Carstensen-Tagebuch von der Tour of Thailand

Gelb bin ich los, aber Grün habe ich verteidigt

Von Lucas Carstensen

Foto zu dem Text "Gelb bin ich los, aber Grün habe ich verteidigt"
Lucas Carstensen und sein Team Bike Aid auf der 3. Etappe der Thailand-Rundfahrt | Foto: Team Bike Aid

03.12.2021  |  (rsn) - Auch diesmal kamen wir als letztes Team im Startbereich an. Die Organisatoren machen sich jeden Morgen Sorgen, wir würden unsere Einschreibung und den Start verpassen. Trotz holländischem, französischem und thailändischem Staff beziehunsgweise Fahrern wird bei uns “deutsche Pünktlichkeit“ groß geschrieben. Das heißt konkret, unsere Ankunft so spät wie irgendwie möglich zu legen, ohne den Veranstalter zu sehr zu stressen. Heute also kamen wir 45 Minuten vor dem Start an.

Um Punkt neun geht es jeden Tag los und die letzten Minuten werden von ansehnlichen thailändischen Damen wie beim Boxkampf mit Schildern angezeigt.

Nach recht kurzem Kampf stand schnell eine vierköpfige Gruppe und wir begannen gemütlich hinterherzufahren. Mit den anstehenden Hügeln vor uns wollten wir nicht alle Arbeit alleine verrichten. Hilfe wurde allerdings nicht angeboten und so gingen die Ausreißer mit einem guten Vorsprung in die Anstiege. Hier passierte genau das, was wir uns vorher ausgemalt hatten. Das Thailand Continental Team, allen voran ihr Kapitän Sarawut Sirironnachai (späterer Etappensieger) gab Vollgas und das Feld zerbrach in mehrere Gruppen.

Wir hatten zwar unseren Bergfahrer Adne van Engelen vorne, gegen 16 andere Fahrer war seine Erfolgschance allerdings nicht so groß. Es entwickelte sich eine Verfolgungsjagd über 50 Kilometer. Leider half in unserer 50-Mann-Gruppe fast niemand beim Versuch, den Abstand zu reduzieren, und so fuhren wir uns zu viert die Seele aus dem Leib. Am Ende fehlten uns 22 Sekunden und damit bin ich das Gelbe Trikot erstmal los.

Ich bin allerdings weiterhin in Grün und aufgrund der geringen Abstände können wir jetzt auf die Hilfe des neuen Leaders bauen, um die nächsten Tage weitere Massensprints zu erzwingen.

Am letzten Tag endet die Rundfahrt an einem zwei Kilometer langen Anstieg und mir wurde vom thailändischen Coach schon mitgeteilt, dass die Jungs sich nicht vor meinen Bergfahrerqualitäten fürchten.

Damit liegt er vermutlich nicht falsch. Eventuell überlegen wir uns aber noch etwas um im Gesamtklassement doch noch eine Rolle zu spielen…

Bis morgen
Euer Lucas

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