Laporte reicht Gelb an Van Aert weiter

Jumbo – Visma ist bei Paris-Nizza nicht zu stoppen

Von Peter Maurer

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Wout Van Aert (Jumbo - Visma) trägt bei Paris-Nizza das Gelbe Trikot. | Foto: Cor Vos

09.03.2022  |  (rsn) - Windkanten und das Zeitfahren waren die beiden größten Hindernisse, die sich den Fahrern in der ersten Hälfte von Paris-Nizza entgegenstellten. Eine souveräne Vorstellung bot dabei das Team Jumbo – Visma, das nach vier von acht Tagen bei drei Etappensiegen steht und zudem zahlreiche weitere Spitzenergebnisse verbuchen konnte. Dass Jumbo - Visma mit drei Fahrern auch die Gesamtwertung anführt, ist nur das i-Tüpfelchen der totalen Dominanz.

Nach drei Tagen löste Wout Van Aert als Sieger des 13,4 Kilometer langen Zeitfahrens von Domérat nach Montlucon seinen Teamkollegen Christophe Laporte im Gelben Trikot der Fernfahrt ab. "Es bedeutet mir sehr viel, dieses legendäre Trikot bei einem der größten Rennen des Jahres zu übernehmen. Und hoffentlich trage ich es dieses Jahr nicht zum letzten Mal", grinste der 27-Jährige im ersten Fernsehinterview nach seinem Etappensieg, seinem ersten bei Paris-Nizza.

Van Aert könnte sich sogar Hoffnung auf den Gesamtsieg machen

Und angesichts der drohenden Verkürzung der Königsetappe aufgrund eines verschneiten Col de Turini könnte sich der Klassikerspezialist und dreimalige Cross-Weltmeister aus Herentals sogar Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Denn dass er auch bergauf zu den Weltbesten zählt, unterstrich Van Aert nicht nur mit seinem Sieg auf der Ventoux-Etappe der Tour de France 2021, sondern auch in vielen anderen Rennen.

Ob Klassiker, Flachetappe, Zeitfahren oder bergiges Terrain, der 190 Zentimeter große Belgier fühlt sich nicht nur überall wohl und kann überall um den Sieg mitfahren, sondern erwies sich auch als zuverlässiger Teamplayer. Deshalb wird Van Aert, wenn es darauf ankommt, sich auch für den nominellen Kapitän Primoz Roglic aufopfern.

Denn der Slowene hat mit Paris-Nizza auch noch eine Rechnung offen, verlor er aufgrund eines Sturzes im Vorjahr die Gesamtwertung noch am letzten Tag. "Ich hoffe, mein Trikot in den nächsten Tagen an Primoz weitergeben zu können. Die schwierigsten Etappen kommen noch und es gibt Gutes zu tun", deutete Van Aert nach seinem Erfolg schon an, sich in den Dienst des dreimaligen Vuelta-Champions stellen zu wollen.

Jumbo mit bärenstarken Kader bei der Tour Pogacars größter Gegner?

Seinem Team bescherte Van Aert den erst fünften Saisonsieg. Zwar kann sich die niederländische Equipe bislang in der Hinsicht nicht mit den erfolgreichsten Mannschaften messen, aber die Bilanz ist qualitativ überzeugend. Denn neben dem Australischen Zeitfahrtitel durch Rohan Dennis, heute Tagesdritter, gewann Van Aert mit Omloop Het Nieuwsblad das bislang größte belgische Eintagesrennen in dieser Saison. Dazu kommen die beiden Paris-Nizza-Etappensiege durch und ihn und Christophe Laporte sowie der Gewinn der Drome Classic durch Jonas Vingegaard.

Mit dem Dänen und dem US-Amerikaner Sepp Kuss sowie Steven Kruijswijk, selbst schon Dritter der Tour de France, und eben den Top Drei von Montlucon hat die niederländische Mannschaft ein unglaublich starkes Tour-Aufgebot beisammen. Eines, mit dem der zweifache Toursieger Tadej Pogacar seine Mühe haben wird.

Doch bis zum Grand Départ vergehen noch gut vier Monate, in denen das Jumbo - Visma weitere Erfolge auf höchstem Niveau einfahren kann. Nun aber warten bei Paris-Nizza die Berge auf die Mannschaft, die auf die Doppelspitze Van Aert und Roglic bauen kann.

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