Almeida und Ayuso mit “komischem Aufbau“

UAEs starke Vuelta-Doppelspitze hat starke Bedenken

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "UAEs starke Vuelta-Doppelspitze hat starke Bedenken"
Joao Almeida (UAE - Emirates - XRG) bei der Teampräsentation der Vuelta a Espana. | Foto: Cor Vos

23.08.2025  |  (rsn) – Joao Almeida, Juan Ayuso, Felix Großschartner und Marc Soler: UAE - Emirates - XRG schickt vier Profis zur Vuelta a Espana 2025, die schon Top-Ten-Ergebnisse bei Grand Tours zu Buche stehen haben. Hinzu kommt mit Jay Vine ein Fahrer, der zwei Etappen und das Bergtrikot der Spanien-Rundfahrt im Palmares stehen hat. Ein Team also, das genug Optionen hat – und auf dem Papier mit Almeida und Ayuso zwei Kapitäne. Doch ganz oben auf der Liste der Sieganwärter steht ein anderer.

"Natürlich ist Jonas (Vingegaard) der Favorit. Er hat die Tour zweimal gewonnen und ist einer der beiden besten Fahrer seiner Generation", meinte Almeida gegenüber cyclingnews.com. Der stärkste Fahrer, UAE-Kapitän Tadej Pogacar, wird in Italien nicht bei der Spanien-Rundfahrt starten. Trotzdem will der Portugiese Vingegaard einen harten Kampf liefern. "Wenn wir zwei Karten haben, die wir ausspielen können, sind wir stärker als bei nur einer", sagte er mit Blick auf die Doppelspitze mit Ayuso.

Beide Athleten mussten ihre letzte Grand Tour allerdings nach Stürzen aufgeben. Und ihre Vorbereitung war nicht ideal. Almeida zum Beispiel gab an, erst seit 2,5 Wochen wieder auf voller Intensität zu trainieren. "Aber ich fühle mich gut auf dem Rad. Ich denke, dass ich bereit bin und wir werden Tag für Tag sehen, wie es läuft", kündigte der Sieger von drei WorldTour-Rundfahrten dieser Saison an – Baskenland, Romandie und Tour de Suisse.

Bei seinem 22-jährigen Teamkollegen sieht es nicht viel anders aus. “Das ist das erste Mal, dass ich mich nicht spezifisch auf eine Grand Tour vorbereitet habe – außerdem ist es das erste Jahr, in dem ich an zwei Grand Tours teilnehme“, verriet der Spanier, der erst spät für die Vuelta nominiert wurde. “Es war ein komischer Aufbau. Ich werde sehen müssen, wie es bei mir im Rennen läuft. Wenn ich nicht super bin, werde ich Joao helfen, davon ausgehend, dass er gut drauf ist“, versicherte Ayuso, der im März Tirreno-Adriatico gewann und Zweiter der Katalonien-Rundfahrt wurde, dann beim Giro d'Italia aber angeschlagen war und auf Etappe 18 schließlich ausstieg.

Wie seine Beine sind, wird er am Ende der ersten Woche definitiv einschätzen können. "Andorra und der Tag danach (Etappe 6 und 7, d.Red.) werden zeigen, wie ich diese Vuelta weiterfahren werde", blickte der Tirreno-Sieger voraus. Und obwohl es für ihn selbst entscheidende Tage werden, folgen die wichtigsten für die Sieganwärter erst eine Woche später - am 13. Renntag am Alto di Angliru zum Beispiel. "Das ist der Schlüssel zum Rennen", befand Ayuso, bevor Almeida allerdings gleich wieder relativierte.

"Manchmal liegen Schlüssel dort, wo man sie nicht vermutet"

“Manchmal liegen Schlüssel allerdings dort, wo man sie am wenigsten vermutet. Wir werden es sehen“, so der 27-Jährige, der die Tour de France am neunten Renntag verließ. Demnach hat er dieses Jahr noch keine dreiwöchige Rundfahrt in den Knochen. Doch das sieht Almeida selbst anders. “Es ist schwer, zwei Grand Tours zu fahren, denn man braucht eine Menge mentaler Energie. Trotzdem mag ich es, denn die GTs sind meine Lieblingsrennen.“

Den Nachteil einer anderen dreiwöchigen Rundfahrt in den Beinen hat allerdings auch Vingegaard, der die 21 Etappen als einziger der Drei vollgemacht hat. Trotzdem schiebt man dem Visma-Kapitän bei UAE die Favoritenrolle zu. “Er trägt die Verantwortung. Er hat ein großartiges Team an seiner Seite, deswegen lasten der Druck und das Gewicht des Rennens ausschließlich auf ihm“, urteilte Ayuso. "Wir sind Mitfavoriten, aber er ist der Favorit", fügte Almeida an.

Mehr Informationen zu diesem Thema

29.10.2025Pidcock: “Ich war in der besten Form meines Lebens“

(rsn) – Fünf Siege feierte Tom Pidcock in seiner ersten Saison beim Schweizer Zweitdivisionär Q36.5 Pro Cycling Team. Zwar ging er bei WorldTour-Rennen leer aus, dennoch erklärte der Brite gegenÃ

18.09.2025Anti-Gewalt-Kommission fordert Strafen gegen Vuelta-Protestierer

(rsn) – Die Meinungen zu den pro-palästinensischen Protesten, bei denen gewalttätige Demonstranten den Abbruch der 80. Vuelta a Espana (2.UWT) erzwangen, gehen in Spanien nach wie vor weit ausein

16.09.2025UCI will in Ruanda Proteste wie bei der Vuelta verhindern

(rsn – Nach den Massenprotesten am letzten Tag der Vuelta a Espana, in deren Folge die 21. Etappe in Madrid nicht ausgetragen werden konnte, hat der Radsportweltverband UCI angekündigt, dass es in

15.09.2025UCI äußert “völlige Ablehnung und tiefe Besorgnis“ nach Vuelta-Chaos

(rsn) – Lange Zeit war während der Vuelta nichts von der UCI zu hören. Der Weltverband berief sich auf seine politische Neutralität und hielt sich raus, während bei einem der wichtigsten Wettbew

15.09.2025“Das war organisiertes Verbrechen“ - “Sie waren fast wie wilde Tiere“

(rsn) – Die Vuelta Espana 2025 wird als besonders in die Geschichte eingehen. Nicht unbedingt aufgrund der sportlichen Auffälligkeit, wenngleich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) unter ande

15.09.2025Vuelta-Chef Guillén spricht von “absolut inakzeptablen“ Verhältnissen

(rsn) – Dass Sport und Politik selten harmonieren, ist keine neue Erkenntnis. In der Dimension der auftretenden Probleme hat die Vuelta a Espana aber zumindest in Radsport-Verhältnissen gemessen ne

15.09.2025Pidcock strahlt neben Vingegaard: Wo geht die Reise hin?

(rsn) – Thomas Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team) hat bei der 80. Ausgabe der Vuelta a España Geschichte geschrieben. Sein dritter Gesamtrang in Spanien bescherte zum zweiten Mal in diesem Jahrtausen

15.09.2025Vingegaard & Co. am Hotelparkplatz auf Kühlboxen geehrt

(rsn) - Die pro-palästinensischen Proteste, die am Sonntag für ein vorzeitiges Ende der Vuelta 2025 sorgten, hatten nicht nur die letzte Etappe auf dem Gewissen, sondern auch die offizielle Siegereh

15.09.2025Zwischen Stolz und Unvollendung: Vingegaards seltsamer Triumph

(rsn) – Jonas Vingegaard (Team Visma – Lease a Bike) hat die 80. Ausgabe der Vuelta a España und damit die dritte Grand Tour seiner Karriere gewonnen. Vor João Almeida (UAE - Emirates – XRG/+1

14.09.2025Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 184 Profis aus 23 Teams sind am 23. August in Turin in Norditalien zur 80. Vuelta a Espana (2.UWT) angetreten. 3151 Kilometer ist die Spanien-Rundfahrt in diesem Jahr lang, nicht weniger als

14.09.2025Madrids Bürgermeister übt scharfe Kritik nicht nur an Demonstranten

(rsn) – Madrids Bürgermeister José Luis Martinez-Almeida hat nach dem Abbruch der Schlussetappe der 80. Vuelta a Espana mit scharfer Kritik an den Demonstranten reagiert und auch Spaniens Minister

14.09.2025Vuelta-Schlussetappe wegen erneuter Proteste vorzeitig beendet

(rsn) - Von wegen Champagnerfahrt nach Madrid: Die 80. Vuelta a Espana ist 55 Kilometer früher als geplant beendet worden. Pro-palästinensische Demonstranten stoppten zunächst das Peloton noch auf

Weitere Radsportnachrichten

09.03.2026Radsport live im Stream und im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wic

09.03.2026“Max hatte Tränen in den Augen“: Kanter sammelt Selbstvertrauen

(rsn) – Ob ein Resultat als Durchbruch gewertet werden kann, lässt sich immer erst im Nachhinein sagen. Doch die 2. Etappe von Paris-Nizza hat für Max Kanter (XDS – Astana) zumindest das Potenzi

09.03.2026Wheel Divas feiern gelungenen Saisonauftakt

(rsn) - Mit der Umag Classic Ladies (1.2) am vergangenen Mittwoch und der Porec Classic Ladies (1.2) am Wochenende starteten die beiden deutschen Frauen-Kontinentalteams Wheel Divas und LKT in die ne

09.03.2026Erster WorldTour-Sieg: Kanter jubelt im Sprint

(rsn) - Mark Cavendish, Robbie McEwen, Max Kanter. Zumindest in der Ortschronik von Montargis steht der deutsche Sprinter jetzt in einer Reihe mit zwei legendären Sprintern, die hier ebenfalls schon

09.03.2026Tirreno: Walscheid kämpft sich gegen die Uhr zu Platz drei

(rsn) – Als Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) zur einzigen Zwischenzeit des Auftaktzeitfahren bei Tirreno-Adriatico (2.UWT) kam, blitzte eine rote 0 auf. Sekundengleich mit Magnus Sheffield (Ineo

09.03.2026Ganna feiert vierten Sieg beim Zeitfahren im Lido di Camaiore

(rsn) - Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) hat wie im Vorjahr das Auftaktzeitfahren von Tirreno-Adriatico (2.UWT) in Lido di Camaiore gewonnen. Für den Italiener ist es insgesamt der fünfte Sieg beim

09.03.2026Moore triumphiert bei Porec Classic, Koech auf dem Podium in Rhodos

(rsn) - Eine intensive und erfolgreiche Rennwoche liegt hinter den deutschen und österreichischen Kontinental-Teams. Bei gleich fünf Eintagesrennen der Kategorie 1.2 in Kroatien, Griechenland und de

09.03.2026Vingegaard kritisiert Paris-Nizza-Parcours

(rsn) – Mit 47 Sekunden Rückstand erreichte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) bei seinem Saisoneinstand, dem Auftakt zu Paris-Nizza (2.UWT), das Ziel in Carrières-sous-Poissy. Grund zur Au

09.03.2026Bericht: Ineos mit neuem lukrativen Namenssponsor

(rsn) – Mit einem neuen Sponsor aus der IT-Branche will das britische Team Ineos Grenadiers in den kommenden Jahren die Lücke zu den “Superteams“ um UAE – Emirates – XRG und Co. schließen.

09.03.2026Walscheid bei Lidl - Trek: Pedersen und Milan als Motivations-Booster

(rsn) – Mit Tirreno-Adriatico (2.UWT) beginnt am Montag in Lido di Camaiore für Max Walscheid das zweite Etappenrennen in den Farben seines neuen, deutschen Teams Lidl – Trek. Und nachdem der Hei

08.03.2026Evenepoels Siege nehmen Roglic Druck von den Schultern

(rsn) – Als Primoz Roglic 2024 zu Red Bull – Bora – hansgrohe kam, war das eine Transfersensation. Das gesamte Team wurde auf den ehemaligen Skispringer ausgerichtet und der Toursieg sollte her.

08.03.2026“Drei WorldTeams jagen Van Eetvelt“

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr