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11.05.2023 | (rsn) – Aus fast aussichtsloser Position heraus hat Mads Pedersen (Trek – Segafredo) die 6. Etappe des 106. Giro d’Italia gewonnen und damit sein Grand-Tour-Etappentriple vollendet. Alessandro De Marchi (Jayco - AlUla) und Simon Clarke (Israel – Premier Tech) dagegen vergaben die große Chance auf einen Ausreißercoup und wurden 250 Meter vor dem Ziel noch gestellt.
Den zweiten Platz im Massensprint sicherte sich Jonathan Milan (Bahrain Victorious) vor Pascal Ackermann (UAE Team Emirates). Dahinter folgten Kaden Groves (Alpecin – Deceuninck) und Fernando Gaviria (Movistar), der den Sprint eröffnet hatte. Marius Mayrhofer (DSM) belegte als zweitbester deutscher Profi Rang acht. Sein Teamkollege Andreas Leknessund verteidigte das Rosa Trikot.
Letztes Jahr hatte Pedersen eine Etappe der Tour de France und drei Teilstücke der Vuelta a Espana gewonnen. Mit seinem heutigen Sieg beim der Italien-Rundfahrt ist er nun bei drei direkt aufeinanderfolgenden dreiwöchigen Rundfahrten erfolgreich gewesen. “Ich bin sehr glücklich. Dafür bin ich hierhergekommen. Es war ein harter Tag für die Mannschaft, ich konnte ihnen etwas zurückgeben mit dem Sieg, ein guter Tag also“, sagte der Weltmeister von Harrogate im Ziel-Interview.
Im Zielsprint musste Pedersen sich aber mächtig strecken, um den früh losgefahrenen Gaviria, der als erster an den beiden Ausreißern vorbeigespurtet war, noch einzuholen. “Es war richtig knapp am Ende. Es war nicht einfach, die zwei einzuholen und wir brauchten fast jeden Helfer dazu. Nicht nur wir, sondern fast jedes Sprintteam hat jeden Fahrer benötigt, den es hatte“, meinte der 27-Jährige anerkennend.
Das Spitzenduo war ein sehr starkes Finale gefahren und hatte es selbst in der Hand, das Feld auf Abstand zu halten. Doch als der nominell deutlich langsamere De Marchi kurz nach dem Teufelslappen zu pokern begann, wollte auch Clarke nicht mehr voll durchziehen. “Es tut mir auch leid für die zwei Jungs, weil sie auch so einen tollen Kampf abgeliefert haben“, so Pedersen. Dieses Mitleid konnte Clarke gut gebrauchen. "Der letzte Kilometer war enttäuschend. Es ist nicht schön, auf diese Art und Weise eine Etappe zu verlieren. Mir wäre früher lieber gewesen als auf den letzten Metern“, trauerte der 36-Jährige, nachdem er die Chance darauf verspielt hatte, Roger De Vlaeminck den Rekord für den ältesten Fahrer abzunehmen, der das Grand-Tour-Etappentriple vollendet hatte.
Knapp an seinem zweiten Giro-Etappensieg vorbei spurtete Milan, der als Tageszweiter aber die Spitzenposition in der Punktewertung ausbaute. "Natürlich hätte es heute besser laufen können, aber du kannst nur abliefern, was du es drauf hast. Die Beine waren nicht bei 100 Prozent. Die Fluchtgruppe war so schwierig zurückzubringen. Heute habe ich mehrmals damit gerechnet, dass ich nicht zum Sprint komme", meinte der Italiener, dem das schwere Anfangs- und Mittelstück der Etappe zugesetzt hatten. Andere Sprinter wie die am Vortag gestürzten Mark Cavendish (Astana Qazaqstan) und David Dekker (Arkéa – Samsic) konnten hier den Anschluss ans Peloton nicht halten.
Besser erging es den beiden deutschen Sprintern. Ackermann kam dem Tagessieg als Dritter nahe, ärgerte sich im Gespräch mit radsport-news.com dennoch: “Ich hatte ein bisschen zu lange gewartet. Ich hatte keinen einzigen Helfer. Das ist traurig, weil ich heute gezeigt habe, dass ich echt stark drauf bin.“ Giro-Debütant Mayrhofer mischte sich zum zweiten Mal während dieses Giro in den Massenspurt ein und belohnte sich mit einem weiteren Top-Ten-Ergebnis. Lennard Kämna (Bora – hansgrohe) kam als 22. im Feld ins Ziel und behauptete so seinen elften Platz im Gesamtklassement.
Hier führt weiter Leknessund mit 28 Sekunden Vorsprung auf Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step), der seine Sturzfolgen gut überstanden zu haben schien. Die gleiche Konstellation gibt es in der Nachwuchswertung. Auch an der Spitze des Bergklassements änderte sich nichts. Thibaut Pinot (Groupama – FDJ) hat weiterhin 40 Punkte auf dem Konto und trägt somit auch am Freitag das Blaue Trikot.
Vom Start weg wurde aus dem Feld heraus attackiert und es dauerte nur zwei Kilometer, bis De Marchi sich absetzte. Zehn Kilometer später bekam er Gesellschaft von seinem Landsmann Francesco Gavazzi (Eolo – Kometa), weitere fünf Kilometer danach schlossen auch noch Clarke, der Brite Charlie Quartermain (Corratec – Selle Italia) und der Franzose Alexandre Delettre (Cofidis) auf. Der Italiener Alessandro Verre (Arkéa – Samsic) wagte den Sprung ebenfalls noch, doch die Landung in der Spitze des Rennens glückte nicht.
Nach 49 Kilometern gewann Gavazzi die 18 Bergpunkte am Valico di Chiunzi (2.Kat.) vor Clarke, der acht erhielt. Im Feld übernahm nun Ineos Grenadiers das Kommando, vermutlich um den lädierten Evenepoel zu testen. So sank der maximale Rückstand von fünf auf 3:15 Minuten. Als Ineos ein Unterfangen beendet hatte, drückte UAE Team Emirates aufs Gaspedal. So wurde Verres Jagd 91 Kilometer vor dem Ziel beendet.
Das Profil der 6. Giro-Etappe. | Foto: RCS Sport
Am Picco Sant‘ Angelo teilte sich das Spitzenquintett. Die beiden Routiniers De Marchi und Clarke waren stärker als ihre Begleiter, der Italiener sicherte sich nach 96 Kilometern die neun Bergpunkte vor Clarke, zwölf Kilometer danach drehte das Duo die Rollen beim Zwischensprint in Sorrento um. Die Ausreißer wehrten sich tapfer gegen das Feld, das sie allerdings im Griff zu haben schien.
15 Kilometer vor dem Ziel übernahm dann Ineos Grenadiers in einer gefährlichen Ortsdurchfahrt im Feld. Statt einer Jagd setzten die Briten jedoch zur Risikominimierung an. Fünf Kilometer später hatte das Duo kaum Sekunden verloren, unter dem 10-Kilometer-Banner fuhr es exakt eine Minute vor dem Feld hindurch. Dort hatten die Mannschaften der Sprinter Schwierigkeiten, sich zu formieren. Der Zeitgewinn auf die Spitzenreiter war eher gering, schon sechs Kilometer vor dem Ziel mussten deshalb die ersten Anfahrer in den Wind.
Mit Ineos Grenadiers und Bora – hansgrohe fuhren bis zur Sicherheitszone drei Kilometer vor dem Ziel gleich zwei Klassementteams im Wind. Entgegen allen Erwartungen schienen De Marchi und Clarke nun dem Sieg entgegen zu eilen, bis sie sich auf dem letzten Kilometer noch uneinig wurden und vor allem De Marchi zu taktieren schien. So stürmte das Feld doch noch heran – und mit dem früh losgesprinteten Gaviria in erster Position auch an den beiden Ausreißern vorbei. Doch auf den letzten Metern zogen Pedersen, Milan und Ackermann noch am Kolumbianer vorbei.
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