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01.12.2024 | (rsn) – Nachdem Fem van Empel (Visma – Lease a Bike) das letzte Wochenende mit zwei deutlichen Siegen dominiert hatte, schlug Lucinda Brand (Baloise – Trek Lions) beim zweiten Cross-Weltcup der Saison zurück. In Dublin war die Niederländische Meisterin deutlich stärker als die Weltmeisterin, der sie nicht nur 24 Sekunden, sondern auch die Weltcup-Führung abnahm. Das Podium in der irischen Hauptstadt komplettierte die Britin Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM) vor der Niederländerin Inge van der Heijden (Crelan – Corendon) und der Ungarin Kata Blanka Vas (beide SD Worx - Protime).
Nach ihrem Sieg bei der X2O Trofee in Lokeren hatte Brand viermal in Folge den zweiten Rang belegt, in Irland klappte es endlich mit dem vierten Saisonerfolg. “Das ist ein großer Sieg und ich freue mich sehr. Ich habe mich sehr stark gefühlt“, sagte die 35-Jährige im Zielinterview. Dabei hatte sie ihr Rennen alles andere als ideal begonnen. “Ich bin in der ersten Runde ein wenig hängen geblieben. Aber ich kam schnell wieder nach vorn und wusste, dass ich gute Beine hatte“, so Brand, die in der Folge dann auch vom Pech ihrer ärgsten Rivalin profitierte.
“Fem hatte einen Platten. Es ist vielleicht nicht so nett, davon zu profitieren, aber ich musste es einfach versuchen. Sie war aber stark und kam wieder heran“, blickte die Südholländerin zurück. Dass van Empel anschließend im Sand an ihrem Hinterrad einen Fehler unterlief, hatte Brand nicht richtig mitbekommen. “Ich weiß nicht genau, was passierte, aber sie hat Zeit verloren. Und dann war ich die Stärkere", sagte die Vorjahressiegerin, die im vergangenen Jahr in Dublin die diesmal fehlende Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin - Deceuninck) hinter sich gelassen hatte.
Van Empel hatte zuletzt viermal in Serie gewonnen und handelte sich erstmals seit dem Weltcup in Gavere Ende Dezember des letzten Jahres wieder einen Rückstand von mehr als 20 Sekunden ein. “Lucinda war sehr stark, ich kann mir nichts vorwerfen“, resümierte die 22-Jährige. “Ich hatte nicht die Beine, sie wieder einzuholen. Die Reifenwahl hat wohl auch nicht den Unterschied gemacht. Mein Reifendruck war zwar nicht in Ordnung, aber so kleine Details haben heute nicht den Unterschied gemacht“, so van Empel weiter.
Deutsche Teilnehmerinnen waren nicht im Rennen dabei. Judith Krahl (Heizomat – Herrmann) stand zwar auf der Startliste, reiste aber nicht nach Irland an, da sie “nach dem Desaster-Ergebnis“ von Antwerpen krank geworden war und “Dublin für Training getauscht“ hatte, wie sie RSN berichtete. Ihre niederländische Teamkollegin Jamie de Beer wurde 18., die Luxemburgische Meisterin Marie Schreiber (SD Worx – Protime) war zuvor als Siebte ins Ziel gekommen.
In der Gesamtwertung führt nach zwei von zwölf Rennen nun Brand vor der punktgleichen van Empel, die nicht beim nächsten Lauf antreten wird. Der wird am 8. Dezember in Cabras auf Sardinien ausgetragen.
Während Brand beim Start Probleme hatte und deswegen um die Position zehn herum ins Gelände einbog, machte van Empel direkt Druck. Sie setzte sich einige Sekunden ab, wurde dann aber wieder eingeholt und verlor sogar mehrere Positionen. Das lag an einem Defekt, den sie allerdings verbergen konnte. Nach ihrem Radwechsel lag sie fünf Sekunden hinter einer fünfköpfigen Spitzengruppe, die eingangs der zweiten von sechs Runden von der nach vorn gefahrenen Brand angeführt wurde.
Die frühere Weltmeisterin setzte sich hier von ihren Begleiterinnen Marie Schreiber, Vas (beide SD Worx - Protime), Bäckstedt und van der Heijden ab. Kurz darauf gesellten sich van Empel und Annemarie Worst (Reds) dazu. Das Verfolgersextett überquerte das nächste Mal die Ziellinie sieben Sekunden hinter der Niederländischen Meisterin.
Als die Weltmeisterin zur Verfolgung blies, fiel das SD-Worx-Duo zurück und der Vorsprung der Spitzenreiterin schmolz in der irischen Herbstsonne schnell dahin. Die letzten drei Sekunden fuhr van Empel solo zu. Im Sand erlaubte sie sich kurz danach allerdings einen Fehler, wodurch sie den Großteil der Passage zu Fuß zurücklegen und Brand erneut hinterherfahren musste. Ihre Begleiterinnen schüttelte van Empel wieder ab, ihren Rückstand gegenüber Brand konnte sie aber nicht verkleinern. Eingangs der vierten Runde lag sie 13 Sekunden hinten.
Auch danach bestätigte sich der Eindruck, dass Brand die stärkste Frau auf dem Parcours war. Die vorletzte Runde nahm sie 22 Sekunden vor van Empel in Angriff. Bäckstedt, van der Heijden und Worst stritten sich weiter um den dritten Rang. Die Reds-Fahrerin fiel anschließend mit einem Schaltungsdefekt zurück und rettete sich mit einem Riesengang in die Materialzone.
Als die Gocke wurde für Brand geläutet wurde, hatte sie 30 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsfrau. Bäckstedt und van der Heijden folgten mit 1:06 Minuten Rückstand und wurden von Vas und Worst gejagt. Während die ersten beiden Positionen feststanden, setzte die Britin ihre niederländische Konkurrentin im Finale unter Druck. Die leistete sich kleinere Fehler und verlor so den Anschluss und den Kampf um Rang drei.
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