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31.10.2022 | (rsn) - Zum Saisonende nehmen wir nochmals die Neuzugänge der 18 WorldTeams in den Blick. Welcher Fahrer hat sich als Top-Verpflichtung und wer als ein Transfer-Flop herausgestellt?
Lotto Soudal
Entgegen der von General Manager John Lelangue vorgegebenen Linie, künftig noch mehr auf den Nachwuchs zu setzen, sicherte sich der belgische Traditionsrennstall zur Saison 2022 in erster Linie die Dienste routinierter Fahrer. Die beiden Deutschen Rüdiger Selig (33) und Michael Schwarzmann (31) sollten den Sprintzug von Caleb Ewan verstärken, der Belgier Victor Campenaerts (31) sollte für mehr Schlagkraft bei den flämischen Klassikern sorgen, Reinardt Janse van Rensburg (33) und Carlos Barbereo (31), bis Ende 2021 wie Campanerats in Diensten des aufgelösten Teams Qhubeka NextHash, wurden als Reaktion auf Krankheits- und Verletzungsausfälle erst im Saisonverlauf dazu geholt
Vom Zweitdivisionär Sport Vlaanderen – Baloise stieß der sprintstarke Belgier Cedric Beullens neu zum Team. Als einzige der insgesamt acht Zugänge, denen sechs Abgänge gegenüberstanden, waren der Australier Jared Drizner (23) und der Belgier Arnaud De Lie (19) jünger als 25 Jahre.
Der Top-Transfer: Arnaud De Lie
Wie zahlreiche andere hoffnungsvolle Talente auch wechselte der Wallone schon frühzeitig zu den Profis, auch wenn De Lie zumindest noch ein Jahr im Lotto-U23-Nachwuchsteam absolvierte, wobei er mit einigen Siegen bei kleineren Rundfahrten auf sich aufmerksam machte und ins WorldTour-Team aufstieg.
Im Januar 2022 feierte der junge Sprinter schon im dritten Rennen seinen ersten Sieg bei den Profis, als er im Rahmen der Mallorca Challenge die Trofeo Playa de Palma gewann. Dem ließ De Lie im Saisonverlauf noch acht weitere Siege folgen, bis auf einen - die 3. Etappe der Tour de Wallonie – ausschließlich bei Eintagesrennen eingefahren. Ein Sturz auf der 1. Etappe der 4 Tage von Dünkirchen, der ihn zur Aufgabe zwang, verhinderte eine wohl noch bessere Bilanz.
De Lie wusste aber nicht nur bei den kleineren Rennen zu imponieren. Als Achter von Brugge – De Panne, Siebter bei Eschborn – Frankfurt oder im Spätsommer mit Platz vier bei der Bretagne Classic präsentierte er sich auch bei WorldTour-Rennen ausgesprochen stark. Mit seinen insgesamt neun Saisonsiegen gelangen ihm sogar zwei mehr als Caleb Ewan, dem bisher unangefochtenen Top-Sprinter bei Lotto Soudal. Sollte De Lies Kurve aber weiter so steil nach oben verlaufen, wird dem Australier schnell teaminterne Konkurrenz erwachsen.
Rüdiger Selig (li.) und Carlos Barbero, zwei der Lotto-Soudal-Neuzugänge im Gespräch nach der 6. Etappe der Tour de Langkawi. | Foto: Cor Vos
Der Transfer-Flop: Carlos Barbero
Als dritter Fahrer aus der Konkursmasse von Qhubeka NaxtHash stieß der 31-jährige Spanier gemeinsam mit seinem Teamkollegen Janse van Rensburg erst Anfang Mai zu Lotto Soudal, um dort die Lücken zu schließen, die zahlreiche Ausfälle ins Aufgebot gerissen hatten. Während der Südafrikanische Meister seine Rolle gut auszufüllen wusste, lief bei Barbero nicht viel zusammen.
Der ehemalige Movistar-Profi, der in seiner Karriere immerhin elf Siege feierte – den bisher letzten zum Auftakt der Österreich-Rundfahrt 2019 – landete an seinen 44 Renntagen nur ein einziges Mal in den Top Ten, nämlich auf der 1. Etappe der Sibiu Tour, und konnte kaum einmal seine Sprintqualitäten zeigen. Ob der elfte Platz beim italienischen Herbstklassiker Coppa Bernocchi das Management davon überzeugt hat, Barbero eine Vertragsverlängerung über 2022 hinaus anzubieten, scheint fraglich.
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