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11.06.2018 | (rsn) - Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) hat auf der 3. Etappe der Tour de Suisse nach mehr als viermonatiger Durstrecke seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Noch wichtiger war allerdings die Tatsache, dass der Italiener sich nach 182 Kilometern von Oberstammheim nach Gansingen gegen Sprint-Asse wie Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) und Peter Sagan (Bora-hansgrohe) durchsetzen konnte.
"Das ist heute ein wunderschöner Sieg gewesen. Ich konnte Fahrer wie Sagan und Gaviria schlagen, indem ich ihren Sprint antizipierte. Gestern hatte ich keinen guten Tag und wollte heute zurückschlagen. Ich konnte einen sehr, sehr langen Sprint fahren. Das hatte schon im letzten Jahr bei Paris-Nizza funktioniert, und nun wieder", freute sich Colbrelli.
An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Der Schweizer Stefan Küng (BMC) wird auch am morgigen Dienstag das Gelbe Trikot auf seinen Schultern tragen. Im Gesamtklassement folgen mit je drei Sekunden Rückstand seine Teamkollegen Greg Van Avermaet, Richie Porte und Tejay Van Garderen auf den Plätzen zwei bis vier. Sagan konnte durch die Bonifikation für Rang drei seinen Rückstand zwar auf 16 Sekunden verkürzen, bleibt aber weiter Fünfter.
So lief die Etappe
Wie schon gestern entschieden sich Calvin Watson (Aqua Blue Sport) und Filippo Zaccanti (Nippo-Vini Fantini) für die Flucht nach vorn. Den Träger des Bergtrikots und den Führenden der Punktewertung schloss sich diesmal aber nur ein Fahrer an, nämlich Fabien Grellier (Direct Energie). Das Trio kam schon kurz nach dem Start weg und fuhr sich auf der 40-km-Schleife um Oberstammheim einen Vorsprung von vier Minuten heraus. Da BMC die Ausreißer bei regnerischem Wetter am langen Zügel ließ, wuchs der Abstand zwischen Spitze und Feld sogar noch bis auf mehr als sechs Minuten an, was dann Sagans Helfer auf den Plan rief.
Gemeinsam mit BMC reduzierte Bora-hansgrohe den Rückstand, der kurz vor dem ersten der fünf kategorisierten Anstiege, dem insgesamt dreimal zu bewältigenden Hagenfirst (2,1 km à 6,1%) , 60 Kilometer vor dem Ziel nur noch rund drei Minuten betrug. Grellier holte sich die ersten vier Bergpreise, doch Zaccanti verteidigte am Ende des Tages das Bergtrikot. Auf den zweieinhalb Zielrunden zeichnete sich vor allem Bora-hansgrohes Maciej Bodnar aus, der an der Spitze des Feldes quasi im Alleingang für Tempo sorgte und den Rückstand auf gut eine Minute reduzierte, ehe Christopher Juul Jensen (Mitchelton-Scott) bei der zweiten Überquerung des Burgensteig (2,1 km, 6,8 %) attackierte und 25 Kilometer vor dem Ziel Grellier und Zaccanti aufschloss.
Im Finale übernahm zunächst wieder BMC die Verantwortung im Feld, das nur noch 40 Sekunden Rückstand auf das Spitzentrio war, in dem Grellier und Zaccanti Mühe hatten, Juul Jensen im strömenden Regen zu folgen. Alle Bemühungen der Ausreißer waren aber vergebens, als sich weitere Teams der Jagd anschlossen und so neun Kilometer vor dem Ziel noch vor dem letzten Anstieg des Tages den Zusammenschluss erzwangen.
Am Fuß des Hagenfirst läutete José Goncalves (Katusha-Alpecin) mit einer Attacke das Finale ein, ehe Sagan höchstselbst seine Konkurrenten mit einer Tempoverschärfung kurz vor dem Gipfel zu überraschen versuchte. Doch Matthews, unterstützt von einigen Teamkollegen, parierte mühelos. Dagegen wurden wie gestern Europameister Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) und John Degenkolb (Trek-Segafredo) abgehängt. Nach der rasenden Abfahrt trat Sören Kragh Andersen (Sunweb) auf den letzten drei Kilometern an, doch auf dem Schlusskilometer war alles wieder beisammen.
Es waren schließlich Colbrellis Helfer, die etwas überraschend die Spitze des Feldes übernahmen, um ihrem Kapitän den Sprint vorzubereiten. Doch eine späte Attacke von Artur Vichot (Groupama-FDJ) sorgte nochmals für Turbulenzen. Sagans Edelhelfer Daniel Oss versuchte, die Lücke zum Franzosen zu schließen, was dem Italiener aber nicht gelang. Auf der breiten Zielgeraden eröffneten schließlich fast zeitgleich Gaviria und Albasini den Sprint, wogegen Sagan wie Gestern an das Hinterrad des Kolumbianers sprang und dann auf den letzten Metern zwischen Gaviria und Colbrelli eingebaut war. Schulter an Schulter jagten die drei schnellsten des Tages über die Ziellinie, wobei Colbrelli das beste Ende für sich hatte und Gaviria erneut Rang zwei belegte.
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