--> -->
13.05.2023 | (rsn) - Die 8. Etappe des Giro d’Italia brachte das Feld zurück an die Adriaküste, eine hügelige Überführungsetappe – perfektes Terrain für Ausreißer. Und so sicherte sich nach 207 Kilometern zwischen Terni und Fossombrone Ben Healy (EF Education – EasyPost) als Solist den Tagessieg. Mit einem Rückstand von 1:49 Minuten gewann Derek Gee (Israel – Premier Tech) vor dem italienischen Meister Filippo Zana (Jayco-AlUla) aus einer dezimierten Gruppe der restlichen Ausreißer den Sprint um Platz zwei.
Die Etappe brachte jedoch auch Bewegung in der Gesamtwertung: Mit einer späten Attacke holte Primoz Roglic (Jumbo – Visma) 14 Sekunden auf Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) heraus. Andreas Leknessund (DSM) verteidigte knapp sein Rosa Trikot.
“Ich hatte heute gute Beine. Ich bin schon früh solo losgefahren und habe es bis zum Ziel durchgezogen. An dem steilen Anstieg wollte ich eigentlich nur meine Beine testen und dann kam keiner mit mir“, sagte Healy im Interview. Seine “ungeplante“ Attacke kam rund 50 Kilometer vor dem Ziel am kurzen, aber extrem steilen Aufstieg I Cappuccini – von dort setzte er seine Fahrt als Solist fort und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus.
“Ich wusste, dass ich bis ins Ziel ein gutes Einzelzeitfahren würde liefern können. Ich bin dann in einem guten Tempo durchgekommen, alles hat heute gepasst. Es haben schon viele große irische Radsportler Etappen beim Giro gewonnen, nun auch in dieser Liste zu sein, ist supertoll“, so Healy weiter. Der 22-jährige Ire gewann damit bei seinem Grand-Tour-Debüt gleich eine Etappe.
In der Endphase konzentrierten sich die TV-Bilder jedoch auf die Favoritengruppe. Jumbo - Visma hatte an den vorherigen Hügeln immer wieder das Tempo erhöht. Am letzten Anstieg, der zweiten Auffahrt über 2,8 Kilometer zum I Cappuccini, setzte dann Roglic seine erste Duftmarke bei diesem Giro – und distanzierte damit erstmals Evenepoel. Einzig Geraint Thomas und Tao Geoghegan Hart (beide Ineos Grenandiers) fuhren an der Bergwertung zum Slowenen auf, Evenepoel gelang es jedoch nicht, die Lücke zu schließen. In der folgenden Abfahrt behauptete das Trio um Roglic, Thomas und Geoghegan Hart schließlich 14 Sekunden auf den Weltmeister heraus.
“Es ist schwer, für dieses Rennen einen Plan zu schmieden. Es gibt zwei große Favoriten – und dahinter gibt es viele Teams, die auf dem gleichen hohen Level operieren. Wir müssen unser Ding machen. Manchmal müssen wir Geduld haben, manchmal müssen wir angreifen, so wie wir es heute getan haben. So werden wir in den nächsten Tagen weitermachen“, sagte Geoghegan Hart im Ziel.
Kurz hinter den Favoriten kam auch Leknessund in einer Gruppe mit Lennard Kämna (Bora – hansgrohe) ins Ziel. Der Norweger verteidigte damit sein Rosa Trikot um acht Sekunden vor Evenepoel. Roglic folgt mit 38 Sekunden vor Joao Almeida (UAE Team Emirates, +0:40), Thomas (+0:52) und Geoghegan Hart (+0:56). Kämna rangiert auf Platz zehn (+1:54), Teamkollege Aleksandr Vlasov ist Achter (+1:26).
“Als Roglic attackierte, wusste ich, dass ich so schnell wie möglich fahren musste. Am Ende konnte ich das Trikot verteidigen, was mich sehr stolz macht. Es war ein richtiger Fight heute. Auch im Zeitfahren werde ich morgen noch einmal alles raushauen, auch wenn ein Vorsprung von acht Sekunden auf Evenepoel wohl nicht ausreichen werden“, sagte Leknessund im Ziel.
Mit Florian Stork verlor Leknessund einen seiner besten Helfer. Der Deutscher überzeugte am Freitag noch am Berg, musste aber am Samstag mit Mageproblemen aufgeben, wie radsport-news.com erfuhr.
In der Bergwertung besetzt weiterhin Davide Bais (Eolo – Kometa) den Platz an der Sonne. In der Punktewertung liegt Jonathan Milan (Bahrain Victorious) vorne. In der Nachwuchswertung führt wie im Kampf um Rosa Leknessund
Die Etappe bot Chancen für Ausreißer. Entsprechend umkämpft verlief der Etappenstart mit hohem Tempo, vielen Attacken und einigen erfolglosen Fluchtversuchen – unter anderem befand sich kurzzeitig auch der Gesamtführende Leknessund in einer Gruppe. Nach rund 15 Kilometern fand sich dann eine Vierergruppe um Healy, Gee, Valentin Paret-Paintre (AG2R - Citroën) und Carlos Verona (Movistar) zusammen, die sich erstmals etwas absetzen konnte. Einige Kilometer später fand Tom Skujins (Trek – Segafredo) den Anschluss.
Das Profil der 8. Etappe | Foto: Veranstalter
Im Feld gab es in der Folge jedoch weitere Attacken und Gruppen, die sich absetzen. Und so gelang nach 80 Kilometern erst Zana, Alessandro Iacchi (Team Corratec - Selle Italia), Samele Battistella (Astana Qazaqstan), François Bidard (Cofidis), Mattia Bais (EOLO-Kometa) und Alessandro Tonelli (Green Project-Bardiani CSF-Faizanè) der Anschluss nach vorne, kurz darauf auch noch Warren Barguil (Arkéa – Samsic) und Oscar Riesebeek (Alpecin – Deceuninck). Bemerkenswert: Mit Mattia Bais befand sich der Bruder des gestrigen Etappensiegers Davide Bais in der Gruppe. Der Vorsprung der Gruppe wuchs auf rund sechs Minuten an.
Mit dem kurzen Hügel I Cappuccini (4.Kat.) begann die entscheidende Phase der Etappe nach 150 Kilometern. Im nur 2,8 Kilometer langen, dafür aber bis zu 19 Prozent steilen Anstieg setzte sich Healy von seinen Fluchtgefährten ab und fuhr sich auf der anschließenden Abfahrt schnell einen Vorsprung von einer Minute heraus. Der Schlussteil der Etappe wurde auf einer rund 50 Kilometer langen Runde um den Zielort Fossombrone ausgefahren – mit gleich zu Beginn dem Monte delle Cesane (2. Kat., acht Kilometer lang bei 6,4 bis maximal 18 Prozent Steigung) als Hürde. Healy baute im Anstieg seinen Vorsprung weiter auf 1:40 Minuten aus, hinter ihm fand sich eine Verfolgergruppe um Bais, Barguil, Zana, Verona und Gee zusammen.
Im Feld hatte zuvor Ineos Grenadiers das Tempo im I Cappuccini angezogen. In der Auffahrt zum Monte delle Cesane erhöhte zunächst Michel Hessmann (Jumbo – Visma) die Schlagzahl, später dann wieder Ineos, die zahlenmäßig am stärksten in der Gruppe vertreten waren. Diese reduzierte sich dadurch auf rund 40 Fahrer. Das kostete den Favoriten einige Helfer, brachte allerdings keinen der großen Namen in Bedrängnis – inklusive Leknessund im Rosa Trikot, der sich jedoch frühzeitig ohne Teamkollegen an der Seite befand. In der folgenden Abfahrt wuchs die Gruppe jedoch wieder deutlich an.
Das letzte Hindernis des Tages war die zweite Auffahrt über schmale Straßen zum I Cappuccini. Bis dahin erhöhte Healy seinen Vorsprung auf über zwei Minuten und sah frühzeitig wie der Tagessieger aus. In der Favoritengruppe griff Roglic auf den steilen Straßen des letzten Anstieg an, und zunächst konnten nur Kämna und Leknessund direkt folgen. Das Tempo des Slowenen bergauf war jedoch für beide zu schnell – und auch Evenepoel blieb immer einige Radlängen zurück und konnte die Lücke nicht schließen.
Letztendlich zog sogar das Ineos-Duo um Thomas und Geoghegan Hart am Weltmeister vorbei und schloss nach der Bergwertung zum Slowenen auf. In der Abfahrt erarbeiten sich Thomas, Geoghegan Hart und Roglic einen kleinen Vorsprung auf Evenepoel und erreichten das Ziel 4:34 Minuten hinter Tagessieger Healy. 14 Sekunden später folgten Joao Almeida (UAE Team Emirates, Damiano Caruso, Jack Haig (beide Bahrain Victorious), Eddie Dunbar (Jayco – AlUla) und eben Evenepoel. Kämna kam zusammen mit Leknessund mit 5:08 Minuten Rückstand ins Ziel – wodurch Leknessund sein Rosa Trikot verteidigte.
Results powered by FirstCycling.com
27.05.2024Pogacar nach Giro-Triumph entspannt zur Tour(rsn) – Die 107. Austragung des Giro d´Italia stand ganz im Zeichen von Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). Der Slowene drückte der Rundfahrt vom Start weg seinen Stempel auf, gewann fast ein Drit
23.11.2023Buitrago will erstmals zur Tour und um das Weiße Trikot kämpfen(rsn) – Nach zwei Giro-Etappensiegen in den beiden vergangenen Jahren hofft Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) in der kommenden Saison auf sein Tour-de-France-Debüt. Dann möchte der Kolumbiane
31.07.2023Baudin nach Tramadol-Missbrauch vom Giro disqualifiziertNeo-Profi Alex Baudin (AG2R - Citroen) ist nachträglich vom Giro d´Italia 2023 ausgeschlossen worden. Das teilte die UCI am Montag mit. Grund dafür ist der Fund des Schmerzmittels Tramadol in den B
04.06.2023ASO plant Corona-Protokoll für die 110. Tour de France(rsn) – Nachdem beim diesjährigen Giro d’Italia zahlreiche Fahrer wegen Corona-Infektionen ausschieden, werden die Organisatoren der Tour de France laut der französischen Nachrichtenagentur AFP
01.06.2023“Fanboy“ Heßmann zitterte mit Roglic am Monte Lussari(rsn) – Viel besser hätte das Grand-Tour-Debüt für Michel Heßmann (Jumbo – Visma) nicht laufen können. Während der Deutsche mit einigen Teamkollegen auf dem Monte Lussari wartete, sicherte s
31.05.2023Thomas enttäuscht, “dass ich es nicht vollenden konnte“(rsn) – Um ganze 14 Sekunden musste sich Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) beim 106. Giro d´Italia Primoz Roglic (Jumbo – Visma) geschlagen geben. Der 33-jährige Slowene nahm dem Briten am vorle
31.05.2023Startet Giro-Sieger Roglic auch bei der Tour de Suisse?(rsn) – Giro-Sieger Primoz Roglic wurde am Dienstag in Amsterdam von seinem Team Jumbo – Visma mit einer großen Feier geehrt. Die Veranstaltung nutzte der niederländische Fernsehsender NOS, um d
30.05.2023Pinot will nach dem Giro auch die Abschieds-Tour(rsn) – Nach seiner erfolgreichen Abschiedsvorstellung beim Giro d’Italia, den er auf Rang fünf beendete, will Thibaut Pinot (Groupama – FDJ) nun auch ein letztes Mal bei der Tour de France sta
29.05.2023Kriegers Giro-Leiden wurden mit Rang fünf in Rom belohnt(rsn) - Alexander Krieger (Alpecin - Deceuninck) beendete den mit vielen Tiefschlägen verbundene 106. Giro d`Italia mit einem sportlichen Ausrufezeichen. Der Stuttgarter belegte auf der Schlussetappe
29.05.2023Entdeckungen und Überraschungen: Die Geschichten des Giro(rsn) – Vor dem 106. Giro d’Italia schien die Ausgangsposition klar zu sein: Es würde ein Duell um den Gesamtsieg zwischen Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) und Primoz Roglic (Jumbo – Vis
29.05.2023Ackermanns Traum vom Sieg beim Giro-Finale endete in der Bande(rsn) - Vor drei Jahren gewann Pascal Ackermann (UAE Team Emirates) in Madrid die Schlussetappe der Vuelta a Espana. Das Kunststück wollte der Pfälzer auch beim 106. Giro d’Italia beim Finale in R
28.05.2023Thomas lotst Cavendish in Rom zum letzten Etappensieg(rsn) – Sieben Sprints hatte der 106. Giro d’Italia und jedes Mal gab es einen anderen Sieger. Beim letzten Akt spurtete Mark Cavendish (Astana Qazaqstan) in Rom nach 126 Kilometern mit großem Vo
06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM (rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I
06.01.2026Diese WorldTour-Profis haben noch keinen Vertrag für die neue Saison (rsn) – Das neue Jahr hat begonnen, doch noch immer stehen einige WorldTour-Profis ohne neuen Vertrag da. Nicht alle Fahrer, die 2025 noch in der Elite-Liga des Radsports angestellt waren, werden
06.01.2026Chirurg erwartet drei Monate Pause für van Aert (rsn) - Ludovic Robeet kann seine Karriere als Radprofi fortsetzen. Der Belgier in Diensten von Cofidis, der im September 2025 einen Schlaganfall erlitten hatte, teilte die guten Nachrichten via Insta
06.01.2026Gee macht Lidl-Trek komplett (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
06.01.2026Healy legt Fokus in den kommenden beiden Jahren wieder auf die WM (rsn) – Etappensieger bei der Tour de France, Träger des Gelben Trikots, Dritter im Straßenrennen der Weltmeisterschaften von Ruanda und auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich: Ben Healy (EF Educatio
06.01.2026Die Trikots der WorldTour-Teams für die Saison 2026 (rsn) - Wie sieht das Peloton 2026 aus? Welche Farben werden in der kommenden Saison vorherrschend sein? Nach und nach stellen die WorldTour-Rennställe ihre Trikots für das neue Jahr vor - den Anfan
06.01.2026Regenbogenpower für die neue Saison (rsn) – Erst 2024 gegründet, steigt EF Education - Oatly schon im dritten Jahr die WorldTour auf. Zwar gab es von 2005 bis 2023 mit EF Education - Tibco SVB bereits ein amerikanisches Frauen-Team,
06.01.2026Die Trikots der Women´s WorldTour-Teams für die Saison 2026 (rsn) – 14 Rennställe umfasst die Women´s WorldTour in der Saison 2026. Doch wie treten diese 14 Mannschaften im neuen Jahr auf? Welche Farben zieren ihre Trikots, welche Art von Designs werden ge
05.01.2026Mehr Aerodynamik: Milan mit veränderter Position auf dem Rad (rsn) - Jonathan Milan (Lidl - Trek) hat während der Saisonpause an seiner Position auf dem Rad gearbeitet - und einige Änderungen vorgenommen. "Es ging um die Verbesserung meiner Position", sagte
05.01.2026Van der Poel: “Bin noch nicht in Topform“ (rsn) – Er kam, sah und siegte – neun Mal in drei Wochen. Mathieu van der Poel dominierte die Szene seit seinem Einstieg in die Cyclocross-Saison 2025/26. Nach einer perfekten Bilanz mit neun S
05.01.2026Teambudgets und -gehälter steigen auch 2026 weiter an (rsn) – Das Budget der WorldTour-Teams der Männer und Frauen ist auch für das Jahr 2026 wieder stark angewachsen. Laut der Gazzetta dello Sport, die sich auf UCI-Zahlen beruft, stieg es um 4,5 Pr
05.01.2026Mit neuer Führung in ein richtungsweisendes Jahr (rsn) – Nach dem Aus des Ceratizit-Teams ist Canyon – SRAM – zondacrypto das einzig verbleibende deutsche Team in der Women´s WorldTour. Der in Leipzig beheimatete Rennstall erreichte 2024 mit