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07.03.2026 | (rsn) – Wer sind die Favoritinnen und Favoriten für das nächste große Rennen? Auf wen sollte man sonst noch achten? In der Redaktion bei radsport-news.com gehen die Meinungen vor den Saison-Highlights oft auseinander – auch wenn die Top-Favoriten manchmal auf der Hand liegen, weicht der eine oder andere mitunter gerne vom Offensichtlichen ab und wagt Außenseitertipps.
In der Saison 2026 werden wir uns vor den Highlights virtuell aus dem Fenster lehnen und unsere Prognosen wagen, um uns dann am Ende auslachen zu lassen, wenn es wieder ganz anders gekommen ist.
Felix Mattis (Noemi Rüegg / Tadej Pogacar):
Ein richtig spannendes Rennen erwartet uns am Samstag – es ist keine klare Favoritin auszumachen: Pauline Ferrand-Prévot und Puck Pieterse geben ihre Saisondebüts, Demi Vollering wirkte vor einer Woche beim Omloop bärenstark, Kasia Niewiadoma stand ihr dort aber in nicht viel nach, Elisa Longo Borghini gewann eindrucksvoll die UAE Tour vor einem Monat – die Kandidatinnenliste kann beliebig fortgesetzt werden. Ich glaube am ehesten an einen Vollering-Sieg, ziele im Wettbüro aber auf höhere Quoten und sage:Noemi Rüegg.
Bei den Männern geht kein Weg an Tadej Pogacar vorbei. So langweilig, wie das ist, so lächerlich würde ich mich machen, wenn ich ernsthaft einen anderen Sieger für "am wahrscheinlichsten" halten würde. Deshalb: Mein Siegtipp liegt beim Weltmeister, allerdings glaube ich an einen UAE-Doppelerfolg: Pogacar und Isaac Del Toro werden den Rest am Colle Pinzuto, dem "Settore Tadej Pogacar", attackieren und schließlich zu zweit nach Siena einfahren. Dort überlässt 'Pog' dem Youngster den Sieg aber nicht.
Matthias Seng (Demi Vollering / Tadej Pogacar)
Völlig richtig: Das Frauenrennen der Strade Bianche dürfte deutlich spannender verlaufen als das der Männer. Kollege Mattis hat die Liste der Favoritinnen bereits aufgestellt. Dennoch wird am Ende Demi Vollering das Rennen machen und sich in Siena nach 2023 und dem Vorjahr ihren dritten Strade-Sieg holen. Zu dominant trat die Niederländerin in dieser Saison auf, nicht nur beim Omloop, sondern schon bereits davor bei der Valencia-Rundfahrt, die sie sich mit zwei Etappensiegen sicherte. Am Samstag wird Vollering auch an der Piazza del Campo jubeln.
Bei den Männern besteht die Liste der Favoriten aus nur einem Namen: Tadej Pogacar. Die Floskel sei gestattet: Nur ein Sturz oder ein Defekt werden den Weltmeister auf dem Weg zum Strade-Rekord – vier Siege gelangen bisher noch niemandem – aufhalten können. Wobei Pogacar im vergangenen Jahr nicht einmal durch einen Sturz zu stoppen war. Deprimierender kann eine Prognose für die Konkurrenten des besten Radprofis der Welt also kaum ausfallen. Ihnen bleibt in Siena nur der Kampf um die weiteren Podiumsplätze.
Sebastian Lindner (Lotte Kopecky / Tadej Pogacar)
Im Frauenrennen fällt die Entscheidung erst am Schlussanstieg in Siena. Und es wird Lotte Kopecky sein, die sich nach 2022 und 2024 ihren dritten Titel holt. Das Gesetz der Serie will es so. Auch wenn Kopecky 2025 ein schwieriges Jahr hatte und in dieser Saison bei ihrem ersten Rennen, dem Omloop, noch nicht wirklich überzeugen konnte, wird sie bei Strade ihre Stärken ausspielen. Die "Phönix-aus-der-Asche"-Nummer macht die Geschichte umso schöner.
Es kann nur einen geben. Das ist nicht nur das Motto des Highlanders, sondern beim Blick auf die Startliste von Strade Bianche auch der Favorit im Männerrennen. Tadej Pogacar hat in den letzten zwei Jahren bewiesen, dass er kein Rennen zum Warmwerden braucht und gleich den ersten Renntag als Erfolg verbuchen kann. Es müsste schon viel passieren, dass der Slowene nicht den Hattrick feiert. Dass ein Sturz nicht reicht, um ihn zu stoppen, bewies das Rennen 2025. Und so stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Länge des Solos, das Pogacar hinlegen wird. Da die Strecke etwas weniger schwierig ist als im Vorjahr, werden es dieses Mal vielleicht keine 80 Kilometer.
Jens Claussen (Puck Pieterse / Isaac Del Toro)
Bei den Frauen ist die Zeit für eine gekommen, die sich noch nie auf dem Marktplatz Sienas in die Siegerlisten eintragen konnte. MTB-Weltmeisterin Puck Pieterse, die gerne mal zu früh im Rennen die Karten auf den Tisch legt, ist mit ihren mittlerweile 23 Jahren weiser geworden. Sie wird all ihre Kräfte auf den Anstieg hinauf zur Piazza del Campo verlagern, um als explosive Crosserin an dieser Stelle mit einem "punchy" Vorstoß den entscheidenden Nadelstich zu setzen.
Bei den Männern wird sich der König in Geberlaune zeigen und seinem Kronprinzen den
Vortritt lassen. Zu vorhersehbar für die Konkurrenz erscheint nach Tadej Pogacars Dominanz auf dem weißen Schotter
ein wiederkehrendes Szenario seiner Soloritte. Das bärenstarke UAE Team
wird Isaac Del Toro mit einem horrenden Tempo über den gesamten
Rennverlauf im Finale in einer kleinen Gruppe platzieren, aus der sich
der Mexikaner im Schlussanstieg als der Stärkste erweist.
Kevin Kempf (Demi Vollering / Tadej Pogacar )
Eigentlich kann man sich schwer vorstellen, wie Demi Vollering ihren Titel nicht verteidigen sollte. Bergauf wird ihr wohl niemand gefährlich, den Schotter muss sie nicht fürchten und wenn es zu einem Sprint kommen sollte, ist die Niederländerin gegenüber fast jeder Konkurrentin favorisiert. Einzig Kim Le Court, Lotte Kopecky und vielleicht Liane Lippert könnten Vollering gefährlich werden. Die wird zudem von einer starken Mannschaft unterstützt. Alles Demi!
Alles Tadej! Der Kaiser ist nebenberuflich Kannibale - da wird nicht geteilt. Tadej Pogacar wird bei seinem Saisondebüt dort weitermachen, wo er letztes Jahr aufgehört hat. Es wird mal wieder ein langes Solo geben. Dahinter wird sich Isaac Del Toro ein Taxi nehmen und sich zu Platz zwei chauffieren lassen. Um den letzten Podiumsplatz streiten sich Tom Pidcock und Paul Seixas.
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