RSNplusPogacar und Vingegaard die Gegner

Auf Bergkönig Geschke wartet der wichtigste Tour-Tag

Von Peter Maurer

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Kann Simon Geschke (Cofidis) das Bergtrikot auch auf der letzten Pyrenäen-Etappe verteidigen? | Foto: Cor Vos

20.07.2022  |  (rsn) – Auf der 18. Etappe der Tour de France geht es für Simon Geschke (Cofidis) um alles. Zum neunten Mal wird der Freiburger das Gepunktete Trikot des besten Kletterers tragen. Es könnte das letzte Mal sein, denn auf dem Weg von Lourdes nach Hautacam werden 50 der 53 noch übrigen Punkte für das Bergtrikot dieser Frankreich-Rundfahrt vergeben. Und seine größten Gegner sind keine geringeren als Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma), die um das Gelbe Trikot kämpfen!

___STEADY_PAYWALL___ Der Slowene hatte das Gepunktete Trikot in den letzten beiden Jahren gewonnen und trotz einer Reglement-Änderung -  diesmal gibt es an den Bergankünften keine doppelte Punktzahl mehr - redet Pogacar bei der Vergabe des Trikots wieder ein Wörtchen mit. Denn am Mittwoch auf dem Weg von Saint-Gaudens nach Peyragudes gewann er die beiden letzten Wertungen, was ihm jeweils zehn Punkte einbrachte und wodurch sich sein Konto auf  52 Zähler erhöhte, Vingegaard, der jeweils Zweiter (2x8) wurde, hat nun 46 Punkte.

Der 36-jährige Geschke, der sich auf der 17. Etappe wieder unter die Ausreißer des Tages gemischt hatte, holte als Dritter am Col d’Aspin sechs weitere Zähler für sein Konto und führt die Bergkönig-Wertung nun mit 64 Punkten an. Dabei hatte er Pech am zweiten Anstieg des Tages, als er wegen eines Defekts plötzlich stehen bleiben musste.

Brisante Situation am Hourquette d'Ancizan

"Ich habe auf das große Blatt für den Sprint geschaltet und die Kette ist mir dabei runtergefallen", schilderte der Freiburger im Interview mit der ARD die brisante Situation am Hourquette d'Ancizan, die allerdings glimpflich für ihn ausging. "Es war super ärgerlich. Es ging nur um zwei Punkte, aber am Ende weiß man nicht, für was die gut gewesen wären", erklärte er.

Auch auf der 17. Tour-Etappe ging Bergkönig Simon Geschke (Cofidis) erfolgreich auf Punktejagd. | Foto: Cor Vos

Sein Vorsprung auf Vingegaard beträgt zwölf, der auf Pogacar 18 Punkte. Dem Spitzenduo dürften am Ende der 18. Etappe wohl weitere 20 winken, denn der Schlussanstieg hinauf nach Hautacam ist vom Organisator in der höchsten Kategorie eingeordnet. Und zur Rennmitte wartet noch ein weiterer Pyrenäen-Riese, wo die beiden Gesamtwertungsaspiranten wohl keine Rolle spielen werden.

Dabei ist der Col d’Aubisque mit 1.709 Metern der höchste Punkt der Gebirgskette im Süden Frankreichs, der heuer bei der Tour passiert wird. Er wird nach 76,7 Kilometern überquert und sollte daher Punkte für Ausreißer abwerfen. Würde Geschke hier zuschlagen, könnten Vingegaard oder Pogacar auch am vorletzten Berg, dem Col de Spandelles (1. Kat., 10 Punkte) voll abräumen, ohne Geschke noch verdrängen zu können.

Fällt am Aubisque die Vorentscheidung?

"Heute lief es gut, das gibt mir Hoffnung für morgen. Das Team hat super gearbeitet, um mich in die Gruppe zu bringen", erklärte Geschke. Natürlich hatte er gehofft, dass die Top-Favoriten das Feld am vorletzten Berg nicht so zerlegen. "Es war ein Tag für die Gesamtwertung. Ich konnte das Trikot verteidigen, aber es war kein guter Tag", meinte er.

Im Ziel in Peyragudes hatte der Freiburger fast 23 Minuten Rückstand auf die Besten: Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma) | Foto: Cor Vos

Geschke hatte vor allem gehofft, dass Jumbo – Visma das Feld kontrolliert und den Ausreißern mehr Freiheiten lässt. Und er hoffte auch, selbst mehr als die sechs Punkte zu erzielen. "Jumbo ist nicht am Trikot interessiert, aber wenn Vingegaard dann Zweiter wird, ist das nicht gut für mich", erklärte Geschke. Wäre das nicht passiert, würde ihm der Sieg am Aubisque  zum Gesamtsieg schon reichen.

"Ich merke, dass ich mich noch gut fühle.Ich hatte Sorgen, dass der Körper in der dritten Woche am Limit ist, speziell wegen der ganzen Fluchtgruppen, in denen ich drinnen war", zog der routinierte Deutsche Zuversicht aus seiner Leistung auf der 17. Etappe. Und er weiß über die Wichtigkeit des nächsten Abschnittes Bescheid: "Morgen ist der allerwichtigste Tag."

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