Lapeira siegt bei Alpes-Maritimes

Brenner für mutige Flucht nicht belohnt

Von Jens Claussen

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Nach langer Flucht wurde Marco Brenner erst auf den letzten Metern der Tour des Alpes-Maritimes gestellt und musste sich mit Rang vier zufrieden geben. | Foto: Cor Vos

22.02.2026  |  (rsn) – Im Vorjahr noch eine zweitägige Etappenveranstaltung, wurde die 58. Tour des Alpes-Maritimes (1.1) erstmals als Eintagesrennen ausgetragen. In einem Wimpernschlagfinale konnte Paul Lapeira (Decathlon – CMA CGM) das über lange Zeit führende Duo Marco Brenner (Tudor) und Lenny Martinez (Bahrain – Victorius) noch wenige Meter vor der Ziellinie abfangen und seinen ersten Saisonsieg verbuchen.

Hinter Lapeira rollte Vorjahressieger Christian Scaroni (XDS – Astana) mit zwei Sekunden Abstand als Zweiter über die Linie, gefolgt von den zeitgleichen Simon Carr (Cofidis) und Brenner. Der Deutsche hatte sich am letzten langen Anstieg des 154 Kilometer langen Rennens von Villefranche-sur-Mer nach mit Martinez absetzen und auf den folgenden Kilometern bis zur Flamme Rouge mit einer couragierten Fahrt einen konstanten Vorsprung von rund 30 Sekunden verteidigen können. So muss der 23-Jährige weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg warten, nachdem er mit einem starken vierten Platz in der Gesamtwertung der Tour Down Under (2.UWT) schon seine gute Frühjahrsform beweisen konnte.

“Ich habe mich an den Anstiegen sehr gut gefühlt und so lag es auch an uns, das Tempo hochzuhalten, um Brenner und Martinez noch stellen zu können“, beschrieb der Tagessieger die Taktik seines Teams auf den finalen Kilometern. “Natürlich war ich zwischendurch schon etwas beunruhigt, ob wir die Lücke von 20, 30 Sekunden zu den beiden Leadern noch schließen könnten – aber auf den letzten 500 Metern war ich so zuversichtlich doch gewinnen zu können. Ich hatte wirklich sehr gute Beine heute“, freute sich Lapeira über den bereits 6. Saisonsieg seiner Equipe in dieser Saison.

Auch wenn es bei der Überquerung des Zielstrichs zunächst anders aussah, zog Brenner mit etwas Abstand auch ein positives Fazit. "Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag. Die Jungs haben großartige Arbeit geleistet und mich immer an die Spitze der entscheidenden Abschnitte gebracht. Am Anstieg konnte ich Martinez folgen und wir sind bis kurz vor dem Ziel mit großartiger Zusammenarbeit Vollgas gefahren, wo wir dann angefangen haben, uns gegenseitig etwas zu beobachten. Mein Ziel war es zu gewinnen, daher kam ein sicherer zweiter Platz für mich nicht in Frage. Für das Team wäre es schöner gewesen, mit einem Sieg abzuschließen, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Tag.“

Als das Rennen 75 Kilometer vor dem Ziel am Anstieg zum Col de Carros begann, Fahrt aufzunehmen, war der Zweitplatzierte des Vortages bei der Classic Var (1.1) Tord Gudmestad (Decathlon – CMA CGM) schon längst abgehängt. Stattdessen nahm einer seiner Teamkollegen das Heft in die Hand und versuchte sich 20 Kilometer vor dem finalen Anstieg des Tages, der Cote de Gourdon, mit drei weiteren Fahrern entscheidend vom Peloton abzusetzen.

Oscar Chamberlain (Decathlon – CMA CGM), Vlad van Mechelen (Bahrain Victorius), Nils Driesen (Lotto Intermarché) und Cedrik Christophersen (Unibet - Rose) fuhren innerhalb kurzer Zeit eine Lücke von einer Minute heraus. Doch das Team des Vorjahressiegers Christian Scaroni (XDS - Astana) zeigte sich wachsam und diktierte an der Spitze des Feldes das Tempo um die vier Ausreißer jederzeit kontrollieren zu können.

Das Profil der Tour des Alpes-Maritimes | Foto: Veranstalter

So ging die Rennspitze mit einem Vorsprung von 30 Sekunden in den 11,8 Kilometer langen und im Schnitt 4,6 Prozent steilen Scharfrichter des Tages. Schnell waren die Ausreißer gestellt und obwohl noch 43 Kilometer zu absolvieren waren, schien das Finale zu diesem Zeitpunkt schon eröffnet zu sein. Brenner und der Vorjahresdritte Martinez forcierten immer wieder das Tempo und überquerten mit einem Abstand von 15 Sekunden vor eine 10-köpfigen Verfolgergruppe die Kuppe.

Martinez, als versierter Abfahrer bekannt, ließ es auf den folgenden Kilometern derart laufen, dass Brenner immer wieder Mühe hatte, das Hinterrad des jungen Franzosen zu halten. In Manier eines Zweier-Zeitfahrens konnte das Spitzenduo einen kontanten Abstand von rund 30 Sekunden vor den jagenden Verfolgern verteidigen, ehe ihm auf dem letzten Kilometer die Kräfte ausgingen und es sich nicht für seine mutige Flucht belohnt konnte.

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