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19.04.2024 | (rsn) – Juan Pedro Lopez (Lidl – Trek) ist am Schlusstag der 47. Tour of the Alps (2.Pro) nicht mehr in Schwierigkeiten gekommen. Im Gegenteil: Der Spanier brachte seinerseits auf dem schweren fünften Teilstück seine Kontrahenten ins Schwitzen und verteidigte die Gesamtführung eindrucksvoll. Damit errang Lopez seinen zweiten Profisieg, nachdem er am Mittwoch die 3. Etappe für sich entschieden hatte. Gesamtzweiter wurde Ben O’Connor (Decathlon – AG2R La Mondiale) vor Antonio Tiberi (Bahrain Victorious).
Aurelien Paret-Peintre (Decathlon – AG2R La Mondiale) gewann in Levico Terme nach 118 Kilometern den Sprint einer 16-köpfigen Favoritengruppe vor Tiberi und seinem jüngeren Bruder und Teamkollegen Valentin Paret-Peintre, der die Rundfahrt vor Romain Bardet (dsm firmenich – PostNL) als Vierter beendete.
“Das ist mein erster Rundfahrtsieg. Das ist ein wichtiger Moment in meinem Leben. Ich bin extrem glücklich. Das Team hat vom Anfang bis zum Ende einen wirklich fantastischen Job gemacht“, freute sich Lopez im Ziel-Interview. Seinen Sieg widmete er Familien, Freunden, dem Team und dem an Krebs erkrankten Teammanager Luca Guercilena.
Am 4. Mai startet Lopez beim Giro d’Italia, wo er 2022 zehn Tage im Rosa Trikot fuhr, bevor er die Rundfahrt als Zehnter abschloss. Nach einer schwachen Saison 2023 meldete sich der 26-Jährige bei der Tour of the Alps stärker denn je zurück.
In einer Gruppe ohne sprintstarken Fahrer war Aurelien Paret-Peintre der Favorit auf den Tagesieg. Dieser Rolle wurde der Franzose mit seinem vierten Profisieg eindrucksvoll gerecht. “Das ist die perfekte Art und Weise, diese Woche mit dem Team zu beenden. Auf dem letzten Kilometer wusste ich, dass ich wahrscheinlich der Schnellste vorn bin“, erzählte der 28-Jährige. Sein Team überzeugte auch mit Rang drei und vier im Klassement, obwohl er selbst am vierten Tag viel Zeit und seine gute Position in der Gesamtwertung verloren hatte. “Unser Ziel ist der Giro. Diese Woche war unser einziges Ziel, unsere Vorbereitungen abzurunden“, ließ Aurelien Paret-Peintre auf mehr hoffen.
Die deutschen Teilnehmer blieben insgesamt blass. Bester war Florian Stork (Tudor) mit 6:35 Minuten Rückstand auf Position 31. Anton Palzer (Bora – hansgrohe), der bis dato ein starkes Rennen hingelegt hatte , büßte noch 1:04 Minuten ein und rutschte im Klassement vom 15. auf den 23. Rang ab. Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) gab das Rennen einen Tag nach seinem zehnten Rang auf der Königsetappe auf.
Tobias Foss (Ineos Grenadiers) sicherte sich die Punktewertung, das Bergtrikot ging an den Sieger der gestrigen Etappe, Simon Carr (EF Education - EasyPost). Bester Nachwuchsfahrer wurde Tiberi.
Nur noch 99 Fahrer nahmen den Schlusstag der Alpenrundfahrt in Angriff. Keiner von ihnen konnte sich auf den ersten flachen 50 Kilometern entscheidend absetzen. Foss gewann beide Zwischensprints und baute so seine Führung in der Punktewertung aus.
Im ersten Anstieg des Tages hinauf zum Palu del Fersina (1.Kat.), der zweimal bewältigt werden musste, zeigte sich vor allem Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) aktiv. Nachdem ein erster Vorstoß mit Gijs Leemreize (dsm firmenich – PostNL) und Will Barta (Movistar) misslang, ging der Brite kurz danach mit Giulio Pellizzari (VF Group – Bardiani CSF – Faizanè) und Hugh Carthy (EF Education – EasyPost) ein weiteres Mal in die Offensive. Carthy sicherte sich die Bergpunkte und in der Abfahrt blieb das Feld den Ausreißern auf den Fersen.
Eingangs der zweiten Kletterpassage wurde das Trio aber schon wieder eingeholt. Fünf Kilometer später griff der Gesamtdritte Tiberi an. Bei Lidl – Trek hatte Amanuel Ghebreigzabhier ausgedient und mit Carlos Verona übernahm der letzte Helfer des Spitzenreiters das Kommando. Der Spanier sorgte dafür, dass Tiberi exakt 30 Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt wurde.
Das war das Zeichen für Wout Poels (Bahrain Victorious), um einen Versuch zu starten. Diesmal reagierte Lopez selbst, doch er verzichtete darauf, die Lücke komplett zu schließen. Als er sich umsah und wartete, übernahm Decathlon – AG2R La Mondiale die Verfolgungsarbeit in der rund 20-köpfigen Gruppe, die den Bergpreis 15 Sekunden nach dem Niederländer erreichte.
Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour of the Alps | Foto: Veranstalter
In der Abfahrt waren die Verfolger aber mit vereinten Kräften schneller als der Spitzenreiter, der die letzten 15 Kilometer in der Gruppe verbrachte. Sieben Kilometer vor dem Ziel wartete ein letzter, zwei Kilometer langer Anstieg, an dem Bardet attackierte und O‘Connor, Tiberi und Lopez folgen konnten. Der Gesamtführende hinterließ nun den stärksten Eindruck und demoralisierte damit seine Begleiter.
Als die ersten Verfolger fast wieder dran waren, griff Tiberi an. Lopez konterte und schüttelte so O’Connor ab. Danach war die Luft wieder raus und Poels und Valentin Paret-Peintre kamen zurück. Ihnen folgten wenig später weitere Fahrer, so dass schließlich eine 16-köpfige Gruppe die letzte Abfahrt des Tages in Angriff nahm.
Im Finale gab es keine nennenswerten Attacken mehr. Bahrain probierte, den Sprint für Poels anzuziehen, doch Aurelien Paret-Peintre war deutlich schneller und gewann das Rennen mit zwei Radlängen Vorsprung. Tiberi rettete seinen zweiten Platz knapp vor Valentin Paret-Peintre.
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