Tour-Taktik von Sky ging bisher voll auf

Knees: "Bis jetzt mussten wir uns noch nicht an der Spitze zeigen"

Von Joachim Logisch aus Dole

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Christian Knees führt sein Sky-Team bei der Verfolgung einer Ausreißergruppe an. | Foto: Cor Vos

08.07.2017  |  (rsn) - "Wir haben das Gelbe Trikot seit dem ersten Tag. Das ist ein Traum für uns“, sagt Chris Froome, der die Führung der 104. Tour de France nach der 5. Etappe zur Planche des Belles Filles von seinem Teamkollegen Geraint Thomas übernahm.

Dafür, dass es nicht zum Albtraum für seine Helfer wird, sorgt der Brite mit einer ungewöhnlichen Taktik. Statt einen Zug vor dem gesamten Feld zu bilden, um  das Gelbe Trikot von der Spitze aus zu verteidigen, wie es beispielsweise Telekom oder Armstrongs Mannschaften durchzogen, lässt Froome seinen Sky-Train kaum einmal die Führung übernehmen. Das führte dazu, dass schon die Vermutung die Runde macht, Sky sei in diesem Jahr nicht so dominant wie bei Froomes bisherigen drei Toursiegen.

radsport-news.com fragte bei Christian Knees nach, Froomes Motor für die flachen Passagen. "Bis jetzt war es noch nicht notwendig, uns an der Spitze zu zeigen. Auf den Flachetappen haben die Sprinterteams die Kontrolle übernommen. Wenn eine Gruppe geht, in der der Beste sechs Minuten Rückstand hat, brauchen wir nicht hinterherfahren. Wir sind nicht auf einen Sprintsieg aus, denn wir haben keinen Sprinter dabei", erklärte der Rheinbacher.

Froomes Rechnung ging bisher auf. Knees: "Wenn die Sprinter sprinten wollen, müssen sie das Loch zufahren. Auf dem Weg zur mittelschweren Bergankunft zur Planche des Belles Filles, wo wir hätten kontrollieren müssen, da riss BMC das Ruder komplett an sich und wollte unbedingt  um den  Etappensieg kämpfen. Das war nicht unbedingt unser Plan“, begründete Knees, warum sich Sky auch hier bedeckt hielt.

Auch hier lief alles nach Winsch, denn Fabio Aru (Astana) gewann die Etappe,  Froome übernahm Gelb. Gestern zeigten sich die weißen Trikots des Sky-Teams in der Schlussphase einige Zeit an der Spitze des Feldes. "Es war windig. Die Gefahr einer Windkante bestand. Deshalb passten wir auf, dass dem Gelben Trikot nichts passiert", sagte Knees dazu.

In der ersten Woche konnten die Sky-Helfer also viele Kräfte sparen. Doch locker ging keiner in die Etappen. "Wir hatten bisher viel Glück, was das Fahren angeht. Ich bereite mich aber jeden Tag darauf vor, dass ich fahren muss und bin dann einfach nur glücklich, wenn es anders kommt", so Knees.

Schon heute könnte es mit der "Ruhe-Tour“ vorbei sein. Denn nun geht es in die Berge. Froome hat seine Mannschaft schon vorgewarnt: "Besonders am Sonntag könnte es Entscheidungen im Kampf um die Gesamtwertung geben", sagte der Brite.

 

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