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28.06.2018 | (rsn) - Nach dem Gewinn des zweiten Schweizer Zeitfahrtitels in Folge wird Stefan Küng bei der Tour de France im markanten Trikot mit dem Schweizerkreuz antreten. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als er beim Grand Départ in Düsseldorf um das maillot jaune kämpfte, wird sich der BMC-Profi bei der am 7. Juli beginnenden 105. Auflage der Frankreich-Rundfahrt drei Wochen gedulden müssen, ehe sich ihm in seiner Spezialdisziplin die große Chance auf einen Etappensieg bietet.
"Leider gibt es keinen Prolog, dafür aber ein schönes Zeitfahren am vorletzten Tag, das ich anpeile. Wenn alles gut läuft, werde ich im Trikot des Schweizer Zeitfahrmeisters dann auf dem Podium stehen“, benannte Küng sein großes Tour-Ziel, nachdem er am Mittwoch in Schneisingen mit deutlichen 1:26 Minuten Vorsprung AG2R-Profi Silvan Dillier auf Rang zwei verwiesen hatte. Mit diesem Platz hatte sich der 24-Jährige bei seinem Tour-Debüt 2017 in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zufrieden geben müssen, wo Geraint Thomas (Sky) vor Jahresfrist um gerade mal fünf Sekunden schneller gewesen war als Küng.
Im zweiten Einzelzeitfahren in Marseille - damals ebenfalls am vorletzten Tag - langte es für ihn dann nur zu Rang neun. Doch nach seinen jüngsten Auftritten gehört Küng in diesem Jahr auf der 20. Tour-Etappe im 31 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr sicherlich zu den Top-Favoriten. Seine Form bestätigte er im Auftaktzeitfahren der diesjährigen Tour de Suisse, in der er sich mit dem BMC-Sieg das Gelbe Trikot holte, vor allem aber im Einzelzeitfahren von Bellinzona, wo er seinen ersten Saisonsieg feierte.
Im Teamzeitfahren doch eine Chance auf Gelb?
In Schneisingen nun wurde der 1,93 Meter lange Küng auf dem 37,3 Kilometer langen Parcours seiner Favoritenrolle gerecht. "Dieses Rennen war ein guter Test für mich. Es war ein langes Zeitfahren mit vielem Aufs und Abs. Ich bin mit meiner Vorstellung zufrieden“, sagte der Titelverteidiger, der das Zeitfahren sogar dosiert bestritt. "In den technischen Passagen bin ich etwas zurückhaltend gefahren, aber ich hatte Zutrauen in meine Form und dass ich in den Power-Sektionen wirklich den Unterschied würde machen können. Und das hat gut geklappt.“
Gut möglich übrigens, dass Küng bei der Frankreich-Rundfahrt sich doch über ein frühes Erfolgserlebnis wird freuen können, steht doch am dritten Tag in Cholet ein 35 Kilometer langes Teamzeitfahren an, in dem BMC nach den bisherigen Leistungen in dieser Saison als Top-Favorit gelten dürfte. Küng selber war bei drei BMC-Siegen - vor der Tour de Suisse bereits bei der Valencia-Rundfahrt und Tirreno - Adriatico - dabei und wird auch auf der 3. Etappe einer der entscheidenden Fahrer seiner Mannschaft sein. Und wer weiß: Vielleicht ist ja sogar das Gelbe Trikot noch in Reichweite.
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