Zu viel Risiko beim Tour-Auftakt

Roglic: "Das ging nach hinten los"

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Roglic:
Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo) im Tour-Auftaktzeitfahren | Foto: Cor Vos

01.07.2017  |  (rsn) - Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo) zählte zu den Favoriten auf den Sieg im Auftaktzeitfahren der Tour de France. Doch der Slowene musste sich nach 14 Kilometern mit Rang 65 begnügen, 52 Sekunden hinter Sieger Geraint Thomas (Sky).

Für den großen Rückstand, den sich Roglic im Dauerregen von Düsseldorf einhandelte, gab es aber auch einen plausiblen Grund. Der LottoNL-Profi kam wie viele Fahrer in einer der Kurven zu Fall. Bei ihm passierte es abseits der Kameras nach vier Kilometern. "Ich bin Risiko gegangen und das ging nach hinten los. So einfach ist es", erklärte Roglic nach dem Rennen.

Sein Sportlicher Leiter Nico Verhoeven ergänzte: "Wenn es regnet und man Favoriten in den eigenen Reihen hat, dann kann man es natürlich ruhig angehen lassen, aber man gewinnt dann eben nicht. Primoz ist Risiko gegangen, es war alles oder nichts. Das ging nach hinten los. Aber zum Glück ist ihm nichts Schlimmeres passiert“, so der Niederländer. Abgesehen von ein paar Schürfwunden zog sich der ehemalige Skispringer bei seinem Sturz keine Verletzungen zu.

Doch Roglic war nicht der einzige LottoNL-Profi, der im Zeitfahren stürzte. Der Neuseeländer George Bennett  und Sprinter Dylan Groenewegen landeten ebenfalls auf dem Asphalt. "Durch den Regen war es sehr rutschig, das habe ich zu spüren bekommen“, meinte der Niederländer zu radsport-news.com. Groenewegen ließ es nach eigener Aussage im Gegensatz zu Roglic im Zeitfahren ruhig angehen. "Ich bin kein Risiko gegangen, wollte langsam in die Kurve rein und dennoch bin ich gestürzt“, so der 23-Jährige, der genau wie Roglic mit leichteren Blessuren davon kam. "Ich gehe zum Physio, dann ist es wieder ok“, meinte Groenewegen.

Seine Chance könnte schon am Sonntag bei der Sprintankunft in Lüttich kommen. "Ich bin der Underdog, will einen guten Sprint zeigen und dann sehen wir, was dabei raus kommt“; gab sich der Niederländische Meister von 2016 defensiv.

Doch angesichts seiner Erfolge zuletzt bei der ZLM Toer, wo er die Rivalen André Greipel und Marcel Kittel hinter sich ließ, besteht dazu kein Grund. "Ich versuche sie natürlich zu schlagen. Die ZLM Toer war ein gutes Rennen für mich, ich hoffe, ich kann daran anknüpfen“, meinte Groenewegen, der auch eine leichte Erkältung mittlerweile völlig auskuriert hat.

Teamkollege Roglic wird am Sonntag keine Rolle spielen, gab sich aber kämpferisch mit Blick auf die weiteren Etappen. „Das war heute die erste Chance und es folgen noch 20 weitere.“

Dass sich LottoNL-Jumbo am Ende am Samstag dennoch über ein Top Ten Ergebnis freuen konnte, lag an Jos van Emden, der sturzfrei durchkam und Rang sieben belegte.

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