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30.05.2022 | (rsn) – Mit seiner Grand-Tour-Premiere ist Felix Gall (AG2R Citroën) nicht zufrieden, dafür freut sich der Österreicher über den Giro-Gesamtsieg seines früheren Teamkollegen Jai Hindley (Bora – hansgrohe).
“Ich freue mich für ihn, dass er gewonnen hat, er ist ein sehr angenehmer, bodenständiger Typ“, sagte Gall über den Australier, mit dem er 2020/2021 für DSM / Sunweb unterwegs war. “Wir sind damals nicht viele Rennen zusammen gefahren, aber natürlich kennen wir uns und haben auch gemeinsame Trainingslager bestritten.“
Der AG2R-Neuzugang freute sich aber nicht nur über Hindleys persönlichen Erfolg, sondern auch darüber, “dass die Ineos-Übermacht gebrochen worden ist“, wie er meinte. Bora – hansgrohe hatte Olympiasieger Richard Carapaz, der bis zur vorletzten Etappe im Rosa Trikot unterwegs war, im Schlussanstieg zum Passo Fedaia mit einer cleveren und starken Teamleistung den Zahn gezogen. “Bora war drei Wochen lang unglaublich stark und Jai ist ein cooler und verdienter Sieger“, lobte er Hindley und dessen Raublinger Rennstall, der erstmals in seiner Geschichte eine der drei großen Landesrundfahrten für sich entscheiden konnte.
Genau wie der erste australische Giro-Sieger verließ auch Gall zum Saisonende 2021 das DSM-Team und schloss sich der AG2R-Equipe von Manager Vincent Lavenu an. Der 24-Jährige schlug gleich ein, wurde unter anderem auf Mallorca Fünfter der Trofeo Pollenca (1.1) und Gesamtzwölfter der Baskenland-Rundfahrt. Noch besser lief es bei der Tour of The Alps, wo Gall auf allen fünf Etappen in den Top Ten landete und im Schlussklassement Sechster und damit bester deutschsprachiger Fahrer wurde.
Bei der Grand-Tour-Premiere nur wenige gute Tage
Danach nahm der Juniorenweltmeister von 2015 mit großem Selbstbewusstsein den Giro d’Italia in Angriff. "Der Plan ist schon die Gesamtwertung. Nach den letzten Rennen macht es Sinn, das zu probieren. Ich bin gut drauf, es könnte nicht besser sein. Es passt alles gut zusammen derzeit", sagte der Osttiroler der Austria Presse Agentur (APA).
Die erste dreiwöchige Landesrundfahrt seiner Karriere entwickelte sich dann aber deutlich schwerer als erwartet. Als Elfter der 17. Etappe kam er nur einmal in die Nähe der Top Ten, im Schlussklassement sprang mit fast drei Stunden Rückstand auf Hindley Platz 50 heraus. “Das waren drei sehr harte Wochen und es gab nur einige Tage, an denen ich mich gut fühlte oder an denen ich mein Level habe abrufen können. Großteils waren es aber schlechte Tage, an denen ich auch ein bisschen ums Überleben kämpfte“, berichtete Gall, der in der Gesamtwertung zweitbester Fahrer seiner Equipe war, die auch im Kampf um Etappensiege leer ausging.
“Ich bin ohne konkretes Ziel gestartet, aber aufgrund der vorherigen Rennen hatte ich doch eine gewisse Erwartungshaltung“, sagte Gall nun, nachdem er die erste Grand Tour seiner Karriere bewältigt hatte. “Ich bin nicht enttäuscht, aber hatte mir etwas mehr erhofft. Dennoch war es eine gute Erfahrung, die mich weiterbringen wird. Eine erste Grand Tour ist immer auch ein Meilenstein“, fügte er an.
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