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19.09.2022 | (rsn) – Er ist die personifizierte Gegenthese zum schnellen Aufstieg von den Junioren zu den Profis. Und der Erfolg scheint Alec Segaert recht zu geben. Der junge Belgier, im Vorjahr Dritter im WM-Einzelzeitfahren der Junioren, eroberte nun in Wollogong die Silbermedaille in der Klasse U23. Während aber Landsleute wie Arnaud De Lie, Remco Evenepoel oder Cian Uijtdebroeks die U23 fast bis gar nicht nutzten, bleibt der Mann aus Lendelede der klassischen Aufstiegslinie des Radsports treu.
___STEADY_PAYWALL___Erst 2024, genauer gesagt am 1. Juli, wechselt er in die erste Mannschaft von Lotto Soudal, für dessen U23-Entwicklungsteam der 19-Jährige jetzt schon fährt. In Leuven absolviert er parallel zu seinen Radrennen ein Tiefbau-Studium. "Ich versuche es zu kombinieren. Das Studium dauert aber mindestens fünf Jahre und Radsport steht ab 2024 dann an erster Stelle bei mir. Dann schaue ich, wie sich das so ergibt und welche Teile des Studiums ich aufteilen kann", erklärte Segaert
Die uneingeschränkt höchste Priorität hat also die Ausbildung schon nicht mehr, das war vor einem Jahr noch anders. Ein etwaiges WorldTour-Debüt könnte sich, falls Lotto nach dieser Saison nicht den Klassenerhalt schafft, dann sogar bis auf 2026 verzögern. Bis dahin verstreicht allerdings noch viel Zeit.
In Australien kämpfte er im U23-Zeitfahren lange sogar um die Goldmedaille, am Ende musste sich Segaert aber dem starken Finish des Norwegers Soren Waerenskjold beugen: "Aber Silber ist auch großartig, geträumt habe ich natürlich von einem Platz höher, aber das kann ich ja in den nächsten Jahren noch ändern", sagte er.
Mit Streckentipps vom Tourauftaktsieger zur Medaille
Für das Zeitfahren und auch das Straßenrennen hat sich der hoch veranlagte Belgier aber sehr gezielt vorbereitet. Schon am 7. September reiste er mit seinem Bruder Loic, der ihn trainiert und auch im Betreuerstab von Sport Vlaanderen – Baloise mitarbeitet, schon früh an, inspizierte die Rennstrecken und passte sich an die neue Zeitzone an. "Die WM ist das große Ziel meiner zweiten Saisonhälfte, dem habe ich alles untergeordnet", so der 19-Jährige.
Schon am Sonntag war er im Männerrennen mit an der Strecke. Im Betreuerauto hinter Yves Lampaert achtete Segaert auf die Linienwahl seines belgischen Mannschaftskollegen, der nur wenige Kilometer von ihm beheimatet ist. "Er ist mein Idol und er gab mir nach dem Rennen ein paar Tipps für meinen Einsatz hier", erzählte er stolz.
Als nach der Tour de France in Lampaerts Heimatort eine Feier zu Ehren seines Auftaktsiegs bei der Tour de France veranstaltet wurde, war Segaert selbstverständlich mit dabei: "Wir sind ein ähnlicher Fahrertyp. Auch ich mag die Klassiker und das Zeitfahren", betonte er.
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