Nach Ausrufezeichen beim Omloop

Vermeersch selbstbewusst: “Glaube, dass ich Mathieu eines Tages besiegen kann“

Von Sebastian Lindner

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Entscheidende Attacke am Molenberg: Florian Vermeersch geht in die Offensive. | Foto: Cor Vos

01.03.2026  |  (rsn) – Auch wenn Florian Vermeersch noch nicht die Meriten hat wie ein Tim Wellens oder ein Nils Politt, so kam es nicht von ungefähr, dass der UAE-Profi beim Omloop Nieuwsblad die Hauptrolle in seinem Team spielte. Sportdirektor Matxin Fernandez hatte kürzlich angedeutet, dass der 26-Jährige eine, wenn nicht gar die Karte von UAE – Emirates – XRG in der anstehenden Klassikerkampagne werden könnte. Das Team glaubt an den Belgier. Der glaubt an sich selbst. Und der Glaube kann mitunter Berge versetzen, heißt es.

Am Molenberg ging es zwar nicht darum, den Hügel umzuverlegen, vielmehr darum, am schnellsten drüber zu kommen. Und da war Vermeersch der Beste. Nur der spätere Sieger Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tim van Dijke (Red Bull – Bora – hansgrohe) konnten der Attacke folgen. “Ich fahre lieber so, als super defensiv zu fahren, eingeholt zu werden und nicht unter den ersten Zwanzig zu landen“, sagte Vermeersch später, als er sich beinahe schon rechtfertigen musste, dass er auch nach der Offensivaktion noch weiter mit van der Poel zusammengearbeitet hatte, um den Abstand zum Feld zu vergrößern. “Vielleicht war es ein wenig naiv. Aber wenn es eine Chance gibt, um den Sieg zu kämpfen, dann muss man das auch machen.“

Und auch van der Poel sah das so. “Wenn er nicht das gemacht hätte, was er getan hat, wäre er nicht auf dem Podium. Das vergessen die Leute manchmal“, so der Omloop-Sieger, der sich an der Mauer von Geraardsbergen von seinen beiden Begleitern abgesetzt und die restlichen rund 15 Kilometer als Solist nach Ninove gefahren war. An der Mauer hatte Vermeersch technische Probleme, die Schaltung klemmte. So hatte Vermeersch nicht nur keine Chance, an van der Poel dranzubleiben, sondern auch Mühe, das Hinterrad von van Dijke zu halten.

Vermeersch im gesamten Frühling der Kapitän?

“Mathieu war der Stärkste“, erkannte er ohne Umschweife an und ließ auch wenig Zweifel daran aufkommen, dass eine sauber funktionierende Mechanik irgendetwas am Sieger geändert hätte. Dennoch sprach das Selbstvertrauen aus ihm. “Ich glaube, dass ich eines Tages soweit bin und ihn besiegen kann. Mathieu kann einen schlechten Tag haben und ich einen guten.“

Glaube kann Berge versetzen. Aber auch van der Poel in einem Klassiker bezwingen? Der Omloop-Dritte, der auf der Zielgerade den Antritt von van Dijke verpasste und sich so nahezu kampflos geschlagen gab, sagt ja. “Ich glaube, dass es in allen Klassikern, die ich fahre, die Chance gibt, zu gewinnen“, so der Mann aus Gent, der beim Omloop quasi vor der Haustür startete. Vermeersch fährt die komplette Klassikerkampagne. Und klingt dabei nicht so, als müsste er allzu oft in die Helferrolle für Wellens oder Politt schlüpfen. Ausnahme dürften dabei vielleicht die Rennen sein, die auch Tadej Pogacar bestreitet, als Strade Bianche, Mailand-Sanremo, die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Das wäre schließlich schon fast Gotteslästerung.

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