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01.12.2008 |
(rsn) - In der abgelaufenen Saison konnte Fabian Wegmann nicht ganz an sein starkes Vorjahr anknüpfen. Immerhin gelangen dem Gerolsteiner-Profi zwei Saisonsiege, darunter die Verteidigung seines deutschen Meistertitels.
Seine erste Top-Ten-Platzierung fuhr Wegmann erst Ende März ein. Beim Brabantse Pijl (Kat. 1.1) platzierte er sich als Sechster unter den Besten. Nur eine Woche später war dann schon der erste Saisonsieg fällig. Beim GP Miguel Indurain (Kat. 1.HC) konnte in der Schlusssteigung niemand mit dem 28-Jährigen mithalten. Es war nach 2006 bereits Wegmanns zweiter Erfolg bei dem baskischen Eintagesrennen.
Mit breiter Brust trat der gebürtige Münsteraner zu den Ardennen-Klassikern an. Dort lief es jedoch nur beim Amstel Gold Race mit Rang elf halbwegs nach Wunsch. Beim Fleche Wallone war Wegmann bis kurz vor dem Ziel als Solist vorne und wurde erst im steilen Schlussanstieg gestellt und durchgereicht. "Ich schätze einmal, dass 30 - 40 Sekunden mehr an Vorsprung gereicht hätten, um zu gewinnen. Was soll ich sagen, ich bin natürlich schon ein wenig enttäuscht, dass es nicht geklappt hat", kommentierte Wegmann das packende Finale auf seiner Homepage. Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich konnte Wegmann dagegen nicht in die Entscheidung eingreifen. Umso besser lief es dann bei seinem ersten Renneinsatz in Deutschland. Bei "Rund um den Henninger-Turm" (Kat. 1.HC) gehörte der Klassikerspezialist zur entscheidenden Spitzengruppe und belegte am Ende Rang vier.
Auch in seinem zweiten Rennen in Deutschland, der Bayern-Rundfahrt (Kat. 2.HC), zeigte sich Wegmann ganz vorne. Zum Auftakt musste er sich auf der ansteigenden Zielgeraden in St. Englmar nur Gerald Ciolek (Columbia) geschlagen geben.
Zur direkten Tour-Vorbereitung bestritt Wegmann die Dauphiné Libéré, wo er auf der ersten Etappe mit Rang vier seine beste Platzierung herausfahren konnte. Den letzten Formschliff holte sich der Freiburger dann bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum, wo er seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte.
Bei der Tour lief dann aber gar nichts zusammen. Nach einem Sturz fiel der Deutsche Meister auf der 19. Etappe aus dem Zeitlimit und musste kurz vor Paris die Heimreise antreten. "Ich bin jetzt ganz schön frustriert. Das ist der schlimmste Tag in meiner Karriere. Die letzten fünf, sechs Etappen, auf denen ich mich mit Schmerzen rumgequält habe, waren umsonst. Denn gerade der Gedanke, auf den Champs Elysees in Paris einzubiegen und sich von den Fans feiern zu lassen, richtet einen immer wieder auf, wenn man denkt, es geht einfach nicht mehr", schrieb der enttäuschte Wegmann auf seiner Homepage.
Danach konzentrierte sich Wegmann auf die Olympischen Spiele. Im Straßenrennen von Peking belegte er als bester Deutscher den 21. Platz. Ein weiteres Highlight sollte die WM in Varese werden. Zur Vorbereitung fuhr Wegmann die Vattenfall Cyclassics, die er auf Rang zehn beendete, und die Polen-Rundfahrt, die er nach einem sechsten Etappenrang aber nicht zu Ende fuhr.
Im WM-Straßenrennen von Varese war Wegmann der stärkste deutsche Fahrer, fuhr ein beherztes Finale und wurde schließlich mit Rang sieben belohnt. "Mit Platz sieben habe ich mich sogar um zwei Ränge gegenüber dem Vorjahr verbessert, aber wirklich zufrieden bin ich nicht. Da fährt man 260 Kilometer ein konzentriertes und, wie ich denke, gutes Rennen, sprintet am Ende um eine Medaille und kommt einfach nicht an den anderen vorbei", so Wegmann.
Als letzter Saisonhöhepunkt sollte im Oktober noch die Lombardei-Rundfahrt folgen. Am Rennen der "fallenden Blätter" sein Team nach den Dopingfällen von Bernhard Kohl und Stefan Schumacher aber nicht mehr teil. Für Wegmann besonders ärgerlich, hatte er doch zuvor mit den Plätzen sechs und sieben bei den italienischen Eintagesrennen GP Beghelli (Kat. 1.1) und Coppa Sabatini (Kat. 1.1) gute Spätform bewiesen.
In der kommenden Saison trägt Fabian Wegmann das Milram-Trikot und wird beim einzig verbliebenen deutschen ProTour-Rennstall vor allem im Frühjahr viel Verantwortung übernehmen müssen. In den Ardennen-Rennen etwa wird er der nominelle Milram-Kapitän sein. Dann muss der Deutsche Meister zeigen, dass er dieser Rolle gerecht werden kann. Das Potenzial dazu hat Wegmann.
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