegs dazu hatte verleiten lassen, anschließend auf der Schlussrunde nicht einen ähnlichen Vorstoß wie Kagevi zu wagen, der sie möglicherweise mit Vorsprung in die steile untere Rampe des Pflasters hätte bringen und so oben heraus mit den Besten rauskommen lassen können.
"Ich hatte eigentlich am meisten Respekt vor dem Kopfsteinpflasteranstieg und habe deshalb im Vorfeld schon überlegt, vielleicht in einem günstigen Moment zu attackieren. Aber als ich dann eine Runde vor Schluss in der Spitzengruppe mit drüber gekommen bin, habe ich mehr Vertrauen gewonnen und gedacht: Vielleicht kann ich mich da drüber kämpfen! Und dann, denke ich, dass mir die letzten 500 Meter eigentlich recht gut gelegen hätten. Aber in der letzten Runde war ich dann am Limit und da ging einfach nichts mehr."
Das deutsche U23-Team mit Selma Lantzsch, Linda Riedmann und Justyna Czapla (von links) bekommt bei der EM in der kommenden Woche noch Verstärkung von drei weiteren Fahrerinnen. | Foto: Cor Vos
Am Samstag werden die U23-Frauen den Heimflug nach Europa antreten. Dann aber nicht direkt nach Deutschland, sondern von Brüssel aus mit dem TGV nach Frankreich weiterreisen. Dort nämlich steht in der nächsten Woche bereits die Europameisterschaft auf dem Programm, die Czapla, Lantzsch und Riedmann ebenfalls bestreiten werden.
"Da sind wir aber nicht zu dritt, sondern zu sechst und vielleicht können wir das dann auch ein bisschen mehr ausspielen", blickte Riedmann schon voraus auf ein Rennen mit zwar weniger Höhenmetern, dafür aber längeren Anstiegen. "Mit Justyna haben wir eine, die an den langen Bergen echt stark ist. Ich denke die Top 10 sind dort das Minimalziel", kündigte sie an.
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