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02.01.2026 | (rsn) - Mathieu van der Poels Weste bleibt auch nach seinem achten Saisoneinsatz so weiß wie der Parcours beim Exact Cross in Mol. Der Kapitän von Alpecin – Premier Tech setzte sich früh im Rennen von seinen Gegnern ab, doch nachdem er stürzte, kehrte Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) zurück. Es kam zu einem packenden Duell der beiden Superstars, bis der Belgier seinerseits zu Boden ging.
Bei ihm waren die Folgen weitaus schlimmer, wenig später musste van Aert erstmals in seiner Karriere ein Crossrennen vorzeitig beenden. Den zweiten Platz übernahm danach sein Landsmann Toon Aerts (Charles Liegeois – Deschacht), der Spanier Felipe Orts (Ridley) wurde trotz zweier Stürze Dritter in Mol. Der Belgier Joran Wyseure (Crelan – Corendon) kam vor dem Briten Thomas Mein (Hope) als Vierter ins Ziel.
Sowohl van der Poel als auch van Aert hatten in Mol viermal gewonnen, durch seinen Erfolg am Freitag ist der Niederländer jetzt der Rekordhalter beim Zilvermeercross. Saisonübergreifend war der Weltmeister nun schon 19 Mal in Serie erfolgreich. Es dauerte auffällig lang, bis der Sieger beim Ziel-Interview erschien. Van der Poel hatte nach seinem Sturz unter der nassen Kleidung gelitten. “Jetzt geht es wieder besser. Langsam wird mir wieder warm. Aber es war wirklich sehr kalt“, sagte der 30-Jährige in einem sehr kurzen Gespräch.
Van Aert hatte in seiner Karriere vor dem Zilvermeercross 239 Crossrennen bestritten, aufgegeben hatte er keines davon. Nach einem Sturz hatte der Visma-Star sichtlich starke Schmerzen, als er das Rad wechseln wollte, konnte er die paar Schritte zu seinem neuen Arbeitsgerät nur humpelnd bewältigen, was für seine Betreuer um Jan Boven das Zeichen war, ihren Schützling aus dem Rennen zu nehmen.
Davon profitierte Aerts, der so kampflos auf den zweiten Rang vorrückte. “Auf den letzten beiden Runde war es sehr kalt. Wegen der kalten Hände und Füße war es nicht einfach, das Rad noch zu kontrollieren“, sagte der Europameister im Ziel-Interview. “Ich freue mich, dass ich Zweiter werden konnte, auch wenn Wout vielleicht etwas besser war. Hoffentlich ist er okay nach seinem Sturz“, fügte er an.
Silas Kuschla (Stevens) zeigte im Schnee ein starkes Rennen. Er musste am Ende der sechsten von neun Runden den Kurs verlassen, obwohl er nur 4:26 Minuten zurücklag. Damit wurde er auf Position 16 gewertet. Der Niederländer Mees Hendrikx (Heizomat – Cube) fuhr lange unter den besten Zehn mit, gab aber in der Vorschlussrunde auf und beendete damit seine sechs Wettkämpfe andauernde Serie von Top-Ten-Platzierungen.
Europameister Aerts durfte als Erster neue Spuren in den Schnee ziehen. Vor dem Rückweg durch die lange Sandpassage am Silbersee entlang übernahm dann aber van Aert die Führung. Er setzte sich gleich mit van der Poel und Aerts ab. Orts schaffte vor der ersten Zielpassage den Anschluss. Das Quartett lag zu diesem Zeitpunkt 15 Sekunden vor den ersten Verfolgern.
Nach zehn Minuten war das Tempo dann für Aerts und Orts zu hoch. In der zweiten langen Sandpassage allerdings machte Aerts Eindruck, als er die Lücke zu den beiden Topstars an der Spitze schloss. Als das Tempo anschließend absackte, kam Orts ebenfalls zurück. Als es erneut auf die Start-Ziel-Gerade ging, hatten sich Wyseure und Niels Vandeputte (Alpecin – Premier Tech) von den Verfolgern abgesetzt.
Auf der ersten Durchfahrt bei der langen Sandpassage machte dann van der Poel Ernst. Der Weltmeister zog voll durch und zugleich fuhr sich van Aert sich hinter ihm im Sand fest. Die Folge war, dass der Spitzenreiter ausgangs dieses Sektors ganze zehn Sekunden vor seinen drei Verfolgern lag. Van Aert entledigte sich danach seiner Begleiter, doch eingangs der vierten von neun Runden betrug sein Rückstand 15 Sekunden. Aerts und Orts hatten 27 Sekunden auf den Spitzenreiter verloren.
Kurz danach rutschte van der Poel in einer Kurve weg, konnte schnell wieder aufstehen, hatte sich nun aber nasse Kleidung eingehandelt. Zunächst schien van Aert keine Zeit gutmachen zu können, dann aber holte er Meter um Meter auf. Kurz bevor es in den fünften Umlauf ging, kamen die beiden wieder zusammen. Im Duell um den dritten Rang hatte sich Aerts von Orts abgesetzt.
Während van Aerts erstmals die Spitze übernahm, wurde deutlich, dass van der Poel Probleme mit seinen kalten Händen bekam. Der Niederländer blieb aber am Belgier dran und als Duo kamen sie 31 Sekunden vor Aerts, der wie Orts ebenfalls im Schnee weggerutscht und gestürzt war, zur nächsten Zielpassage.
Im folgenden Umlauf tat sich nichts, dann ging seit langen Zeit zum ersten Mal van der Poel wieder an die Spitze. Kurz darauf rutschte van Aert in der Kurve, die zuvor schon Orts zum Verhängnis geworden war, weg und schlug hart auf den Asphalt auf. Er fuhr weiter, hatte aber sichtlich Schmerzen und humpelte in den Laufpassagen. Am Materialposten wollte van Aert sein Rad wechseln. Doch als er abstieg, dauerte es nur einige Momente, bis er von seinen Beteuern aus dem Rennen genommen wurde.
Die Spannung war nun komplett raus. Van der Poel baute seinen Vorsprung eingangs der achten Runde auf eine Minute aus und packte danach weitere Sekunden drauf. Vandeputte verlor im Finale viele Positionen, der junge Keije Solen (Lotto – Wanty) schob sich dagegen weit vor und fuhr im vorletzten Umlauf sogar in die Top 5 vor.
Trotz seines großen Vorsprungs bekam auch van der Poel zum Schluss Probleme. Er biss die Zähne zusammen und kam sichtlich frierend ins als Sieger Ziel. Aerts folgte 1:23 Minuten später, Orts wurde Dritter und war damit sichtlich zufrieden. Solen verlor im Finale zwei Positionen, wogegen Mein sich noch auf Position fünf vorschob.
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