Marathon-Etappe durch die Pyrenäen

Froome will heute wie Kleber an Aru hängen

Von Lorenz Rombach

Foto zu dem Text "Froome will heute wie Kleber an Aru hängen"
Chris Froome (Sky, li.) verfolgt im Gelben Trikot auf der 9. Tour-Etappe Fabio Aru (Astana). | Foto: Cor Vos

13.07.2017  |  (rsn) – Nach dem Ruhetag und zwei verhältnismäßig ruhigen Teilstücken wird es auf der heutigen 12. Etappe von Pau nach Peyragudes wieder Ernst für den Träger des Gelben Trikots. Denn auf den 214,5 Kilometern durch die Pyrenäen stehen insgesamt sechs Bergwertungen auf dem Programm – darunter der steile Schlussanstieg zur Skistation Peyragudes. Ob seines geringen Vorsprungs will Chris Froome (Sky) keinen seiner Rivalen aus den Augen lassen.

"Wir wollen niemanden in der Gesamtwertung zurückkommen lassen. Wir werden also arbeiten, dass keiner der Favoriten attackiert und Zeit gutmacht. Wir werden sicher hinterherfahren, wenn sie etwas versuchen“, machte der dreimalige Tour-Sieger nach der gestrigen Etappe deutlich, dass er auch Konkurrenten wie Nairo Quintana (Movistar/8./+2:13) oder Alberto Contador (Trek-Segafredo/12./+5:15) keine Chance auf ein "Comeback" eröffnen will.

Dabei erwartet der 32-Jährige für heute einen harten Kampf, wobei ihm die "Königsetappe der Pyrenäen“ (Froome) nach eigener Aussage liegt. "Es ist eine Marathon-Etappe von 200 Kilometern Länge, die Art Etappe, die ich mag“, so Froome in Pau. Dabei hat er einen Rivalen ganz oben auf seinem Zettel: "Das wichtigste für mich ist, auf Aru aufzupassen. Er liegt nur 18 Sekunden zurück. Ich muss morgen wie Kleber an ihm hängen. Wenn ich diesen Vorsprung bis zum Zeitfahren in Marseille behaupten kann, bin ich glücklich.“

Dabei ist der heutige 13. Juli für Froome ein ganz besonderer Tag. Vor 50 Jahren nämlich starb Tom Simpson in sengender Hitze am Mont Ventoux, dehydriert und, wie die Autopsie ergab, gedopt mit einem Cocktail aus Betäubungsmitteln und Alkohol.

Sein Landsmann hatte aber die sportlichen Erfolge des Straßen-Weltmeisters von 1965 im Sinn, als er Simpson würdigte. "Tom Simpson hat ein großes Erbe hinterlassen, vor allem für uns britische Radsportler. Wir fahren in diesem Jahr zwar nicht auf den Mont Ventoux, aber jedes Jahr, wenn ich dort bin, gehen mir viele Erinnerungen durch den Kopf. Ich denke, dass morgen zum Todestag Tausende Menschen zum Monument für Simpson kommen", sagte er. 


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