Intermarché imponierte beim Giro

Girmay, Hirt und Pozzovivo sorgten für eine strahlende Bilanz

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Intermarché - Wanty - Gobert imponierte beim 105. Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

31.05.2022  |  (rsn) – Intermarché – Wanty – Gobert gehörte bisher nicht zu den Teams, die bei den großen Rundfahrten für Furore sorgten. Taco van der Hoorn holte 2021 auf der 3. Etappe des Giro d’Italia den ersten und bisher einzigen Grand-Tour-Tageserfolg des belgischen Rennstalls, der zu jener Saison erst eine WorldTour-Lizenz erhalten hatte.

Bei der am Sonntag zu Ende gegangenen 105. Italien-Rundfahrt gehörte Intermarché – Wanty – Gobert allerdings zu den dominierenden Teams und landete dann auch in der Mannschaftswertung auf dem vierten Platz, nur eineinhalb Minuten hinter Ineos Grenadiers.

Imponierender waren jedoch die Einzelresultate. Der Eritreer Biniam Girmay gewann in Jesi die 10. Etappe und es wären möglicherweise noch mehr Siege dazu gekommen, wenn dem Grand-Tour-Debütanten bei der Podiumszeremonie nicht der Korken der Sektflasche ins Auge geschossen wäre. So aber musste Girmay den Giro nach dem bisher größten Erfolg seiner Karriere frühzeitig verlassen.

Hirt fährt das Rennen seines Lebens

Den unter skurrilen Umständen erfolgten Ausstieg des 22-Jährigen machte dann aber spätestens Jan Hirt auf der schweren 16. Etappe vergessen, an deren Ende sich der Tscheche den Sieg in Aprica holte. Zudem kletterte der 31-jährige Hirt im Gesamtklassement noch auf den sechsten Platz und sorgte damit für das beste Grand-Tour-Ergebnis in der Geschichte seines Teams.

“Ganz klar, ich bin das Rennen meines Lebens gefahren. Es war mein Traum, eine Giro-Etappe zu gewinnen und ich habe nicht nur diesen Traum wahr gemacht, sondern bin auch noch Gesamtsechster geworden“, sagte Hirt in einer Pressemitteilung seiner Mannschaft, die aber noch einen weiteren Fahrer in die Top Ten brachte.

Domenico Pozzovivo nämlich beendete seinen 16. Giro d’Italia auf Rang acht und war damit zugleich der älteste Fahrer seit 1924, der bei einer Italien-Rundfahrt unter den besten Zehn landete. Der Italiener Giovanni Rossignoli war 1924 bereits 41 Jahre alt, als er wie sein Landsmann nun Gesamtachter wurde. Damals allerdings betrug sein Rückstand gegenüber dem Rosa Trikot mehr als drei Stunden.

Pozzovivo meldet sich zurück

Pozzovio, der am 30. November seinen 40. Geburtstag feiern wird, fehlten nach 21 Etappen dagegen vergleichsweise geringe 17:29 Minuten auf den rund 14 Jahre jüngeren Gesamtsieger Jai Hindley. “Weil ich weiß, woher ich komme, kann ich mit dieser Platzierung nur zufrieden sein. Ich hatte ja bis Februar noch kein Team und war nur einen Schritt vom Karriereende entfernt. Vor allem aber wegen meines Unfalls vor zwei Jahren, nach dem die Ärzte daran zweifelten, ob ich jemals wieder Fahrrad fahren könnte“, so Pozzovivo, der zum insgesamt siebten Mal einen Giro unter den besten Zehn abschloss.

“Auf dieses Ergebnis kann ich stolz sein“, betonte der kleine Kletterspezialist, der beim Heimspiel viele Argumente für eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags lieferte. “Was das für meine Zukunft bedeutet, kann ich noch nicht sagen, aber was ich sicher weiß, ist, dass ich von meiner guten Form profitieren möchte, um eine gute Tour de Suisse zu fahren“, nannte Pozzovivo sein nächstes großes Ziel.

Die Tour-de-France-Generalprobe fuhr er übrigens auch im vergangenen Jahr im Anschluss an den Giro, den er damals aber bereits nach der 6. Etappe verlassen musste. Bei der Schweiz-Rundfahrt reichte es dann zum sechsten Gesamtrang. Ein ähnliches Ergebnis ist dem Intermarché-Profi auch diesmal zuzutrauen.

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