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30.12.2025 | (rsn) – Das Trikot des Niederländischen Meisters mit dem Sponsorennamen Alpecin in großen Lettern auf der Brust, dazu die oft verpönte weiße Rennhose: Diese Beschreibung trifft in diesem Crosswinter nicht auf Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck), sondern auf seinen jungen Landsmann Tibor Del Grosso zu. In Abwesenheit seines Kapitäns gewann der 22-Jährige nach dem Superprestige-Lauf in Heusden-Zolder auch den in Diegem.
Der Belgier Joran Wyseure (Corendon – Crelan) sicherte sich den zweiten Platz vor seinem Landsmann Thibau Nys (Baloise – Glowi Lions), der sich lange ein spannendes Duell mit Del Grosso geliefert hatte. Letztendlich entschied der Belgische Meister das Rennen durch einen Sturz im Sand zu seinen und den Ungunsten seines Landsmanns, den er mit sich zu Boden riss.
Der Niederländer Mees Hendrikx (Heizomat – Cube) sorgte als Vierter für sein bestes Karriereresultat in einer der drei großen Serien. Der Belgier Niels Vandeputte (Alpecin – Deceuninck) konnte als Fünfter seine Führung im Gesamtklassement nur minimal ausbauen, da sein Landsmann Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) nach einem Sturz beim Start eine imponierende Aufholjagd hinlegte und Sechster wurde.
Sieben Siege hat van der Poel in Diegem bereits gesammelt, für den ‘Mini-Mathieu‘ ist es der erste. “Das war wirklich sehr wichtig für mich, Diegem ist eines der gutesten (sic) Rennen des Jahres. Ich freue mich extrem“, sagte der strahlende Sieger in englischer Sprache im Ziel-Interview. Del Grosso wurde nach diesem kurzen Statement auch sofort wieder weggelassen, da ihm sichtlich kalt war.
Der 23-jährige Nys wollte der Familienbilanz einen sechsten Sieg in Diegem hinzufügen, nachdem Vater Sven Nys zu seiner Zeit fünf vorgelegt hatte. Ein Sturz im Sand beendete diesen Traum. “Es war ein großes Ziel, hier zu gewinnen. Es war ein schöner Zweikampf und ich hatte gute Chancen, den Sieg zu holen. Letztendlich war es mein eigener Fehler und wir haben einen verdienten Sieger“, resümierte der Dritte.
Max Heiner Oertzen (Radsport Nagel), der einzige Deutsche im Rennen, ging jenseits der Top 40 ins Gelände. Anschließend konnte der 19-Jährige sich aber gut vorarbeiten. Nachdem er am Montag noch 21. des U23-Rennens in Loenhout geworden war, kann er mit Platz 25 bei der Elite in Diegem zufrieden sein.
Vandeputte, der vor dem Nachtcross von Diegem nur einen Zähler vor Vanthourenhout lag, konnte seinen Vorsprung auf den Mann des Tages um einen weiteren Zähler ausbauen. Neuer Dritter ist Wyseure, der allerdings schon 25 Punkte Rückstand aufweist. Das siebte von acht Superprestige-Rennen wird am 3. Januar in Gullegem ausgetragen.
Wie bei den Frauen lag auch bei den Männern der Zweite der Superprestige-Gesamtwertung auf dem Boden. Vanthourenhout trat nach dem Startsignal ins Leere, kam zu Fall und sorgte damit für einen Massensturz, der das halbe Feld zum Stillstand brachte. In der ersten Kurve rutschte auch noch Gioele Bertolini (Guerciotto) weg, der in Loenhout Sechster geworden war. Als die Regie alle Crashs aufgelöst hatte, führte Hendrikx das Feld an. Nach drei Minuten übernahm Del Grosso das Kommando und setzte sich mit einer perfekten Fahrt durch den Sand ab. Bei der ersten Zieldurchfahrt schob sich Nys an die zweite Position, er führte das Feld neun Sekunden später auf den zweiten Umlauf.
Am Regimentsberg konnten dem Belgischen Meister noch sieben Fahrer folgen und die schüttelte er im Sand auch ab. Obwohl Del Grosso im Gegensatz zu Nys locker wirkte, hatte der Verfolger eingangs der 3. Runde nur eine Sekunde aufgeholt. Vandeputte hatte noch fünf Begleiter und wies 15 Sekunden Rückstand auf. Der Schweizer Kevin Kuhn (Heizomat – Cube) hatte den Anschluss verloren, während Vanthourenhout sich auf Position 27 vorgekämpft hatte.
Nys kam bis auf fünf Sekunden heran, verlor davon wieder zwei und schloss die Runde mit sechs Sekunden Rückstand ab. Statt die Lücke schnell zuzufahren, blieb er hängen, während Del Grosso weiter scheinbar mühelos über den Parcours fuhr. Vanthourenhout rückte auf Position 21 vor und war dabei in dieser Phase so schnell wie der Spitzenreiter.
Der wurde im fünften von neun Umläufen am Regimentsberg von Nys eingeholt. Doch im kurz darauf folgenden Sand setzte der Niederländische sich wieder um fünf Sekunden vom Belgischen Meister ab. Yordi Corsus (Pauwels Sauzen – Altez) konnte den Verfolgern nicht mehr folgen, sein Kapitän Vanthourenhout kam mit der besten Runde auf Position 15, die im Ziel einen Zähler fürs Klassement wert ist.
Vor dem Regimentsberg schaffte Nys wieder den Anschluss. Oben angekommen übernahm er erstmals die Führung im Rennen, doch das ließ sich Del Grosso nicht gefallen. Vor den folgenden technischen Passagen zog er wieder an seinem Gegner vorbei. Im Sand war der Alpecin-Mann wieder deutlich schneller, obwohl Nys diesmal besser durch diese Passage kam. Vor der Zielgerade schloss er erneut auf, das Duo ging 21 Sekunden vor Wyseure, Hendrikx, Vandeputte, Jente Michels (Alpecin – Deceuninck) und Felipe Orts (Ridley) auf die 6. Runde. Vanthourenhout war wieder der Schnellste und passierte als Elfter die Ziellinie.
Orts sorgte dann mit einem Sturz unfreiwillig dafür, dass die Verfolgergruppe auseinanderfiel. Wyseure, Michels und Hendrikx setzten sich ab, Gerben Kuypers (Charles Liegeois Roastery) holte sich den Spanischen Meister. Beim Spitzenduo ging jetzt Nys als Erster in den Sand und dieser taktische Schachzug sorgte dafür, dass er anschließend gemeinsam mit Del Grosso fahren konnte. Dahinter setzte sich Wyseure ab – und der kam den etwas taktierenden Spitzenreitern nun auch deutlich näher. Drei Runden vor Schluss lag er nur noch sechs Sekunden zurück, Hendrikx folgte auf 18 Sekunden.
Aus dem Duell machte Wyseure wenig später einen Dreikampf. Am Regimentsberg kam auch Hendrikx nahe, doch vor den technischen Passagen ging vorn das Tempo wieder hoch. Del Grosso ging als Erster in den Sand und erarbeitete sich diesmal nur rund eine Sekunde Vorsprung, die Nys und Wyseure direkt wieder schließen konnten. Die achte und vorletzte Runde nahmen die Drei elf Sekunden vor Hendrikx und derer 14 vor Vandeputte in Angriff. Vanthourenhout kam als Neunter zur Zeitmessung.
Durch einen technischen Fehler am Fuß eines Anstiegs, wo er vom Rad musste, handelte sich Del Grosso einen kleinen Rückstand ein. Nys ging kurz darauf als Erster in den Sand – und hängte sich dort ein einem Streckenbegrenzungspfeiler auf. Bei seinem Sturz riss er Wyseure mit sich. Der lachende Dritte war Del Grosso, an dem am Boden liegenden Duo vorbeizog. Als die Glocke für ihn geläutet wurde, lag er sieben Sekunden vor seinen beiden Verfolgern.
Nys hängte seinen Landsmann am Regimentsberg ab, doch Del Grosso kam er nicht näher. Im Anstieg hatte sich der Belgische Meister allerdings übernommen. Er ließ danach Kopf und Schultern hängen, Wyseure fuhr an ihm vorbei und der Spitzenreiter baute seinen Vorsprung aus. Nys hatte eine ganz schlechte Passage durch den Sand und spürte plötzlich den Atem von Hendrikx und Vandeputte im Nacken.
Während Del Grosso ungefährdet das Rennen gewann, schloss Hendrikx auf der Zielgerade fast noch zu Nys auf. Kuypers, ab dem 1. Januar 2026 bei Pauwels Sauzen unter Vertrag, ließ auf der Zielgerade noch seinen künftigen Teamkollegen Vanthourenhout vorbei und wurde dafür im Vorbeifahren mit einem Schulterklopfer belohnt.
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