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13.06.2025 | (rsn) – Während Florian Lipowitz beim Critérium du Dauphiné (2.UWT) ganz vorne mitmischt und sich auf sein Debüt bei der Tour de France vorbereitet, steht auch für das nächste Rundfahrt-Talent im Lager des deutschen Rennstalls am Wochenende das große Saison-Highlight an: Die Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies starten in den Giro d'Italia Next Gen (2.2U), die wichtigste U23-Rundfahrt für Sponsoren-Teams, und setzen dort für die Gesamtwertung auf den 18-jährigen Italiener Lorenzo Finn.
Der Junioren-Weltmeister von 2024 soll sich bei seinem Heimrennen mit U23-Stars wie Titelverteidiger Jarno Widar (Lotto Development) aus Belgien und den beiden Gastfahrern Jorgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike Development) und Albert Withen Philipsen (Lidl – Trek Future Racing) messen und beim bislang längsten Etappenrennen seines Lebens sein Potenzial aufblitzen lassen.
Die Red Bull Rookies verbrachten bis Anfang Juni ein dreiwöchiges Höhentrainingslager in Andorra, um ihre Fahrer bestmöglich auf den Saison-Höhepunkt des neuen U23-Teams vorzubereiten. Denn selbst wenn Ende August auch die Tour de l'Avenir (2.2U) für viele U23-Asse noch auf dem Plan steht, so starten dort in Frankreich weiterhin nur Nationalteams. Das könnte sich 2026 ändern, doch in diesem Jahr liegt der Fokus für die Development-Teams der großen WorldTour-Rennställe auf Italien. ___STEADY_PAYWALL___
"Einige unserer Fahrer werden sicher auch zur Tour de l'Avenir fahren und wir unterstützen sie dabei, so gut wir können. Aber als Einheit konzentrieren wir uns auf den Baby Giro", erklärte John Wakefield, Coach bei den Rookies, radsport-news.com.
Lorenzo Finn im Höhentrainingslager in Andorra. | Foto: Twila Federica Muzzi / Red Bull – Bora - hansgrohe
Wakefield und Finn saßen gegen Ende ihres Camps in 2.400 Metern Höhe für eine Online-Medienrunde zusammen und sprachen über das anstehende Highlight sowie die Erwartungen an den 18-Jährigen selbst. Das an sich war schon speziell: Dass ein 18-jähriger Italiener eines U23-Development-Teams sich internationalen Journalisten stellen muss und dabei im besten Englisch – Finns Vater ist Brite – wie die großen Stars parliert, hat Seltenheitswert. Oft werden gerade junge Talente eher aus der Öffentlichkeit herausgehalten, nun bot der Rennstall den Interview-Termin offensiv an.
Auch das gehört eben nun zur Entwicklung eines Radprofis dazu: Den Umgang mit der Öffentlichkeit und den dortigen Erwartungen zu lernen. Werner Müller-Schell, einer der Pressesprecher bei Red Bull – Bora – hansgrohe, bestätigte daher: "Deshalb machen wir das hier."
Finn ist keiner, dem man damit etwas antut. Der 18-Jährige wirkt selbstbewusst, weiß sich auszudrücken und hat fast schon Routine. "Ich habe mich seit der WM an Medientermine gewöhnt. Deshalb denke ich da nicht mehr so viel drüber nach. So entwickelt sich der Sport eben. Und am Ende des Tages bin ich eben jetzt auch ein Erwachsener und es ist mein Job", erklärte er und grinste frech: "Ich denke, sich immer als netter Kerl zu geben, schadet nie."
John Wakefield ist Director of Development bei Red Bull – Bora – hansgrohe. | Foto: Flavio Moretti / Red Bull – Bora - hansgrohe
In erster Linie geht es beim Radfahren aber doch ums Radfahren. Und im Fall von Finn soll das in fernerer Zukunft bedeuten, dass er drei Wochen lang jeden Tag Höchstleistung bringt, um in den Gesamtwertungen der Grand Tours vorne zu liegen und irgendwann um Gelbe, Rosa oder Rote Trikots zu kämpfen.
"Wir sehen seine Zukunft schon bei den großen Rundfahrten", erklärte Wakefield und musste lachen, als Finn beim Thema Zukunftsorientierung trocken sagte: "Den großen Giro irgendwann zu gewinnen ist das Ziel von jedem Kind – aber vielleicht werde ich in ein paar Jahren auch noch zu einem Sprinter…"
Dass die Entwicklung wohl eher nicht in diese Richtung gehen wird, kann man im modernen Radsport auch bei 18-Jährigen aufgrund von Leistungsdaten und deren Analysen besser einschätzen als noch vor 15 Jahren, als beispielsweise aus Junioren-Zeitfahrass Marcel Kittel dann der beste Sprinter der Welt wurde. Finn weiß, dass seine Qualitäten eher im Bergauffahren liegen.
"Die Tour de France war das erste Rennen, das ich gesehen habe. Deshalb ist das natürlich der Kindheitstraum. Aber ich mag auch die Eintagesrennen wirklich sehr, wie in den Ardennen. John sieht in mir einen GC-Fahrer, aber ich habe auch wirklich Spaß an Eintagesrennen. Trotzdem bin ich eher ein Fahrer für lange Anstiege", meinte der Fünftplatzierte der U23-Variante von Lüttich-Bastogne-Lüttich im April.
Lorenzo Finn nach seinem fünften Platz beim Lüttich-Bastogne-Lüttich der U23 im April. | Foto: Flavio Moretti / Red Bull – Bora - hansgrohe
Sofort im ersten U23-Jahr um den Sieg beim Baby Giro zu kämpfen, diese Erwartung will man bei den Red Bull Rookies aber nicht schüren. "Aufgrund seines Alters und der Entwicklung bauen wir ihn sehr langsam auf, damit er eine lange Karriere hat, anstatt - wie man es mit einigen Fahrern sieht - in jungem Alter sehr, sehr gut zu sein und nach zwei, drei Jahren dann plötzlich zu verschwinden und das eigentliche Potenzial gar nicht ausschöpfen zu können. Wir sind für Langfristigkeit hier, es gibt also keine Eile, etwas morgen schon zu erreichen", erklärte Wakefield.
Es gehe darum, beim mit acht Teilstücken bislang längsten Etappenrennen – nicht nur durch die Anzahl an Tagen, sondern auch die Distanzen der einzelnen Etappen - in Finns Leben "zu lernen, wie man ein Rennen auf diesem Level fährt, wie man ein Team führt und so weiter – also mehr, als nur zu versuchen, ein Ergebnis zu holen, egal ob Erster, Zweiter, Dritter oder Zehnter."
Trotzdem dürfte klar sein: Im Leistungssport geht es eben auch um Ergebnisse. Und man reist natürlich nicht für drei Wochen nach Andorra, um danach keine Leistung zu bringen. Das würde auch nicht Finns eigenen Vorstellungen entsprechen. "Ich habe mich seit Saisonbeginn auf das Rennen gefreut", erklärte der 18-Jährige und befand: "Wir haben ein gutes Camp hier in Andorra hinter uns gebracht und sollten gut in Form sein."
Die Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies im Höhentrainingslager in Andorra. | Foto: Twila Federica Muzzi / Red Bull – Bora - hansgrohe
Wir, das ist natürlich nicht nur der Italiener, sondern das sind auch seine vier Teamkollegen Adrien Boichis (22) aus Frankreich, der Schotte Callum Thornley (21), der Australier Luke Tuckwell (20) und der 21-jährige Niederösterreicher Sebastian Putz, für den es beim Giro um Etappenergebnisse gehen soll.
Seine älteren Teamkollegen nehmen auch Finn etwas Druck, während ihn die italienischen Medien bereits nach der Hoffnung auf "den neuen Nibali" fragten. "Wenn ein gutes Ergebnis herauskommt, ist das schön, wenn nicht, dann haben wir auch noch andere gute Fahrer im Team und ich versuche, es zu genießen", so Finn und antwortete auf die Frage, mit welchem Ausgang er nach acht Tagen denn zufrieden wäre, genauso gewitzt wie auf vieles andere: "Ich denke, ich werde am Ende sowieso froh sein, weil meine Freundin zum Zuschauen kommt."
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