Heißer Vierkampf beim Weltcup in Hulst

Pieterse muss nach Fehler in der Schlussrunde noch zittern

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Pieterse muss nach Fehler in der Schlussrunde noch zittern"
Puck Pieterse (Alpecin - Deceuninck) hat den Weltcup in Hulst gewonnen. | Foto: Cor Vos

30.12.2023  |  (rsn) – Auch der elfte Cross-Weltcup dieser Saison endete mit einem niederländischen Sieg. Puck Pieterse (Fenix – Deceuninck) feierte in Hulst ihren zweiten Weltcuperfolg des Jahres und verwies nach einer sehr spannenden Schlussphase ihre Landsfrauen Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Deceuninck), Lucinda Brand (Trek Baloise Lions) und Fem van Empel (Jumbo – Visma) auf die Plätze.

Nach einem dominanten Beginn von Pieterse, die schon in der ersten Runde allen davonfuhr, sah es nach einem klaren Start-Ziel-Sieg für die 21-Jährige aus, doch nach einem Fehler gelang Alvarado noch einmal der Anschluss, aber einen Weg vorbei an ihrer Teamkollegin fand die Weltcup-Gesamtführende bis zur Ziellinie nicht mehr.

"Das ganze Rennen hatte ich einen kleinen Vorsprung", berichtete Pieterse im Ziel. Der betrug trotz drei identisch schneller Runden zu Beginn, als Pieterse wie ein Chronometer den Kurs abarbeitete, nie mehr als 15 Sekunden. Nachdem ihre drei größten Kontrahentinnen dahinter zusammenschlossen, machten sie Jagd auf die Spitzenreiterin.

Nach dem Fehler war Pieterses Vorsprung weg

Geschenke untereinander verteilten sie aber nicht. So fiel Weltmeisterin van Empel nach einem Sturz zurück, weil sie in einer Abfahrt auf das Hinterrad von Brand auffuhr. Dadurch verlor sie den Anschluss an ihre Kontrahentinnen und jagte wenige Sekunden hinter ihnen her. "Das war schon ein richtig harter Kampf", erinnerte sich Brand, die mit Alvarado gut zusammenarbeitete, um die Lücke nach vorne kleiner werden zu lassen. Ein Fehler von Pieterse in der Schlussrunde öffnete das Rennen noch einmal.

"Ich wusste, dass die hart hinter mir kämpfen und als ich dann durch den Fehler stehenblieb, war alles an Vorsprung weg", so Pieterse, die aber ihre Zuversicht nicht einbüßte: "Ich wusste, dass mir alles nach dem langen Anstieg besser entgegenkam und deshalb wusste ich, wenn ich dort noch vorne bin, reicht es auch." Und genau so traf es auch ein. Brand und Alvarado lagen direkt hinter Pieterse, zunächst büßte die erfahrene Brand einige Meter ein, dann ging auch vor Alvarado die Lücke auf und Pieterse jubelte über ihren zweiten Weltcupsieg.

Sechs Sekunden betrug ihr Vorsprung auf Alvarado, zwölf auf Brand und 16 auf van Empel. Dann folgte 1:58 Minuten hinter der Siegerin als Fünfte die Italienerin Sara Carasola, die Leonie Bentveld im Zielsprint bezwang. Die vier besten Niederländerinnen fuhren in Hulst in einer eigenen Liga, erst ab dem fünften Platz wurden die Abstände wieder kleiner.

Siebte wurde Blanka Kata Vas vor ihrer Teamkollegin Marie Schreiber (beide SD Worx). Annemarie Worst (Cyclocross Reds) belegte Rang neun, die Tschechin Kristyna Zemanova (Brilon) komplettierte die Top Ten. Die Deutsche Meisterin Judith Krahl (Heizomat Kloster Kitchen) kam auf Rang 31 ins Ziel, die Österreicherin Nadja Heigl beendete das Rennen auf Platz 44.

Im Gesamtweltcup baute Alvarado ihre Führung weiter aus. 75 Punkte liegt sie nun vor Brand, derer 92 vor Pieterse. Manon Bakker belegt die vierte Position vor Inge van der Heijden (beide Crelan – Corendon), beide landeten in Hulst außerhalb der Top Ten.

So lief der Weltcup der Frauen in Hulst:

Wie schon bei den letzten Rennen zeigte Luxemburgs Cross-Youngster Schreiber am Start stark auf und hatte den besten Auftakt im top besetzten Feld von Hulst. Doch schon nach einigen Kurven zog Pieterse vorbei an ihr und flog dem Feld davon. Alvarado hingegen hatte erneut zunächst Probleme, war eingeklemmt und verlor in der ersten Runde viel an Boden, was sie Anbetracht des knappen Rennausgangs am Ende geärgert haben dürfte.

Erst nach einigen Runden konnte sie den Anschluss an van Empel und Brand herstellen, die das Verfolgerduo hinter Pieterse bildeten. Dahinter führte Bentveld eine größere Gruppe an, in der sich unter anderem van der Heijden, Sasasola, Zoe Backstedt (Canyon - SRAM Racing), Schreiber und Vas befanden. In der dritten Runde touchierte van Empel das Hinterrad von Brand, kam zu Sturz und verlor den Anschluss.

Nach vier Runden begann Pieters Vorsprung etwas zu schrumpfen und auch van Empel schien eingangs der letzten Runde mit großem Einsatz ihren Rückstand wettzumachen. Dahinter schlossen Bentveld und Casasola auf den Plätzen fünf und sechs zusammen. Als Pieterse dann ein technischer Fehler unterlief und sie eine lange Gerade zu Fuß bewältigen musste, erreichten Alvarado die Führende.

Aber auch wenn die junge Niederländerin etwas nervös wirkte, büßte sie ihre Schnelligkeit in den Abfahrten nicht ein und hielt sich bis zum Zielstrich vorne. Auch in der letzten Runde sprang sie als einzige der Fahrerinnen locker über die Balken und sicherte sich letztlich souverän den Sieg.

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