“Wollten in Ruanda eigentlich mit anderem Fahrer gewinnen“

Dieses Mal fuhr Kretschy Gelb nach Hause

Von Kevin Kempf

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Moritz Kretschy (NSN Development) überquert die Ziellinie der Tour du Rwanda | Foto: Veranstalter

02.03.2026  |  (rsn) - "Die Luft war raus, ich konnte gar nicht ums Trikot kämpfen, es ging einfach nichts mehr", resümierte Moritz Kretschy (NSN Development) diesen Winter im Gespräch mit Eurosport. Thema war die 5. Etappe der 34. Alpes Isère Tour (2.2) 2025. Nach zwei im Finale sehr stark herausgefahrenen Tageserfolgen ging er in Gelb auf das Schlussteilstück. Dort verlor er auf dem Weg zur Bergankunft in La Mure außerplanmäßige 18:13 Minuten.

Aus Frankreich kehrte er also mit seinen ersten zwei Profisiegen heim. Trotzdem endete die Rundfahrt mit einem Dämpfer, auch wenn er die zwei die Tageserfolge höher einschätzte als eine möglich erachtete Top-Fünf-Platzierung.

Acht Monate später fuhr der 23-Jährige in Ruanda erstmals wieder in ein Leadertrikot. Dieses Mal ohne einen Etappensieg. Auf den ersten zwei Tagen der Tour du Rwanda hatte sich der Sache schadlos gehalten, auf der 3. Etappe büßte er 1:20 Minuten auf den Tagesbesten Jurgen Zomermaand (Development Picnic – PostNL) sowie 30 Sekunden auf die Stärksten des Feldes, zu denen auch sein Teamkollege Pau Marti gehörte, ein.

Diese Ausgangslage nutzte er tags drauf, denn die Picnic-Jungs des Gesamtführenden Zomermaand waren nicht stark genug, um das Peloton zu kontrollieren. Fünfzehn Ausreißer bestimmten die 4. Etappe, Kretschy war einer der beiden Stärksten, verlor aber den Zweiersprint in Rubavu. Dafür übernahm er die Gesamtführung – mit 2:02 Minuten Vorsprung auf Johannes Adamietz (Rembe – rad-net) und derer 4:50 auf XDS-Profi Henok Mulubrhan (Nationalmannschaft Eritrea), der neben Marti den besten Eindruck hinterließ.

Der spanische Neoprofi Marti, der in Afrika fürs Development-Team antrat, war bei NSN der Mann für die Gesamtwertung. “Wir wollten das Klassement eigentlich mit einem anderen Fahrer gewinnen, aber nun bleibt der Triumph im Team und wir freuen uns riesig“, meinte Kretschy im Ziel-Interview nach dem Schlusstag. Sein Gesamtsieg war auf den letzten Etappen nie in Gefahr gekommen, seine Mannschaft und er waren immer Herr der Lage und die Schweizer Equipe setzte sich nun für den Deutschen ein.

Zu nennenswerten Zeitabständen kam es so nicht mehr. Nach zwei Massensprints war Kretschy am Vorschlusstag an der Mur de Kigali voll im Bilde. Als es ernst wurde, musste er nur den im Klassement zurückliegenden Henrique Bravo (Soudal -Quick-Step Devo) fahren lassen, im Septett um Mulubrhan wurde er Tagesfünfter. Die Schlussetappe der Rundfahrt führte über den letztjährigen WM-Kurs, der bekanntlich für große Zeitabstände sorgen kann.

Eine Etappe, drei Ziele

“Gerade heute war es noch mal ein sehr schwerer Tag. Wir wollten das Rennen kontrollieren, die Etappe gewinnen und das Trikot so gut wie möglich verteidigen“, nannte Kretschy gleich drei Ziele, von denen zumindest zwei erreicht wurden. Er und NSN fuhren erneut souverän, den Etappensieg sicherte sich aber Mulubrhan.

Den bekam der Eritreer allerdings nicht kampflos, denn im letzten Kilometer versuchte sich auch der Mann im Gelb an einer Offensivaktion. Ich habe am Ende noch probiert, eine Attacke zu platzieren, aber meine Beine waren ziemlich im Arsch. So sind einige Fahrer an mir vorbeigekommen, aber ich habe das Gelbe Trikot verteidigt und das bedeutet mir echt viel“, gab er zu Protokoll.

Sein dritter Profisieg ist nicht nur eine Kategorie höher als seine ersten beiden, er ist auch der erste Gesamterfolg. “Es bedeutet uns eine Menge“, freute er sich, bevor er seine Mannschaft noch mal verbal ins Rampenlicht rückte: “Man will immer als Team Rennen gewinnen und das hat geklappt. Es war auch eine Teamleistung und nichts Individuelles.“

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