--> -->
29.03.2025 | (rsn) - Quinn Simmons (Lidl – Trek) hat die kurios verlaufene 6. Etappe der
“Das war wohl der eigenartigste Tag meiner Karriere. Erst sollten wir fahren. Dann sollten wir nicht fahren. Dann sollten wir ein verkürztes Rennen fahren. Dann sollten wir zwei Runden fahren. Letztendlich sind wir dann 28 Kilometer gefahren“, resümierte Simmons die gute halbe Rennstunde des Tages. Es sei komisch, unter den Umständen beim Siegerinterview zu stehen. Simmons gestand ein: Er sei einer der Profis gewesen, die dafür waren, wegen des starken Windes gar nicht zu fahren.
“Jetzt habe ich meinen ersten WorldTour-Sieg, und das ist etwas ganz Besonderes“, so der US-Amerikaner. Als das Rennen schließlich freigegeben wurde, befand sich Simmons hinter dem Feld am Begleitfahrzeug, um die Beinwärmer abzugeben, sodass er in der langen Abfahrt, in der sich das auseinanderfliegende Feld zu dem Zeitpunkt befand, nur die dritte Gruppe erwischte. Dann habe er sich immer weiter nach vorn gekämpft, aber gedacht, dass sein Rennen schon nach zwei Kilometern beendet war.
Umso glücklicher sei er über den Etappensieg. Simmons schaute aber auch schon auf das letzte Teilstück, das nun noch auf die Fahrer wartet. “Ich habe am Donnerstag erst gehört, dass ich hier fahren soll. Meine Familie guckt zu Hause mit und meine Freundin sowie mein Bruder (Colby Simmons vom EF-Education-Nachwuchsteam, d.Red.) werden morgen im Ziel warten. Ich wohne in Girona und das hier ist fast so etwas wie mein Heimrennen“, sagte der Lidl – Trek-Profi.
Der knapp geschlagene Bittner zeigte sich im Ziel nicht allzu enttäuscht und stand auch noch unter dem Eindruck der Kuriositäten des Tages. “Es ist eigentlich schwer, die ganze Geschichte zu erzählen. Jeder wird wohl seine eigene Version davon haben, wie es heute war“, sagte der Tscheche. Letztendlich seien nur 30 Kilometer Rennen gefahren worden, womit Bittner sogar etwas übertrieb. “Ich habe gestern schon mit meinem Sportlichen Leiter gescherzt, dass es hier einen Sprint geben könnte. Er hat das abgewiegelt, aber im Hinterkopf hatte ich den Sprint trotzdem“, erklärte der Tageszweite weiter. Das Team habe das Beste aus der Situation gemacht. “Ich bin Zweiter geworden. Es ist, was es ist.“
Sein Teamkollege van den Broek stellte es ähnlich dar. “Wir hatten den ganzen Tag eigentlich keine Ahnung, was genau der Plan ist. Wir sind zu Kilometer 0 gefahren. Dort hörten wir, dass wir eine Runde neutralisiert fahren. Plötzlich wurde dann doch gefahren“, gab der Niederländer zu Protokoll. Er und seine Teamgefährten brauchten zwei Kilometer, um nach vorn zu kommen. “Ich bin dann mit den Attacken mitgegangen bis zum Schlussanstieg. Da hat Simmons angegriffen, und ich probierte zu folgen“, sagte van den Broek. Schließlich seien ihm aber “die Lichter ausgegangen“. “Pavel ist Zweiter geworden, das ist ein gutes Resultat. Wir wollten diese Woche eine Etappe gewinnen, das hat leider nicht geklappt. Heute bekamen wir plötzlich eine Extra-Chance.“
Auch der Gesamtführende Ayuso gab im Ziel zu Protokoll, dass er lange nicht wusste, was überhaupt passieren würde. Er wollte Rennen fahren, deshalb sei er Radprofi, und so, wie es letztlich lief, sei das einfach schade gewesen. "Wenn sich die Dinge konstant ändern und man mehr redet als fährt, ist das nicht so toll. Auch nicht für die vielen Zuschauer." Auf die Frage, ob er und sein Team bereits die Strecke des finalen Teilstücks analysiert haben, betonte Ayuso: „Nein, wir haben uns auf heute fokussiert. Und alles weitere sehen wir jetzt.“
Bester deutschsprachiger Profi war Gregor Mühlberger (Movistar) als 23. der Etappe. Emanuel Buchmann (Cofidis) wurde 45. Einen stetigen Aufwärtstrend ließ Lennart Kämna (Lidl – Trek) als 48. erkennen. Alle drei wurden zeitgleich mit dem Tagessieger gewertet. In der Gesamtwertung geht Buchmann als 21. mit 2:20 Minuten Rückstand zum Gelben Trikot auf die letzte Etappe, wo der Montjuic wohl wieder einmal der Scharfrichter in Sachen Rundfahrtsieg sein dürfte.
Schon vor dem Start überschlugen sich die Ereignisse ein wenig, weil die Route wegen starken Windes gleich dreimal geändert wurde. Zuerst wurde nur der HC-Anstieg Coll de Pradell gestrichen, wodurch die Etappe auf 118 Kilometer verkürzt worden wäre. Dann änderten die Organisatoren auf Anraten örtlicher Behörden den Kurs noch einmal und nahmen sowohl die Bergankunft im 700 Meter hoch gelegenen Queralt als auch die beiden übrigen Bergwertungen der 3. und der 1. Kategorie aus dem Parcours. Die Streckenlänge betrug letztlich 146 statt der eingangs vorgesehenen 160 Kilometer.
Das Ziel befand sich nun an der Stelle, wo eigentlich die letzte Zwischensprint-Wertung abgenommen werden sollte. Damit zeichnete sich bereits ab, dass der erhoffte vorentscheidende Schlagabtausch um die Gesamtführung ausfallen würde. Nach dem offiziellen Start hieß es dann, dass die Organisatoren noch etwas prüfen müssten für den nun geplanten, zweimal zu fahrenden Rundkurs um Berga – daher blieb die Etappe nach dem offiziellen Start noch eine ganze Weile neutralisiert.
Der Kurs an sich war durchaus anspruchsvoll und geprägt von einem rund 28 Kilometer langen, wenn auch meist nicht sehr steilen Anstieg. Kurz vor Schluss gab es einen weiteren Hügel, und auch hinauf zum Ziel ging es berghoch. Doch die gesamte erste Runde blieb neutralisiert, weil offenbar erst in dieser Phase die ganze Strecke abgesichert wurde. Nach knapp 50 neutralisierten Rennkilometern gab die Jury bekannt, dass die Zwischensprints ebenso gecancelt wurden wie die Zeitbonifikationen im Ziel. Und die Zeit fürs Gesamtklassement sollte fünf Kilometer vor dem Ziel genommen werden.
Nach einigen Diskussionen zwischen Jury und Fahrern wurde das Rennen schließlich nach 48 Kilometern Neutralisation freigegeben. Und man einigte sich darauf, das Rennen nach der ersten 72-Kilometer-Runde zu beenden. Über all das mussten sich fünf Fahrer – darunter der Sieger des Vortags und Führende in der Punktwertung, Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike), und der Österreicher Felix Gall (Decathlon – Ag2r – La Mondiale) nicht den Kopf zerbrechen, weil sie das Rennen vor der Etappe verlassen hatten. Gall war nach Angaben seines Teams bereits seit Paris-Nizza angeschlagen, sein Zustand habe sich über Nacht verschlechtert. Bei Brennan ließ Visma – Lease a Bike verkünden, dass er geschont werden soll.
Carlos Verona (Lidl - Trek) löste sich nach dem scharfen Start als Erster aus dem Feld. Ihm folgten Frank van den Broek (Picnic – PostNL), Diego Uriarte (Kern Pharma) und Remy Rochas (Groupama – FDJ). Hinten machte Ineos Grenadiers aber in Person von Omar Fraile derart Tempo, dass keine echte Lücke aufging. Bald unterstützte auch Movistar die Tempoarbeit. Zehn Kilometer vor dem Ziel – und damit nach rund 12 Kilometern Flucht - war die Gruppe wieder gestellt.
Anschließend fuhr das Feld geschlossen in einen kurzen, bis zu sieben Prozent steilen Anstieg. Dort drückte Ineos mächtig aufs Gas. Nairo Quintana (Movistar) probierte es 5000 Meter vorm Ziel mit einer Attacke, musste aber einsehen, dass das an diesem Tag wenig erfolgversprechend war. Nach weiteren Angriffen bildete sich eine zwölfköpfige Spitzengruppe, die aber nicht gut harmonierte und wieder aufgefahren wurde – allerdings von einem dezimierten Feld.
Im Schlussanstieg attackierte Simmons. Von hinten näherte sich eine Verfolgergruppe, aus der heraus Bittner den Sprint eröffnete. Der Tscheche flog noch bis auf zwei Meter an den US-Amerikaner heran, der aber schließlich die Hände zum Jubeln hochreißen konnte.
Results powered by FirstCycling.com
01.04.2025Buchmann liegt im Plan, aber zur Topform fehlt noch ein Stück(rsn) – Auf Platz 22 beendete Emanuel Buchmann seine Premiere bei der Katalonien-Rundfahrt. Damit befand sich der Cofidis-Neuzugang in guter Gesellschaft zwischen den beiden Visma-Routiniers Wilco K
30.03.2025Clever und stark: Roglic nach Katalonien bereit für den Giro(rsn) - Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) hat mit seinem Gesamtsieg bei der Katalonien-Rundfahrt eindrucksvoll bewiesen, dass er in bestechender Form ist. Der 35-jährige Slowene zeigte nic
30.03.2025Roglic entreißt Ayuso in dessen Heimatstadt noch den Gesamtsieg(rsn) - Primoz Roglic hat die Schlussetappe der 104. Katalonien-Rundfahrt gewonnen und damit am letzten Tag auch noch die Gesamtwertung abgeschossen. Nachdem sich der 35-jährige Kapitän von Red Bul
29.03.2025Dritte Änderung der Katalonien-Etappe(rsn) – Nach der zuerst gemeldeten, wetterbedingten Verkürzung der 6. Etappe der Katalonien-Rundfahrt sahen sich die Organisatoren des Events nun erneut gezwungen, "wegen extremen Windes“ das ne
29.03.2025Schwerster Berg der Katalonien-Rundfahrt gestrichen(rsn) – Die 6. Etappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) wird wegen schlechten Wetters gekürzt. Der 2024 erstmals befahrene Col de Pradell (HC), der schwerste Berg der Rundfahrt, musste wegen heftige
28.03.2025Roglic erwischt die Kante, verliert aber trotzdem die Führung(rsn) – Es braucht nicht immer Berge, um ein Gesamtklassement ordentlich durcheinanderzuwirbeln. Hier und da reicht auch ein Zwischensprint oder eine kurze Phase Seitenwind, um für einige Überrasc
28.03.2025Für Roglic machen sich drei Wochen Training am Teide bezahlt(rsn) – Geben die Bergduelle zwischen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Juan Ayuso (UAE Team Emirates – XRG) bei der 104. Katalonien-Rundfahrt bereits einen Vorgeschmack auf den
27.03.2025Kämna tankt an langem Tag in der Fluchtgruppe Selbstvertrauen(rsn) – Als Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost) acht Kilometer vor dem Ziel der 4. Etappe der Katalonien Rundfahrt (2.UWT) mit Johannes Staune-Mittet (Decathlon - AG2R) seinen letzten Beglei
27.03.2025Highlight-Video der 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt(rsn) - Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat sich auf der 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt für die gestrige knappe Niederlage gegen Juan Ayuso (UAE Team Emirates – XRG) revanchier
27.03.2025Roglic schlägt gegen Ayuso zurück und übernimmt Gesamtführung(rsn) – Es war nicht viel, was die 4. Etappe der Katalonien-Rundfahrt von der vorherigen unterschied. Wieder hatten sich Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Juan Ayuso (UAE – Emira
27.03.2025Egal, ob Erster oder Zweiter: Roglic fühlt sich gut(rsn) – Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) musste an der Skistation von La Molina einige Minuten warten, ehe die Jury das Zielfoto ausgewertet hatte und Juan Ayuso (UAE – Emirates –
26.03.2025Auch ein Tigersprung bringt Roglic nicht mehr an Ayuso vorbei(rsn) – Er kämpfte bis auf den letzten Meter, um den kleinen, aber letztlich entscheidenden Fehler wiedergutzumachen. Reichen sollte es letztlich aber trotz des eines Sprinters würdigen Tigersprun
02.02.2026Familien-Doppel: Teutenberg-Geschwister holen EM-Medaillensatz (rsn) – 24 Stunden nachdem Tim Torn Teutenberg im Ausscheidungsfahren bei den Bahnrad-Europameisterschaften im türkischen Konya die Silber-Medaille errungen hat, setzten der 23-Jährige und seine d
02.02.2026Goodbye Weltrekord! Britinnen schlagen deutschen Vierer bei EM (rsn) – Die deutschen Mannschaftsverfolgerinnen sind bei den Bahnrad-Europameisterschaften in der Türkei so nah an ihren eigenen Weltrekord von den Olympischen Spielen in Tokio 2021 herangefahren,
02.02.2026Pidcock will bei der Tour “das Leiden genießen“ (rsn) – Vor vier Tagen und rund fünf Monate vor dem Grand Départ am 4. Juli in Barcelona hat die ASO die an der 113. Tour de France teilnehmenden Mannschaften bekannt gegeben. Automatisch qualifiz
02.02.2026Ein neuer Angriff auf den WorldTour-Olymp (rsn) – 1, 2, 1 – Die Bilanz im Gesamtklassement der drei großen Landesrundfahrten kann sich für Visma – Lease a Bike wieder einmal sehen lassen. Es war sogar die erfolgreichste Saison seit 20
02.02.2026Sprint-Crash in Marseille: Kontakt mit Offiziellem auf Zielgerade (rsn) – Der Sturz im Sprintfinale des Grand Prix Cycliste la Marseillaise (1.1) am Sonntag war kein normaler Rennunfall. Das wird beim näheren Betrachten der TV-Bilder aus Marseille deutlich. Guill
02.02.2026Romy Kasper ist eine WheelDiva (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
02.02.2026Nach dem Cross-Titel ist für van der Poel vor der Straßensaison (rsn) - Mit dem Rekordtitel endete in Hulst die Cross-Saison von Weltmeister Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech). Zeit also, um an die Straßen-Saison zu denken! Der Niederländer hat zum
02.02.2026Eder: “Ich habe relativ schnell gebüßt“ (rsn) – Bei der Querfeldein-DM in Bensheim war Fabian Eder noch knapp Zweiter hinter Marcel Meisen. Bei der Cross-WM in Hulst hat der 22-Jährige seinen 15 Jahre älteren Landsmann in Schach gehalte
01.02.2026Teamsprinterinnen holen sich in der Türkei den EM-Titel zurück (rsn) – Die deutschen Teamsprinterinnen haben am Eröffnungstag der Bahnrad-Europameisterschaften 2026 im türkischen Konya sofort die erste Goldmedaille für German Cycling geholt. Lea Sophie Fried
01.02.2026Teutenberg muss sich nur Hansen geschlagen geben (rsn) – German Cycling ist mit einem kompletten Medaillensatz am Auftakttag sehr gut in die Bahnrad-Europameisterschaften im türkischen Konya gestartet. Während die Teamsprinterinnen Clara Schneid
01.02.2026Meisen: “Ich glaube, nächstes Jahr sind wir safe!“ (rsn) – Marcel Meisen ist bei der Cross-WM in Hulst, zu der er gar nicht mehr antreten wollte, 26. geworden. “Das war’s, denke ich“, eröffnete RSN das Gespräch mit dem Deutschen Meister. ”
01.02.2026Van der Poel nach achtem Titel nun Rekordweltmeister (rsn) – Mit einer ähnlich souveränen Darbietung, mit der er vor Wochenfrist den Gesamtweltcup in Hoogerheide gewann, ist Mathieu van der Poel im niederländischen Hulst zum vierten Mal in Folge C