Andalusien hat wieder einen spanischen Gesamtsieger

Pidcock holt Etappe, kann Romeo aber nicht mehr abfangen

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Pidcock holt Etappe, kann Romeo aber nicht mehr abfangen"
Wollte mehr: Tom Pidcock war mit seinem Etappensieg zum Ende der Andalusien-Rundfahrt nur bedingt zufrieden. | Foto: Cor Vos

22.02.2026  |  (rsn) – Es hat lange gedauert. Nach acht Jahren hat die Andalusien-Rundfahrt (2.Pro) wieder einen spanischen Gesamtsieger. Die 72. Auflage des Traditionsrennens im Süden des Landes geht an Ivan Romeo, der für sich persönlich damit seinen ersten Rundfahrtsieg verbuchen konnte. Für sein Movistar-Team war es – kaum zu glauben – der erste Sieg bei einem Mehretappenrennen seit Boucles de la Mayenne im Jahr 2023. Romeo folgt diesbezüglich auf Oier Lazkano und mit Blick auf den ersten spanischen Sieg seit 2017 Alejandro Valverde.

Es war in erster Linie Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5) gewesen, der dem 22-Jährigen Spanischen Meister den Sieg noch verderben wollte. Der Brite attackierte am letzten Anstieg gut fünf Kilometer vor dem Ziel in einer Manier, der keiner folgen konnte. Jan Christen (UAE – Emirates – XRG), Aleksandr Vlasov (Red Bull – Bora – Hansgrohe) und auch Romeo hatten es versucht, konnten aber nicht dranbleiben und den Abstand auch auf den verbleibenden abschüssigen Kilometern nicht mehr verringern. Pidcock überquerte den Zielstrich mit zehn Sekunden Vorsprung auf Christen und feierte damit seinen ersten Saisonsieg, zwei weitere dahinter führte Romain Gregoire (Groupama – FDJ) eine Gruppe mit Romeo und auch Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) ins Ziel.

Das reichte nicht für Pidcock, um noch den Sprung nach ganze vorne zu schaffen. Hinter Romeo und Leknessund, dem sieben Sekunden fehlen, ist der 26-Jährige mit 27 Sekunden Rückstand Dritter der Endabrechnung. Dahinter sortieren sich Christen, Gregoire und Alex Aranburu (Cofidis) ein. Vlasov kletterte nochmal auf Rang sieben.

Das Red-Bull-Team des Russen war auch auf den ersten Rennkilometern im Blickpunkt. Romet Pajur setzte die erste Attacke des Tages, konnte dem Konter des Dreigestirns Julius Johansen (UAE – Emirates – XRG), Markus Hoelgaard (Uno-X Mobility) und Milan Vader (Pinarello – Q36.5) dann aber nicht folgen. In einer Abfahrt stürzte zudem Alexander Hajek. Er musste das Rennen aufgeben. Genau wie im späteren Verlauf auch Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike), der ebenfalls auf abschüssiger Straße in einem Kreisverkehr wegrutschte. Der Franzose war durchaus noch mit Erfolgsaussichten auf Tagessieg und einer vordere Klassementsplatzierung ins Rennen gegangen, trug zudem das Grüne Trikot des besten Punktesammlers. Das geht so an Aranburu. Die Bergwertung gewann Josh Burnett (Burgos – Burpellet – BH).

Das Profil der 5. Etappe | Foto: Veranstalter

Das Spitzentrio des Tages um Johansen, Vader und Hoelgaard absolvierte den Tag bis zu den beiden entscheidenden Bergen im Finale vor dem Feld. Zweimal wurde der Alto de la Primera Cruz innerhalb von 20 Kilometern überfahren, beim ersten Mal blieb es aber noch relativ ruhig. Erst auf einer Gegenwelle wagten sich die Klassementaspiranten aus der Deckung. Erst versuchten es Christen und Gregoire, dann Tim Wellens (UAE – Emirates – XRG) und Leknessund, dann Victor Campenaerts (Visma – Lease a Bike) und Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility).

Campenaerts schaffte es bis zum Beginn der zweiten Überfahrt des Altos. Dort drückte dann rund 1000 Meter vor dem Gipfel Pidcock unwiderstehlich aufs Gas. Die Abstände, die er sich wie der Rest der Favoriten aber während der 3. Etappe auf Romeo und Leknessund eingehandelt hatte, als das Duo nach langem Ausreißversuch deutlich vor dem Rest des Feldes ins Ziel kamen, waren auf dem Profil kaum mehr aufzuholen.

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