“Dort habe ich zum ersten Mal gezeigt, was ich kann“

Vollgas statt Verteidigung: Vingegaard träumt von Angliru-Sieg

Von Felix Mattis

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Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) wird das Rote Trikot am Angliru nicht nur verteidigen wollen. | Foto: Cor Vos

05.09.2025  |  (rsn) – 12,4 Kilometer bei durchschnittlich 9,7 Prozent mit Spitzen bis 23 Prozent und auch ganzen Kilometern, die im Schnitt 17 Prozent steil sind: Der Alto de L'Angliru gilt als schwerster Anstieg der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. Folglich wird der dortigen Bergankunft am Ende der 13. Etappe der 80. Vuelta a Espana (2.UWT) eine besonders große Bedeutung für die Gesamtwertung zugesprochen.

Doch nicht nur deshalb ist in Asturien am Freitagnachmittag mit einem Angriff von Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) zu rechnen, mit dem der Däne seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen möchte. Für Vingegaard hat der Angliru auch eine besondere persönliche Bedeutung.

"Es ist ein brutaler Berg, er ist extrem schwer. Dort habe ich als Profi zum ersten Mal gezeigt, was ich wirklich kann", sagte der Däne nach der 12. Etappe. "Morgen bin ich zum dritten Mal dort und hoffentlich habe ich gute Beine. Es ist sicherlich ein Traum von mir, dort zu gewinnen. Der Angliru ist einer der ikonischsten Anstiege der Vuelta."

In der durch die Corona-Pandemie nach hinten verschobenen Saison 2020 bestritt Vingegaard in Spanien seine erste Grand Tour. Er war als Helfer von Primoz Roglic im Einsatz, der für Jumbo – Visma schließlich den Gesamtsieg feierte. Auf der Angliru-Etappe verlor der Slowene das Rote Trikot damals zwar vorübergehend an Richard Carapaz, doch an der Leistung seiner besten Berghelfer Sepp Kuss und Vingegaard lag das nicht. Sie machten einen starken Job und Vingegaard fuhr mit Etappenrang 14 das beste Tagesresultat seiner ersten Vuelta ein.

2023 dann kehrte das Jumbo-Trio in anderer Konstellation nach Asturien zurück: Kuss trug diesmal das Rote Trikot, Roglic und Vingegaard rangierten hinter dem US-Amerikaner auf den Gesamtplätzen drei (Roglic) und zwei (Vingegaard). Im steilen Schlussanstieg hängten sie zu dritt alle Kontrahenten ab, bevor Roglic mit seinem Tempo dann aber auch Kuss in Schwierigkeiten brachte. Vingegaard folgte dem Slowenen, ohne selbst zu attackieren, und fuhr hinter Roglic als Zweiter ins Ziel. Kuss büßte 19 Sekunden ein, verteidigte aber das Rote Trikot acht Sekunden vor dem Dänen und sicherte sich schließlich den Gesamtsieg.

Nun kommt Vingegaard also erstmals selbst als Leader an den Angliru. Und nachdem er bei den ersten beiden Besuchen nicht auf Sieg fahren durfte, wird er umso motivierter sein, die prestigeträchtige Bergankunft nun seinem Palmares hinzuzufügen.

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