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02.07.2025 | (rsn) – Jeder Radsportfan kennt die Wertungstrikots und weiß meist auch, was sie symbolisieren. Das Gelbe Trikot geht an den Zeitschnellsten, das Grüne an den Punktbesten, das Gepunktete an den Fahrer mit den meisten Zählern an Bergwertungen und das Weiße Trikot an den besten Jungprofi unter 25 Jahren.
Aber wann gibt es wofür wie viele Punkte? Wo gibt es Bonussekunden? Diese Systeme werden regelmäßig zumindest in Details überarbeitet und sind für die Dynamik des Rennens wichtig und potenziell entscheidend. Zudem ist manchmal wichtig, was bei Punkt- oder Zeitgleichheit passiert. Deshalb lohnt sich vor jeder Frankreich-Rundfahrt der genaue Blick ins Reglement.
So funktioniert die Tour der France 2025:
Die Tour führt derjenige an, der in Addition aller Etappen die niedrigste Gesamtzeit gefahren ist. Liegen zwei Fahrer nach Sekunden gleichauf, so werden die Zehntelsekunden aus den Einzelzeitfahren (5. und 13. Etappe) herangezogen. Macht auch das keinen Unterschied und auch bis zum Zeitfahren ist die Addition der Etappenplatzierungen der Fahrer ausschlaggebend; liegen zwei Mann trotzdem noch gleichauf, so entscheidet die bessere Position auf der jeweils letzten Etappe.
Die Nachwuchswertung funktioniert nach demselben Prinzip wie die Gesamtwertung. Allerdings werden hier nur Fahrer berücksichtigt, die nach dem 1. Januar 2000 geboren wurden.
Im Ziel jeder Etappe und bei täglich einem Zwischensprint gibt es Punkte für den Kampf um Grün. Diese Wertung soll die Sprinter bevorzugen, so dass die Etappen in Kategorien eingeteilt und unterschiedlich viele Punkte vergeben werden. Bei Gleichstand führt derjenige, der mehr Etappen gewonnen hat, danach entscheidet die Zahl der gewonnenen Zwischensprints und schließlich die Platzierung in der Gesamtwertung.
Das Punkteschema:
Zwischensprints, Einzelzeitfahren (5. und 13. Etappe) und Bergetappen (10., 12., 14., 18. und 19.):
20, 17, 15, 13, 11, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 Punkte für die Top 15
Mittelschwere Etappen (6., 16. und 20.):
30, 25, 22, 19, 17, 15, 13, 11, 9, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte für die Top 15
Flachetappen (1., 2., 3., 4., 7., 8., 9., 11., 15., 17. und 21.):
50, 30, 20, 18, 16, 14, 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte für die Top 15
An insgesamt 68 Anstiegen werden bei dieser Tour Punkte für das weiße Trikot mit den roten Punkten vergeben, das Bergtrikot. Die Gipfel sind dabei in fünf Kategorien eingeteilt, wobei HC (Hors Catégorie) die anspruchsvollsten Berge auszeichnet. Bei Gleichstand im Kletter-Klassement entscheidet, wer am meisten HC-Berge als Erster erklommen hat, danach die Siege an Bergpreisen der 1. Kategorie und so weiter bis zur 4. Kategorie. Ist auch dann kein Unterschied auszumachen, ist die Position in der Gesamtwertung ausschlaggebend.
Das Punkteschema:
Hors Catégorie (HC / 9 Berge): 20, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 Punkte für die Top 8
1. Kategorie (4 Berge): 10, 8, 6, 4, 2, 1 Punkte für die Top 6
2. Kategorie (13 Berge): 5, 3, 2, 1 Punkte für die Top 4
3. Kategorie (16 Berge): 2, 1 Punkte für die Top 2
4. Kategorie (26 Berge): 1 Punkt für den Ersten
Die Punkte am Col de la Loze, dem Schlussanstieg der 18. Etappe (HC) werden verdoppelt, der Sieger erhält also 40 Punkte für die Bergwertung, der Zweite 30 und so weiter.
Führt ein Fahrer in mehreren Wertungen und ist daher im Besitz mehrerer Trikots, so trägt er immer das höherwertige Trikot. Das andere Jersey trägt in Vertretung der jeweils Zweitplatzierte der jeweiligen Sonderwertung. Priorität hat Gelb, dann Grün, dann Gepunktet und dann Weiß.
Hat ein Fahrer beispielsweise nach der 1. Etappe Gelb, Grün und Weiß, so trägt er Gelb, der Zweite in der Punktewertung Grün und der Zweite in der Nachwuchswertung Weiß. Ist der Zweite in Punkte- und Nachwuchswertung auch gleich, so trägt der Dritte der Nachwuchswertung Weiß. Das gilt dann, wenn der Zweitplatzierte nicht auch Träger des Weltmeistertrikots oder ein Kontinentaler oder Nationaler Meister ist und ein entsprechendes Jersey trägt. Das wäre in der Gewichtung höher und der Drittplatzierte würde das Wertungstrikot überstreifen.
Nach Zeit sortiert sich neben der Gesamt- und der Nachwuchswertung auch das Team-Klassement der Tour. Jeden Tag werden die Zeiten der drei Bestplatzierten jeder Mannschaft addiert, so dass es auch einen Team-Tagessieger gibt. Bei Zeitgleichheit entscheider hier die Addition der Etappenplätze der drei besten Fahrer. In der Gesamt-Teamwertung entscheidet bei gleicher Zeit die Zahl der Tagessiege im Mannschaftsklassement, danach die zweiten Plätze und so weiter.
Eine Jury unter Vorsitz des Renndirektors wählt jeden Tag den kämpferischsten Fahrer der Etappe. Er bekommt für den Folgetag eine goldene Rückennummer. Am Tour-Ende wird außerdem der kämpferischste Fahrer der gesamten Rundfahrt gekürt. Auch er wird von der Jury gewählt, ist also nicht automatisch ein Fahrer, der mehrmals kämpferischster Fahrer einer Etappe war. Bis 2022 war diese Rückennummer übrigens Rot, durch den neuen Sponsor Century 21 wurde das aber geändert.
Im Ziel aller Etappen, abgesehen von den Zeitfahren, bekommen die Top 3 des Teilstücks 10, 6 und 4 Sekunden für die Gesamt- und Nachwuchswertung gutgeschrieben. Weitere Bonussekunden wird es im Unterschied zu den vergangenen Jahren nicht geben.
Gemessen wird für jede Etappe nur auf die Sekunde und es wird immer abgerundet. Zehntel- oder Hundertstelsekunden sind – abgesehen vom Zeitfahren - nur für die jeweilige Etappenplatzierung relevant. Erreichen Fahrer gemeinsam in einer Gruppe das Ziel, bekommen sie alle die Zeit des Ersten der Gruppe. Bei Etappen mit erwarteten Massensprints (1., 3., 8., 9., 15., 17., und 21. Etappe) darf eine Lücke in der Gruppe bis zu drei Sekunden betragen, bevor sie auch als Lücke gewertet wird. Bei allen anderen Etappen zählt jede Lücke ab einer Sekunde.
Wird ein Fahrer durch einen Sturz oder Defekt auf den letzten 3.000 Metern einer Etappe aufgehalten, bekommt er trotzdem die Zeit derjenigen Gruppe berechnet, in der er sich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten hat. Bei erwarteten Sprintankünften kann die Jury die Regel auf vier oder fünf Kilometer vor dem Ziel ausweiten. Das gilt nicht bei den ansteigenden Zielankünften der Etappen 2, 6, 7, 10, 11, 14, 16, 18 und 19 sowie natürlich auch nicht in den Zeitfahren.
Jeden Tag bleibt nur im Rennen, wer innerhalb einer Maximalzeit das Ziel erreicht. Wie groß diese Karenzzeit bemessen ist, richtet sich nach der Zeit des jeweiligen Etappensiegers und dessen Durchschnittsgeschwindigkeit sowie dem Schwierigkeitsgrad der Etappe – dabei sind die Etappen in sechs Koeffizienten eingeteilt. Grob gilt: Je schwerer die Etappe und je schneller der Sieger, desto größer darf der Rückstand eines Fahrers im prozentualen Verhältnis zur Siegerzeit sein.
Koeffizient 1 (1., 3., 8., 9., 17., 21. Etappe):
Maximaler Rückstand zwischen 5% der Siegerzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 38 km/h und 12% bei über 50km/h. Dazwischen kommt bei jedem km/h Geschwindigkeitszuwachs ein Prozentpunkt drauf.
Koeffizient 2 (2., 4., 6., 11. und 15. Etappe):
Maximaler Rückstand zwischen 8% der Siegerzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 37 km/h und 18% bei über 46km/h. Dazwischen kommt alle zwei km/h Geschwindigkeitszuwachs ein Prozentpunkt drauf.
Koeffizient 3 (6., 16. und 20. Etappe):
Maximaler Rückstand zwischen 11% der Siegerzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 36km/h und 20% bei über 44km/h. Dazwischen kommt alle zwei km/h Geschwindigkeitszuwachs ein Prozentpunkt drauf.
Koeffizient 4 (10., 12. und 14. Etappe):
Maximaler Rückstand zwischen 9% der Siegerzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 31km/h und 19% bei über 40km/h. Dazwischen kommt bei jedem km/h Geschwindigkeitszuwachs ein Prozentpunkt drauf.
Koeffizient 5 (18. und 19. Etappe):
Maximaler Rückstand zwischen 11% der Siegerzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 29km/h und 19% bei über 36km/h. Dazwischen kommt bei jedem km/h Geschwindigkeitszuwachs ein Prozentpunkt drauf.
Koeffizient 6 (5. und 13. Etappe):
Im Einzelzeitfahren beträgt der maximale Rückstand pauschal 25% (Etappe 5) beziehungsweise 33% (Etappe 13) der Siegerzeit, egal wie schnell oder langsam diese ist.
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