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21.03.2015 | (rsn) – Auch die 106. Auflage von Mailand-Sanremo dürfte zu einer Angelegenheit für die Sprinter werden, jedenfalls wenn man einen Blick auf das Profil des mit 293 Kilometer längsten der großen Klassiker wirft. Nachdem die Organisatoren von RCS Sport im vergangenen Jahr den Anstieg Le Manie aus dem Programm genommen worden hatten, um ihn durch den Pompeiana zu ersetzen – der dann allerdings wegen Erdrutschen aus Sicherheitsgründen doch nicht befahren werden konnte – erwartet die Fahrer aus den 25 Teams auch am morgigen Sonntag die klassische Route mit sechs benannten Anstiegen.
Einen ausgemachten Top-Favoriten gibt es dabei nicht. Sehr gute Chancen auf die Titelverteidigung darf man Alexander Kristoff (Katusha) zu billigen, nachdem der Norweger in den ersten Wochen der Saison bereits fünf Siege hat einfahren können. Kristoff kann es ähnlich wie einige seiner schärfsten Konkurrenten auf den Sprint einer größeren Gruppe ankommen lassen, im Poggio aber auch möglichen Attacken folgen.
Gleiches gilt für den Frankfurter John Degenkolb (Giant-Alpecin), der allerdings auf seine beiden Helfer Simon Geschke (verletzt) und Nikias Arndt (krank) verzichten muss, was sich in der entscheidenden Phase als Nachteil erweisen könnte. Überwunden hat Degenkolb zumindest eine leichte Erkältung, mit der er sich zu Wochenbeginn herumgeplagt hatte. „Ich fühle mich jetzt gut“, sagte der 26-Jährige, der trotz des Fehlens seiner beiden Landsleute konstatierte: „Wir haben ein starkes Team am Start, die Jungs sind alle in guter Form.“
Seinen ersten Sieg beim fünften Start will Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) einfahren. Der Slowake, der sich Kritik von Team-Eigentümer Oleg Tinkov gefallen lassen musste, weil der mit der bisherigen Bilanz seiner Startruppe noch nicht zufrieden ist, gewann am Montag die vorletzte Etappe bei Tirreno-Adriatico und zeigte sich im Gespräch mit cyclingnews optimistisch. „Ich fühle mich bereit. Ich denke, dass sich meine Form im Saisonverlauf immer weiter verbessert hat“, sagte Sagan, der eigens für das Rennen ein individuell gestaltete Rennmaschine zur Verfügung gestellt bekommt.
Dagegen hat Fabian Cancellara (Trek) schon einen Sanremo-Sieg in seinen Palmares. Der mittlerweile 34-jährige Schweizer fühlt sich stark genug für einen zweiten Triumph und gibt sich mit Blick auf seine Platzierungen in den vergangenen vier Jahren – dreimal Zweiter und einmal Dritter – voller Selbstbewusstsein: „Ich hoffe, dass meine Podiumsserie beim ersten großen Klassiker der Saison nicht abreißt“, sagte Cancellara bei einer Pressekonferenz. „Ich denke, ich habe immer Karten, die ich spielen kann. Ich kann mit Ausreißern mitgehen, ich kann auf der Abfahrt (vom Poggio) angreifen, und ich kann’s im Sprint probieren.“
Viel zuzutrauen ist auch dem Australier Michael Matthews (Orica-GreenEdge). Zwar hat der 24-Jährige erst acht Renntage in seinen Beinen, doch mit seinem Etappensieg bei Paris-Nizza und weiteren Spitzenergebnissen bei der französischen Fernfahrt hat sich der U23-Weltmeister von 2010 – damals siegte Matthews übrigens vor Degenkolb – auch in eine Favoritenrolle für Mailand-Sanremo gefahren. Bei Orica-GreenEdge jedenfalls ist er mehr als nur ein Ersatz für den verletzten Simon Gerrans, Sanremo-Gewinner von 2012. „Mit Michael peilen wir definitiv das Podium an“, kündigte deshalb Orica-Teamchef Matt White voller Selbstbewusstsein an. „Er hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut vorbereitet und diese Vorbereitung hat bei Paris-Nizza, gleich Früchte getragen.“
Zu den Top-Sprintern, die auf der Via Roma um den Sieg kämpfen könnten, würde unter normalen Umständen Mark Cavendish (Etixx-Quick-Step) gehören. Doch der Brite, der das Rennen 2009 gewann, hatte zuletzt mit den Folgen einer Viruserkrankung zu kämpfen, weshalb sein Team auch auf Weltmeister Michal Kwiatkowski und Strade Bianche-Gewinner Zdenek Stybar baut. Dem Tschechen, der 2014 nur zwei Plätze hinter Cavendish das Ziel erreichte, ist durchaus eine Überraschung zuzutrauen – ebenso wie dem Belgier Greg Van Avermaet, der sich bei BMC allerdings die Kapitänsrolle mit Philippe Gilbert teilen muss.
Der zweimalige Sanremo-Dritte, der sich stark genug für den Sieg fühlt, sieht in der Doppelspitze durchaus einen Vorteil. „Zwei sind besser als einer“, sagte Gilbert in einer Pressekonferenz. „Da kann soviel passieren und falls Greg oder ich aus welchem Grund auch immer nicht da sein sollten, ist es besser, noch eine Option zu haben.“ Die kürzere Distanz vom Poggio zum Ziel kommt dabei dem BMC-Duo nach Angabe Gilberts ebenfalls entgegen: „Das wird besser für uns ein, da die Sprinter so etwas weniger Zeit haben sich zu erholen.“
Apropos Strecke: Die ist bis auf das Finale identisch mit der vom vergangenen Jahr. Nach dem Start in Mailand folgen 134 flache, nach Süden führende Kilometer, ehe nach der ersten von zwei Verpflegungszonen mit dem Passo del Turchino die erste Kletterpartie ansteht: Über eine Strecke von 8,2 Kilometern geht es bergan zum Turchino, der mit seinen 532 Metern auch diesmal wieder der höchste Punkt der „Classicissima“ ist.
Über eine steile Anfahrt jagen die Fahrer hinunter zum Meer und dann weiter südwestlich an der Ligurischen Küste entlang. In die entscheidende Phase geht es gut 50 Kilometer vor dem Ziel mit dem Cape Mele (51,7 km vor dem Ziel), dem Cape Cervo (46,6 km) und dem Cape Berta (38,7 km), die aber nicht mehr als ein Prolog sind, bevor es über einen kleinen Schlenker ins Landesinnere hinauf zur Cipressa geht, einem 5,6 Kilometer langen und im Schnitt 4,1 Prozent steilen Anstieg, dem nach einer Abfahrt und einem kurzen Flachstück der berühmte Poggio di Sanremo folgt.
Auf den 3,7 Kilometer langen, durchschnittlich 3,7 Prozent steilen letzten Hindernis des Tages werden die Favoriten in Erscheinung treten und die Klassikerspezialisten unter ihnen versuchen, die Sprinter abzuschütteln. Denen bleiben im Fall der Fälle noch 5,5 Kilometer bis zum Ziel - das sich erstmals seit 2007 wieder auf der Via Roma befindet -, um die Ausreißer wieder einzufangen.
Im vergangenen Jahr war die Distanz vom Poggio bis zur Ziellinie übrigens noch 600 Meter länger, was den Sprintern diesmal die Aufgabe nicht leichter machen wird, wie etwa André Greipel (Lotto Soudal) bemerkte „Das Ziel ist näher am Poggio dran, das wird uns nicht helfen und es wird zu Änderungen in der Taktik führen“, sagte der Deutsche Meister, der zum erweiterten Favoritenkreis gehört – ähnlich wie die Italiener Davide Cimolai, Filippo Pozzato (beide Lampre-Merida) und Sony Colbrelli (Bardiani-CSF/2014 Sechster in Sanremo), der Brite Ben Swift (Sky) und der Spanier Juan Jose Lobato (Movistar) – die beiden landeten bei der letztjährigen Ausgabe überraschend auf den Plätzen drei und vier noch vor Cavendish.
Ähnlich stark scheint Gerald Ciolek (MTN-Qhubeka) zu sein. Der Pulheimer ließ am Montag durch einen zweiten Etappenplatz bei Tirreno-Adriatico hinter Sagan aufhorchen und ist rechtzeitig in Top-Verfassung gekommen. „Das ist mein wichtigstes Rennen im Frühjahr. Die Form ist da und mit Boasson-Hagen und Goss (Sieger von 2011) haben wir noch mehr Optionen", sagte Ciolek, der 2013 unter denkwürdigen Umständen gewonnen hatte. Damals musste das Rennen wegen Eis- und Schnee am Turchino-Pass- unterbrochen und neu gestartet werden. Diesmal setzt der südafrikanische Zweitdivisionär aber nicht nur auf Ciolek, der 2014 übrigens guter Neunter geworden war. „Das ist schon etwas Besonderes, als Pro Conti-Team mit zwei ehemaligen Siegern an den Start zu gehen. Das bringt uns auch in eine Favoritenrolle", sagte Teamchef Jens Zemke.
Mit einem sonnigen Start in den italienischen Frühling darf zwar nicht gerechnet werden, denn die Meteorologen haben für Sonntag Regen gemeldet. Doch werden die Bedingungen nicht zu vergleichen sein mit denen von vor zwei Jahren. Die Temperaturen nämlich werden sich im zweistelligen Bereich bewegen.
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